Dubai lockt mit vielen Superlativen die Touristen an


Der Wüstenstaat, in dem nichts normal zu sein scheint

Eine Stadt ist eine Stadt ist eine Stadt. Für Dubai trifft das nicht zu. Es ist ein Ort der Superlative. Immer höher, immer größer, immer ausgefallener heißt hier die Devise für alles, was neu gebaut wird – und das ist ständig der Fall. Ein Meer aus spektakulären Wolkenkratzern. Dazwischen ist immer einer, an dem noch gearbeitet wird. Sie sind nadelspitz, zur Kuppel abgerundet, palmenartig aufgefedert, nach oben hin schuppenartig wie das Chrysler Building in New York, verglast, farbig verspiegelt oder golden verkleidet. Schon klar, dass in Dubai auch das höchste Gebäude der Welt stehen muss. Neben dem Burj Khalifa mit 828 Metern nimmt sich seit 2010 das frühere Wahrzeichen des Wüstenstaates, das segelförmige Burj al Arab ‎mit seinen 321 Metern fast bescheiden aus. Und doch ist es beeindruckend, wie sich das sieben (!) Sterne-Hotel auf seiner eigenen Insel majestätisch über dem Meer erhebt und nachts von gewaltigen Lichtorgeln in allen Farben des Regenbogens angestrahlt wird

Wie putzt man Fenster in solch schwindelnder Höhe?

Wer sich nun fragt, wie man an einem 160 Stockwerke-Riesen wie dem Burj Khalifa ‎eigentlich die 24.831 Fenster putzt. Auch das ist dubaimäßig geregelt. Es gibt in unterschiedlichen Etagen Reinigungsvorrichtungen, die automatisch die Glasflächen horizontal und vertikal abschrubben. Führerlos fahren übrigens auch die drei Linien der Metro Dubai, die am 9.9.2009 um 9.09 h abends eingeweiht wurde. Der Verkehr auf den Straßen ist gewaltig. Mitten durch die Stadt ziehen sich bereits zwölfspurige Autobahnen, und doch kommt es irgendwo immer zu einem Stau. Schon bald sollen es deshalb 15 Spuren werden. Solche und noch mehr Bauaktivitäten und Megaprojekte in Planung gibt es vor allem auch im Hinblick auf die Expo, die im Oktober 2020 als erste für die Middle East Region in Dubai stattfinden wird. Darunter ein Speed Train, der in Rekordzeit, man spricht von 20 Minuten, das 140 km entfernte Abu Dhabi erreichen soll.

Ein Besuch im Nachbarstaat lohnt sich

Abu Dhabi auf einer vorgelagerten Insel im Persischen Golf ist das größte und ölreichste der sieben Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) und zugleich deren Hauptstadt. Berühmt ist die gigantische Scheich-Zayid-Moschee (Platz für 41.000 Gläubige), die achtgrößte der Welt. Seit 2017 zieht auch ein modernes Kunstmuseum, der Louvre Abu Dhabi, noch mehr Besucher an. Es ist eine Kooperation mit dem Pariser Musée du Louvre. Für die Namensrechte für 30 Jahre, wissenschaftliche Expertise und diverse zukünftige Wechselausstellungen soll der Wüstenstaat fast eine Milliarde Euro gezahlt haben. Über 580 Millionen Euro kostete bereits das imposante schneeweiße Gebäude, von dem französischen Stararchitekt Jean Nouvel in zehnjähriger Bauzeit erstellt. Besonders faszinierend ist der 180 Meter weite Sternendom, der sich über den Komplex mit Gassen und Kanälen im Stil einer Medina spannt.

In die Dubai Mall zum Staunen und Shoppen

In Dubai entstehen ständig neue Hotels, neue Malls, ältere Shoppingtempel werden regelmäßig modernisiert und erweitert. Doch eine muss man gesehen haben: Die Dubai Mall ist mit 350.000 qm eines der größten Einkaufszentren der Welt. Dort gibt es ein begehbares Aquarium mit Haifischen und Riesenrochen, eine Schlittschuhbahn, einen Wasserfall. Man kommt vorbei an Dinosaurier-Skeletten und Springbrunnen. Doch nicht nur Staunen ist hier gefragt, 1.200 Einzelläden locken mit ausgefallenen Dekorationen die Kunden an. Schließlich sollen die Touristen einkaufen, eine der Haupteinnahmequellen des Wüstenstaates.

Der Vater des modernen Dubai

Manche mögen es Größenwahn oder Protz nennen. Dennoch kann man die ungeheuere Energie, die diese Stadt ausstrahlt, nicht leugnen. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich das unbekannte Wüstenemirat zu einem der bedeutendsten Touristenmagneten der Welt entwickelt. Als Vater des modernen Dubai wird Sheikh Mohammed Bin Rashid al-Maktoum von den Emiratis verehrt. 85 % der Einwohner des Emirats leben in Dubai Stadt. Davon sind allerdings nur ganze 15 % Einheimische, die Mehrheit machen die sogenannten Expats (Expatriates) aus, vorwiegend aus Asien und Indien. Führend unter den westlichen „Gastarbeitern“ sind die Briten. Die Familie der al-Maktoums reicht 200 Jahre zurück, als sie sich abspaltete und am Creek niederließ. Sheikh Mohammed ist Herrscher des Emirats Dubai sowie Vizepräsident, Premierminister und Verteidigungsminister der UAE. Für fast alle bedeutenden Bauten und Projekte wie die aufgeschüttete Insel The Palm Jumeirah und den modernen Stadtteil Internet City lieferte er die Ideen.

