Seien Sie jetzt mal ganz Ohr!

Das ist jetzt keine Floskel, so einfach dahin gesagt. Sondern ganz ernst gemeint. Es geht um Anti-Aging für die Ohren. Sie haben schon richtig gehört beziehungsweise gelesen. Ein Körperteil, der von uns häufig vernachlässigt wird. Unverdient!

Wir bemühen uns liebevoll um die Pflege unserer Haare, unseres Gesichts und des Körpers, damit sie möglichst lange attraktiv und jung bleiben. Aber was ist mit den Ohren? Sie altern schließlich auch, werden von uns aber meist sträflich vernachlässigt. In jungen Jahren kein Problem. Aber wer seine Ohren ein Leben lang vernachlässigt, erkennt das irgendwann im Spiegel: Die Ohrläppchen werden immer länger, zerknittert, runzelig und schlaff. Unsere tägliche Pflege-Routine hört normalerweise abrupt vor den Ohren auf. Selbst die gründlichste Kosmetikerin kümmert sich beim Facial in den seltensten Fällen um diesen, leicht abstehenden Teil des Gesichts. Und wenn wir die Ohren beim Styling mit schweren Gehängen schmücken, verschwenden wir wiederum keinen Gedanken daran, wie sie das den ganzen Tag aushalten. Doch damit noch nicht genug: Sie werden durchstochen von Piercings und Ohrlöchern, und das nicht nur an den Ohrläppchen. Für die sogenannten Helix Piercings wird sogar der obere Knorpelbereich perforiert. Unsere Ohren tragen verlässlich Schmuck und Brillen jeder Art. Auch Kopfhörer und zuweilen Hörgeräte müssen sie beherbergen, und neuerdings sind sie auch noch Halter für die Mund-Nasen-Schutzmasken. Das Außenohr dient zuweilen auch als Leinwand. Auf dem Laufsteg und bei Instagram sah man Models mit Ohrenschminke. Sie hatten die Konturen der Ohren mit Lidschatten nachgezogen oder einfach das gesamte Ohrläppchen bemalt.

Etwas mehr Aufmerksamkeit, bitte!

Haben sich die Ohren dafür nicht etwas mehr Aufmerksamkeit verdient als unser Organ für auditive Wahrnehmung und Gleichgewichtssinn. Auch das schon Grund genug, ihnen etwas Pflege angedeihen zu lassen. Recherchiert man im Internet findet man jede Menge Produkte für Haut- und Haarpflege. Nur für die Ohren scheint sich die Kosmetikindustrie nicht zu interessieren. Googelt man nach Produkten für die Ohrpflege, findet die Suchmaschine allenfalls sanitäre Hilfsmittel zur inneren Anwendung wie Tropfen oder Wattestäbchen. Doch ein Ohr will auch von außen gepflegt werden. Soll es nicht zum Schlaffi werden, beziehen Sie Ihre Ohren ab sofort in die Hautpflege mit ein. Einfach nach dem Eincremen des Gesichts einen kleinen Teil in die Ohrläppchen einmassieren. Sie können auch die Kosmetikerin beim Facial darauf hinweisen, die Ohren mit zu behandeln. In der Ohrmuschel sammeln sich auch gerne Unreinheiten wie Mitesser an. Und weil man sich selbst schlecht ins Innere schauen kann, sollte man hier ebenfalls die Kosmetikerin darum bitten und sie gegebenenfalls tätig werden lassen. Niemals vergessen sollte man, seine Ohren vor Sonne zu schützen. Gerade der weiße Hautkrebs, der berühmte Alterskrebs der Haut, tritt gerne an den Ohren auf. Um die Ohrmuschel zu reinigen sind seit Babytagen Wattestäbchen ein weiterverbreitetes Mittel. Aus medizinischer Sicht können sie allerdings mehr schaden als nutzen. Nicht nur, dass man das Ohrenschmalz mit dem Stäbchen tiefer in den Gehörgang drückt. Man „rasiert“ außerdem die kleinen feinen Härchen im Gehörgang ab, die wiederum eine wichtige Funktion bei der natürlichen Gehörgangreinigung haben. Ein Tipp von Dr. Johannes Bier, Hals-Nasen-Ohren-Arzt am Hamburger Uniklinikum Eppendorf: Beim Duschen ein wenig Shampoo-Schaum mit dem kleinen Finger in den Gehörgang einmassieren und das Ohr anschließend mit Wasser auszuspülen. Dann braucht man auch keine Wattestäbchen mehr.

Alterswachstum

Dass die Ohren im Alter größer werden, stimmt leider. Was immer sich die Natur dabei gedacht hat. So wie auch die Nase sich vergrößert, weil der Knorpel darunter wächst, wächst auch die Ohrmuschel. Hinzu kommt, dass das Bindegewebe an Spannung verliert. Vorbeugend gilt: Nicht zu häufig schwere Ohrringe tragen, weil sie das Gewebe nachhaltig ausleiern. Und vor dem Schlafengehen jeglichen Ohrschmuck abnehmen – selbst Stecker -, damit die Ohrlöcher nicht unnötig ausleiern. Im Vorteil sind jetzt übrigens die, deren angewachsene Ohrläppchen bislang nicht unbedingt als Schönheitsideal galten. Diese altern langsamer, weil die Haut straffer gespannt ist und nicht herab hängt. Zeigen sich Falten auf den Ohrläppchen, kann man diese wie im Gesicht mit Hyaluronsäure unterfüttern, und die Haut wirkt sofort insgesamt wieder praller. Zehn Minuten dauert die Prozedur, danach hat man zumindest für sechs bis acht Monate ein verjüngtes Ohrläppchen. Nachdem es nicht aktiv bewegt wird wie zum Beispiel der Mund, baut sich das Polster hier auch eher langsam ab. Findet man seine Ohren zu groß, kann man sie wie abstehende Ohren auch, was heute übrigens kein Makel mehr ist, chirurgisch korrigieren lassen. Bis zu 30 Prozent Reduktion ist möglich. Der Chirurg entfernt den Überschuss an Haut sowie Knorpel und formt ein neues Ohr. Der Eingriff erfolgt ambulant und unter örtlicher Betäubung. Allerdings muss für ein bis zwei Wochen ein spezieller Verband getragen werden als Schutz vor Infektionen. Soll diese Zeit unauffällig vorübergehen, wählt man am besten die kalte Jahreszeit. Mütze auf!

Foto: Krakenimages@shutterstock

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