Der etwas andere Urlaub – ab ins Kloster!


Von der inneren Einsicht zur Einkehr

Ob ich jemals ernsthaft erwägt habe, ins Kloster zu gehen? Sagen wir mal so: Es gab Momente, in denen ich die Kerle zum Teufel gewünscht und kurzfristig darüber nachgedacht habe. Aber in der Regel waren diese Anflüge nach kurzer Abwägung und wenigen Minuten wieder vorbei!

Der perfekte Weg, um dem Alltag zu entfliehen

Doch jetzt hat mich das Klostervirus gepackt. Denn ich habe Klosterhotels für mich entdeckt. Der perfekte Weg, um dem Alltag zu entfliehen und einzutauchen in eine Atmosphäre der Stille und Einkehr. Zumindest dann, wenn man will. Wer jetzt an spartanische Zellen mit unbequemen Betten in zugigen, historischen Gemäuern denkt, der irrt. Die umfunktionierten ehemaligen Mönchsbehausungen sind in der Regel eine Mischung aus Historie und modernem Design. Das macht die Hotels zu einem beruhigenden Zufluchtsort und Refugium der meditativen Ruhe. Selbst dann, wenn sie mitten im Stadtzentrum liegen wie das 5-Sterne-Hotel „Mandarin Oriental“ in Prag, eines meiner absoluten Lieblingshotels auf diesem Planeten.

Mandarin Oriental Prag: Klosterflair mit Asia-Note

Versteckt hinter dicken Mauern in einem historischen Dominikaner-Kloster aus dem 14. Jahrhundert liegt das Hotel am Fuß der Prager Burg. Mitten im Herzen des historischen Stadtkerns, der Malá Strana und nur ein paar Schritte von der berühmten, 600 Jahre alten Karlsbrücke entfernt. Was für eine Kombi! Ich kann mich kaum sattsehen an der perfekten Mischung aus dem für die Hotelkette typischen, asiatisch angehauchten Design und der historischen Architektur. Da sind einerseits die Gewölbedecken im Renaissancestil, die barocken Kreuzgänge und die historischen Brunnen. Auf der anderen Seite moderne Details wie die mit historischen Schriften bedruckten Vorhänge, die als clevere Raumteiler fungieren. Daneben perfekt in Szene gesetzte Gemälde und Kunstwerke oder üppige, schimmernde goldene Akzente. Unter dem Glasboden liegen die Überreste einer gotischen Kirche. Mein Lieblingsort ist jedoch das fast 500 qm große SPA in der ehemaligen Kapelle. Ein Ort, der unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Mein ganz persönlicher Kraftpol! Hier im Spa-Rezeptions-Bereich, dem früheren Hauptschiff der Kapelle, kann man durch einen Glasboden die Überreste einer noch älteren gotischen Kirche bewundern, die einst an dieser Stelle stand. Wer Zeit hat, sollte unbedingt die 90-minütige Signature Therapy buchen. Ein individuell zusammengestelltes Massage-Treatment mit wertvollen ätherischen Ölen, das Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen soll. Und es funktioniert! Zumindest so lange, bis mich der Alltag wieder einholt.

Fourvière in Lyon: Beichtstuhl in der Lobby

Die französische Stadt Lyon stand bisher nicht unbedingt auf der Liste meiner Lieblingsreiseziele – bis mich ein beruflicher Termin an die Stadt an der Rhône und Saône verschlug. Vieux-Lyon, die Altstadt, zählt zu Recht seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe und auch die Basilika Notre-Dame de Fourvière, die als das Wahrzeichen der Stadt gilt, ist beeindruckend. Doch mein absolutes Highlight ist das in einem ehemaligen Kloster aus dem 19. Jahrhundert untergebrachte Fourvière-Hotel. Es thront nur wenige Schritte von der Basilika entfernt auf dem Hügel über der Altstadt. Als ich die Rezeption mit den kunterbunt leuchtenden Zimmernummern betrete bin ich fasziniert von der Mischung aus modernem Design und sorgfältig restaurierten Überbleibseln des alten Klosters. Da gibt es prunkvoll bemalte Gewölbe oder einen alten Beichtstuhl, der inmitten der Lobby steht und alle Blicke auf sich zieht. Auch die Zimmertüren sind im wahrsten Sinne des Wortes Hingucker. Auf jeder einzelnen prangt in schwarz-weiß das Konterfei einer historischen Persönlichkeit von Lyon, die die Geschichte der Stadt maßgeblich prägte. Meines ist Zimmer 008 oder besser Louise Labé, Autorin und eine der bedeutendsten Dichterinnen aus dem 16. Jahrhundert. Passt ja! Die Zimmer selbst harmonieren perfekt zum Stil des Hotels. Kein Chichi. Sie sind bewusst den alten Mönchszellen nachempfunden: Stühle, Bett und Schreibtisch – allerdings in einer perfekt abgestimmten modernen Design-Variante. Und statt einem 0815-Fenster gibt es eine ca. 40×30 cm große Lücke – mit atemberaubenden Blick über die Stadt.

Klosterbräu in Bergen: das perfekte Wochenende

Wer nur mal schnell für das Wochenende ein Refugium sucht, für den habe ich noch einen kleinen Geheimtipp: Inmitten des malerischen Altmühltals, im 383-Einwohner-Dörfchen Bergen und nur wenige Kilometer von Neuburg an der Donau entfernt, liegt das Romantikhotel „Zum Klosterbräu“ mit seinem drei Hektar großen Klostergarten. Okay, anscheinend nicht ganz so geheim, denn in einem Bilderrahmen gleich neben der Rezeption sind die Inhaber mit der schwedischen Königsfamilie zu sehen. Aber Achtung! Handy-Netze gibt es hier nicht. Erreichbar ist man nur über das Hotel-WLAN. Ideal also für alle, die sich wirklich mal eine Aus-Auszeit gönnen wollen. Immerhin seit 1744 ist das Klosterbräu in Familienbesitz. Bier gebraut wird hier allerdings schon seit 1966 nicht mehr. Für Wellness-Fans und mich als Schwimmratte ist das Klosterbräu ein Traum. Denn man hat die Qual der Wahl: zwischen dem glasklaren XXL-Schwimmteich, dem 20-Meter Edelstahl-Pool oder dem Whirlpool im denkmalgeschützten Zehntstadel. Entspannung pur – und himmlische Ruhe. Bis auf die penetrante Kirchturmglocke, die mich morgens um 6 Uhr mit ihrem Geläute aus dem Schlaf reisst. Aber mal ehrlich, die Mönche mussten doch noch viel früher raus!

Was kostet das Klosterleben?

Mandarin Oriental Prag, ab ca. 395 Euro/Nacht, Signature Treatment ca. 200 Euro
Fourvière Hotel Lyon, ab 122 Euro
Zum Klosterbräu, Romantik-Hotel in Bergen, ab 159 Euro/Nacht

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