Jenseits der glitzernden Superbauten

Doch nicht alles ist futuristisch und himmelsstürmend in Dubai. Es hat auch seine verträumten Ecken. Am Creek liegen wie vor Hunderten von Jahren die schwerbeladenen Dhaus vor Anker. Offene Fährboote und Wassertaxis (Abra) tuckern zwischen Bur Dubai und Deira hin und her. Es gibt traditionelle Souks und zweistöckige Windturmhäuser in den Farben der Wüste. Sie faszinieren mit ihren gewaltigen Holztüren und den kunstvollen Fenstergittern. Und nicht zu vergessen die Wüste. Nur eine Autostunde von der Stadt entfernt hat man Sand soweit das Auge reicht. Klarheit und Stille. Die Ruhe genießen. Das „Dubai Desert Conservation Reserve“ ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet in der Wüste, das vielen Wildtieren als Zufluchtsort dient wie den selten gewordenen Oryx-Antilopen. Besonders authentisch ist der Ausflug in einem Vintage Land Rover der Serie 1, wie er weitgehend in den 50er Jahren genutzt wurde und seitdem Teil der Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate ist. Man lernt die emiratische Kultur kennen von der Falkenjagd bis zur Zubereitung eines arabischen Kaffees. Beim abendlichen Barbeque in dem privaten Wüstenresort der königlichen Familie werden unterm Beduinenzelt tausend Köstlichkeiten aus dem arabischen Raum gereicht. Die Menschen sind von einer Freundlichkeit, die man bei uns leider viel zu selten findet. Beeindruckend ist auch die Rückfahrt durch die nächtliche Wüste mit ihrem faszinierendem Sternenhimmel. Da kommt einem dann das Lichtermeer von Dubai Stadt fast störend vor.

Was Sie vielleicht noch nicht über Dubai wussten

Die Falknerei ist Beduinentradition und arabische Kultur. Ca. 30.000 Euro kostet ein Falke. Da in Dubai jede Art von Jagd verboten ist, müssen die Falkenbesitzer oft in Nachbarländer fliegen. Dabei sitzt der Greifvogel neben seinem Herrchen nicht etwa im Käfig, sondern auf einem eigenen Sitz in der Business oder First Class. Natürlich ist er mit einem Reisepass ausgestattet.
Regen ist in der Wüstenregion eine Rarität, im Jahr fallen nur wenige Zentimeter. Üblich ist deshalb das Wolkenimpfen oder Cloud Seeding. Um die Wolken abregnen zu lassen, werden sie von einem Flugzeug aus mit einer Chemikalie geimpft wie Silberjodid, Potassiumjodid und Trockeneise (Carbon Dioxid). Deshalb kann es manchmal in Dubai lokal regnen und in nur weniger Entfernung trocken sein.
Schönheitswettbewerbe für Frauen kennt man in Dubai nicht, die gibt es nur für Kamele. Kamelrennen sind ein Nationalsport in den Emiraten. Dabei nehmen bis zu 8 Millionen Euro teure Tiere an dem Wettbewerb teil. Während bis vor wenigen Jahren noch kleine Kinder wegen des leichten Gewichts auf deren Rücken saßen und es öfters Unfälle gab, werden heute nur noch Roboter eingesetzt. Für die wertvollen Tiere gibt es ein eigenes Kamel-Hospital mit Pool und allen Annehmlichkeiten.
Arabischer Kaffee ist keine schnelle Nummer. Er muss 45 Minuten gekocht werden, wird dann mit Kardamom und teurem Safran aus dem Iran gewürzt. Sag‘s mit Kaffee: Schenkt der Gastgeber die Tasse halb voll, heißt das, dass er Zeit hat. Schenkt er sie beim ersten Mal gleich voll, will er damit höflich ausdrücken, dass man doch bitte austrinken und wieder gehen soll. Will ein Gast Kaffee nachgeschenkt haben, hält er seinem Gastgeber die Tasse mit ausgestrecktem Arm hin. Schüttelt er dagegen die Tasse, heißt das: genug Kaffee.
Die Gazelle ist im arabischen Raum das Symbol für Schönheit – wegen ihrer Eleganz, der schlanken Statur und den großen, ausdrucksvollen Augen. Araber vergleichen, was ihnen besonders teuer ist und am Herzens liegt mit einer Gazelle (ghazal). Eine schöne Frau wird mit den Vorzügen einer Gazelle blumenreich beschrieben. Arabische Märchen beginnen oft so: Ein Mann hatte zwei Söhne von hübschem Wuchse und vollkommener Schönheit, so daß sie mit dem Monde oder einer Gazelle verglichen werden konnten.
Qibla bedeutet arabisch Gebetsrichtung. Blickt man an die Decke in Hotelzimmern oder öffentlichen Gebäuden, entdeckt man häufig einen Pfeil mit dieser Aufschrift. Er weist in Richtung der Stadt Mekka (Saudi Arabien). Dorthin richten die Muslime ihr Gebet.
Das Drei-Finger-Zeichen, mit dem man sich in Dubai begrüßt, hat Scheich Mohammed 2013 eingeführt. Es ist eine  Erweiterung des Victory Handzeichens. Der ausgestreckte Daumen, Zeige- und Mittelfinger bedeuten: win, victory and love (Sieg, Triumph, Liebe).
Glück, Zufriedenheit und ein gutes Leben sind für Dubais Einwohner von größter Bedeutung. Deshalb gibt es Happiness sogar als Schulfach, und in der City von Dubai findet sich eine „Street of Happiness“. Sehr verbreitet ist es auch, sich einen Lifecoach zu nehmen, um dem Ziel des Glücklichseins näher zu kommen.

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