Ein Wander-Wochenende in Bad Gastein


Das verzauberte Dorf am Wasserfall

Bad Gastein, das ist für mich pure Kindheitserinnerung. Dort habe ich mit drei Jahren Skifahren gelernt und noch einige Winter darauf die Pisten unsicher gemacht. Dass ich dort 30 Jahre später im Sommer den Wanderurlaub meines Lebens verbringen würde, hätte ich niemals gedacht. Berge im Sommer waren nie so meins. Doch dann erzählte mir eine Freundin von dem kleinen Boutique Hotel Miramonte mit seinem Aveda-Spa und den für die Region einzigartigen Thermalquellen. Und schwupps verschlägt es mich für einen verlängerten Wochenendtrip in das Dorf am Wasserfall. Die Belle Époque Häuser sind teilweise bis zu zehn Etagen hoch ins enge Tal gebaut. Bad Gastein wird daher auch das Wolkenkratzerdorf genannt. Es erinnert ein wenig an die Kulisse des Films Grand Budapest Hotel.  Manche behaupten sogar, der Film wurde von dort inspiriert.

Von Künstlern favorisiert

Seit jeher hat Bad Gastein Künstler, Schriftsteller und Kreative angelockt, die sich dort zum Arbeiten und inspirieren lassen angesiedelt haben. Thomas Mann, Schopenhauer oder Gustav Klimt. Heute sind es junge Künstler, die sich angelockt durch das Projekt #artistinresidence  dafür entscheiden, eine Weile in dem mystischen Ort zu bleiben. Mit der Kunstresidenz möchte Bad Gastein der Künstlerseele Raum für Inspiration und Kraft für intensives Schaffen geben. Während des Sommers arbeiten Künstler aus dem In- und Ausland im historischen Wasserkraftwerk von Bad Gastein.

Therapie im Heilstollen

Auch Kranke zieht das Dorf in den Alpen magisch an. Es ist das Radon,, das nicht nur auf wundersame Weise die Kreativität fließen lässt, sondern, dem man auch eine überirdische Heilkraft und Wirkung zusagt. Der Heilstollen und die Thermalquellen locken Jahr für Jahr Hunderte Heilssuchende nach Bad Gastein. Der Erfolg der Radon-Therapie ist sogar medizinisch und wissenschaftlich nachgewiesen. Daher übernehmen deutsche Krankenkassen die Kosten für eine Therapie im Heilstollen von Bad Gastein. Er soll chronische Krankheiten des Bewegungsapparates und der Atemwege sowie Rheuma oder Asthma lindern.

Die Unterkunft und der Hüttenzauber

Ich hingegen bin einfach nur zur Erholung in Bad Gastein. Im Hotel Miramonte und dem dazugehörigen Familienhotel Haus Hirth erlebe ich ein wunderschönes Wochenende mit köstlichem Frühstück und Dinner. Ich treffe auf eine nette Truppe junger Leute, zwei davon Instagramer und Reiseblogger. Wir verabreden uns zu einer Wanderung auf die Bellevue Alm, wo es einen groß angelegten Naturpool gibt. Bei 30 Grad und nach 1.5 Stunden steilen Aufstiegs eine willkommene Abkühlung. Am zweiten Tag macht unsere lustig zusammengewürfelte Reisetruppe sich auf den Aufstieg zur Poserhöhe, wo es angeblich den besten Kaiserschmarrn der Region gibt. Christl heißt die Hüttenwirtin. Erschöpft oben angekommen lässt sie uns sogar in ihre urige Küche schauen, um das süße Wunderwerk zu betrachten. Kurze Zeit später finden wir uns in Liegestühlen und mit einer eiskalten Apfelschorle in der Hand auf der Wiese wieder. Im Panorama steht klischeehaft eine Kuh im Weg, und wir genießen das süße Nichtstun – und natürlich den unfassbar leckeren Kaiserschmarrn.

Das Aveda-Spa

Nach den anstrengenden Wanderungen entscheide ich mich für eine Runde Yoga und eine Massage im dazugehörigen Aveda-Spa. Das Yoga ist anspruchsvoll, aber gerade noch machbar mit meinen müden Knochen. Dafür ist die Massage einfach nur göttlich. Da ich ohnehin ein großer Aveda-Fan bin und die Düfte der ätherischen Öle mich beruhigen und entspannen, ist es für mich glasklar, mir das ab sofort jeden Abend zu gönnen. Die Preise sind absolut in Ordnung und die Entspannung unbezahlbar. Besonders ein halbstündiges Bad im radonhaltigen Thermalwasser weckt meine Neugierde. Die Geschichten der anderen Gäste und Ortsansässigen haben mich animiert, die Wirkung des heilenden Wassers am eigenen Leibe spüren zu wollen. Mein Urteil: Erst einmal scheint es nichts anderes zu sein als eine gut gefüllte Badewanne mit circa 38 Grad warmen Wasser. Nach 30 Minuten steige ich entspannt wieder aus. Tatsächlich lässt die Wirkung an diesem Abend nicht lange auf sich warten: So kaputt und müde war ich noch nie. Ich schlafe seit langem das erste Mal traumlos, tief und fest bis zum nächsten Tag durch.

Warum ich wieder komme

Meinen letzten Abend verbringe ich unter dem Sternenhimmel von Bad Gastein. Es ist eine milde Nacht in der Tausende von Sternschnuppen angekündigt sind. Wir machen uns mit einer Truppe Erlebnishungriger auf den Weg zu einem abgelegenen Parkplatz mit Sternwarte. Dort legen wir uns auf einen riesigen, mit dicken Planen abgedeckten Stapel und starren in die klare Nacht. Und siehe da, jeder von uns entdeckt in dieser Nacht mindestens eine Sternschnuppe, die vom Himmel fällt. Und wir sind uns alle einig, der Wunsch kann eigentlich nur einer sein: Eines Tages noch einmal in diesen sagenumwobenen und verzauberten Ort am Wasserfall zurückzukehren, ein bisschen Radonluft zu schnuppern, gutes Essen zu genießen und einfach nur die Seele baumeln zu lassen.

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