Jeden Tag einen Apfel essen. Wie gesund ist das wirklich?
Jeder kennt das Sprichwort „One apple a day keeps the doctor away“. Doch stimmt es wirklich, dass man nur mit einem Apfel pro Tag so gesund bleibt, dass man keinen Arzt mehr braucht?
Der Apfel als Superfood? Die bekannte englische Redewendung „One apple a day keeps the doctor away“ tauchte das erste Mal im Jahr 1866 in einer walisischen Zeitschrift auf. Wie immer es zur dieser Behauptung kann, weiß man nicht. Die Botschaft lautete jedenfalls, dass der Verzehr eines Apfels am Tag dazu führt, dass der Doktor bald keine Patienten mehr zu behandeln hätte. Denn schon damals galt die runde Frucht aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als extrem gesundheitsfördernd.
Schon lange zuvor wurde der Apfel in alten babylonischen Schriften als Heilpflanze gepriesen, und auch in der mittelalterlichen Medizin fand sie Anwendung. Doch erst im 20. Jahrhundert wurde die Wirkung der Frucht wissenschaftlich untersucht. Beispielsweise hat das Max Rubner-Institut in Karlsruhe in einer umfangreichen Forschungsarbeit herausgefunden, dass der Verzehr von Äpfeln oder naturtrübem Apfelsaft dazu beiträgt, Genschäden an den weißen Blutkörperchen deutlich zu reduzieren. Das könnte ein wertvoller Hinweis auf ein krebsvorbeugendes Potenzial gewertet werden.
Dabei sind Äpfel nicht nur gesund, sondern schmecken auch gut. Kein Wunder also, dass sie in Deutschland heutzutage das beliebteste Obst sind. Knapp 26 Kilo werden jährlich pro Person konsumiert. Im bundesweiten Anbau sind etwa 30 Apfelsorten von Bedeutung. Favorit ist der saftig-fruchtige Elstar, gefolgt vom süß-säuerlichen Braeburn und dem leicht säuerlichen Jonagold.
Das steckt in einem Apfel
Tatsächlich ist die Frucht eine wahr Nährstoffbombe. Sie enthält wichtige Vitamine (insbesondere Vitamin C), Mineralstoffe (wie Kalium) und Antioxidantien, die Zellen vor Schäden schützen. Der lösliche Ballaststoff Pektin, der sich hauptsächlich unter der Schale befindet, bindet Cholesterin, fördert ein gesundes Darm-Mikrobiom und wirkt sättigend. Aufgrund der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe können Äpfel entzündungshemmend wirken, was sich z.B. bei Rheuma positiv auswirken kann.
Epidemiologische Studien haben den Verzehr von Äpfeln außerdem mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Diabetes in Verbindung gebracht. Trotzdem gilt: Ein Apfel am Tag reicht alleine nicht aus, um gesund und fit zu bleiben. Man sollte generell auf einen ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung achtem und sich regelmäßig ausreichend bewegen.
Mit oder ohne Schale?
Wer übrigens das meiste Gesundheitspotential aus der Frucht herausholen möchte, der sollte auf das Schälen verzichten. Denn unter der „Haut“ steckt ein Großteil der gesunden Inhaltsstoffe wie Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Nach gründlichem Abwaschen mit warmem Wasser und anschließend gründlichem Abreiben mit einem Tuch kann der Apfel bedenkenlos verzehrt werden. Mögliche Rückstände aus der Umwelt lassen sich auf diese Weise gut beseitigen. Ganze Äpfel sind außerdem gesünder als der Saft, da dieser viel Zucker enthält, ihm aber wertvolle Ballaststoffe fehlen.
Auch bei den Sorten gibt es Unterschiede. Die „alten“ wie Boskoop, Cox Orange, Alkmene, Eifeler Rambur oder Goldparmäne enthalten bis zu dreimal mehr gesundheitsfördernde Polyphenole und sind besser für Allergiker geeignet als moderne Süßsorten. Diese älteren Sorten bekommt man meist nicht im Supermarkt, sondern muss sie direkt beim Erzeugerhof oder auf Märkten kaufen.
Je mehr Polyphenole in der Frucht, desto verträglicher ist sie, weil sie sich mit den allergieauslösenden Proteinen verbinden. In der Natur schützen Polyphenole das Obst vor Schimmel- und Pilzbefall, indem sie freie Sauerstoffradikale abfangen und unschädlich machen. Neue Apfelsorten enthalten weniger von diesen sekundären Pflanzenstoffen, da diese „herausgezüchtet“ wurden, um süßere Geschmacksnoten zu erzeugen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass bestimmte Apfelsorten „allergenarm“ oder gar „allergenfrei“ sind.
Wie äußert sich eine Apfelallergie?
Die Apfelallergie gehört in Deutschland zu den am weitesten verbreiteten Allergien auf Obst. Sie ist nicht nur unangenehm, sondern kann sogar gefährlich werden. Meist sind Menschen davon betroffen, die auch auf Pollen allergisch reagieren. Man spricht dann von einer Kreuzallergie. Laut Allergie- und Asthmabund leiden in Deutschland vier Millionen Menschen darunter. Wenn nach einem Biß in den Apfel die Zunge zu kribbeln beginnt, der Hals juckt und die Nase läuft, kann das auf eine Allergie hindeuten.
Zu den wichtigsten Symptomen zählen:
- Schwellung der Mund- und Rachenschleimhaut
- Juckreiz in Mund- und Rachenraum
- Hautausschläge mit Rötung
- Quaddelbildung auf der Haut
- Übelkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Atemprobleme
Hat man den Verdacht, dass man auf rohe Äpfel allergisch reagiert, kann man den sogenannten „Lippentest“ machen: Aus dem ungeschälten Apfel ein kleines Stück herausschneiden und an die Lippen halten. Dann abwarten, ob das Immunsystem allergisch reagiert. Sobald die Lippe beginnt, leicht anzuschwellen oder man ein Brennen verspürt, sollte der Apfel auf keinen Fall gegessen werden. Gekocht oder gebacken können Äpfel allerdings auch von Menschen mit einer Apfelallergie gegessen werden.
Übrigens direkt nach dem Verzehr von Äpfeln die Zähne zu putzen, tut sich keinen Gefallen. Denn die Säure im Obst löst den Zahnschmelz ein wenig und dieser würde dann durch die Bürste weggebürstet werden.
Äpfel richtig lagern
Damit Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe erhalten bleiben, ist es wichtig, Äpfel kühl und dunkel zu lagern. Bei Zimmertemperatur sinkt der Vitamin-C-Gehalt beispielsweise innerhalb einer Woche um 50 Prozent. Für die richtige Aufbewahrung empfiehlt sich ein gut durchlüfteter und möglichst dunkler Ort, der über hohe Luftfeuchtigkeit verfügt. Da Äpfel druckempfindlich sind, sollten sie möglichst nicht übereinander gestapelt werden. Ideal sind Apfelstiegen. In keinem Fall sollte man die Früchte mit anderen Obstsorten lagern, denn das in Äpfeln enthaltene Reifegas Ethylen kann die Reifung von anderem Obst und Gemüse beschleunigen.

CultureAndCream-Autorin aus München
Beruflich als Beauty-Journalistin zu reisen, war mir nicht genug. Sechs Monate Weltreise haben auch nicht gereicht. Immer wieder zieht es mich in andere Städte, fremde Länder, zu Roadtrips und an Locations, die man kennenlernen sollte. Mich interessieren nicht nur „culture“ und „cream“, sondern auch Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. Auf solche Reisen möchte ich euch mitnehmen.


