Das sonnige Power-Kraut: der Sanddorn

Wildkräuter sind zur Zeit nur sehr spärlich zu finden. Oft verstecken sie sich noch unter dem Schnee. Deshalb hat Oecotrophologin und Pflanzen-Expertin Sabine Häberlein für diesen Monat den Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ausgesucht, der schon allein durch ihre Farbe Sonne in den Tag bringt. Aber nicht nur das, er ist besonders in dieser Jahreszeit geradezu unentbehrlich, da sie unser Immunsystem stärkt.

Starkes Immunsystem dank der Früchte des Sanddornstrauchs

Dafür verantwortlich sind die hohen Gehalte an den Vitaminen C und E. Sanddornbeeren enthalten je nach Höhenlage zwischen 200 mg und 1000 mg Vitamin C pro 100 g Früchte. Der Tagesbedarf für erwachsene Frauen liegt bei 95 mg Vitamin C. Männer brauchen davon 110 mg pro Tag. 100 g Früchte decken zudem den Tagesbedarf von Vitamin E.

Geballte Heilwirkung

Außerdem sind die orangefarbenen Beeren reich an B-Vitaminen und fördern dadurch die Konzentration. Die Gehalte an Provitamin A und an Flavanoiden sind ebenfalls durchaus respektabel. Sie verringern das Risiko für bestimmte Herz- und Gefäßkrankheiten, wirken entzündungshemmend und schützen die Zellen. Das Öl, das aus den Kernen hergestellt wird, wirkt wundheilend. Es schützt die Haut vor der Sonne und hilft bei Sonnenbrand. Kernöl hat zudem einen Anti-Aging-Effekt auf die Haut.

Kulinarische Köstlichkeiten

Die rohen Beeren sind extrem sauer. Beim Einkochen vertragen sie durchaus etwas Süße. Du kannst sie zu Saft, Fruchtaufstrich, Gelee, Likör oder Desserts verarbeiten. Gut schmecken sie auch im Müsli sowie in Kuchen oder Torten. Der Geschmack des Sanddorns passt zu Gemüse-, Tofu- und Fleischgerichten. Aus frischen oder getrockneten Sanddornbeeren lässt sich ein wohlschmeckender Tee aufbrühen.

Allerdings hat der Sanddorn einen Nachteil: Die Ernte ist nicht ganz ohne. Lange spitze Dornen verteidigen die Früchte und verletzen mitunter alle, die an die orangefarbenen Beeren möchten. Da mache ich es mir lieber einfach und kaufe entweder getrocknete Beeren oder noch lieber einen ungesüßten Ursaft im Reformhaus. Dieser Vollfruchtsaft zeichnet sich dadurch aus, dass die ganzen Früchte vermahlen werden und du somit von dem gesamten Inhaltsstoff-Spektrum profitierst

Rezept: Heißer Sanddorndrink

Gib 1 Esslöffel ungesüßten Sanddorn-Vollfruchtsaft in ein Glas und verrühre ihn mit heißem Wasser (60 °C). Wenn dir der Geschmack zu sauer ist, süße den Drink mit 1/2 bis 1 Teelöffel Honig. Gut zu wissen: Mit diesem Getränk hast du fast ein Drittel deines Tagesbedarfs an Vitamin C gedeckt.

Noch etwas Historisches: Sanddorn im Mittelalter

Bereits im Mittelalter war die Heilwirkung des Sanddorn bei der Bevölkerung beliebt. Damals ging allerdings auch die Angst vor den Hexen um. Um sich vor ihnen zu schützen, schnitten die Furchtsamen in der Karfreitagsnacht die dornigen Zweige und befestigten sie an Stall und Haus. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei und wir können uns auf den Einsatz in der Küche und als Hausmittel beschränken!

Fotos: Pflanze by Philipp Deus on Unsplash, Saft by silviarita on Pixabay

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Sanddorn

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