Garten: Mein grüner Daumen

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Ich liebe Gartenarbeit. Sie hat für mich etwas Meditatives. Ich liebe Blühendes und grün Wucherndes. Ich schaue mir gerne Gartenanlagen an. Mein Sehnsuchtsort, wenn es um Gartenkultur geht, ist die Königliche Gartenakademie in Berlin-Dahlem. Ich liebe Garten-Center, und vor allem schöne, echte Terracotta-Töpfe ziehen mich magisch an. Daran kann ich noch weniger vorbeigehen als an einem hippen Bootie oder einer coolen Handtasche – auch eine meiner Leidenschaften.

Ciao, Italia

Normalerweise bestelle ich um diese Jahreszeit meinen Garten in Italien, mache alles schön und erfreue mich nach getaner Arbeit daran auf der Terrasse mit einem Glas Aperol Spritz in der Hand. Leider hat mir Corona auch dieses Jahr wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht – das nehme ich dem Virus persönlich besonders übel.

Terrasse statt Garten

Als Ersatz habe ich mich deshalb bei den ersten wärmeren Temperaturen über meine Terrasse zu Hause am Ammersee hergemacht. Nicht so viel Platz mich auszutoben wie auf unserem italienischen Terrain. Die meisten Pflanzen müssen sich hier mit Töpfen begnügen. Aber einige davon wie Ginkgo, Pomeranze und Buchs sind aus ihren bisherigen Gefäßen herausgewachsen und brauchen ein größeres Zuhause. Die Kaffir Limette, die ich letztes Jahr gekauft habe, will sich nicht so recht entwickeln, obwohl ihre wenig Blätter bereits den angenehmen zitrischen Duft verströmen. Aber verschiedene Dünger für die unterschiedlichen Pflanzen stehen schon bereit. Ebenso 80 Liter Erde, einige größere Töpfe habe ich noch auf Vorrat.

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Online statt local

Auch dieses Jahr muss ich wieder viel improvisieren, weil die Gärtnereien schon wieder mal geschlossen haben in unserem Landkreis. In der Nachbar-Region sind sie zwar offen, aber man braucht einen dokumentieren Corona-Test. Das ist mir ein zu großer Aufwand für ein bisschen Grün und ein paar Töpfe. Echt schade, denn „Support your local dealer“ ist jetzt für mich auch nicht mehr möglich. Keine kluge Entscheidung unserer Regierenden, finde ich. Denn nun wird alles, sogar die Weinstöcke, eben online geordert. Die Pflanz-Saison richtet sich halt nicht nach Corona. Mir tun nur die kleinen Gärtnereien leid, wenn ihre Aufzucht umsonst gewesen sein sollte.

Gärtnerin aus Liebe

Während ich also zum Um- und Eintopfen der Pflanzen mit blossen Hände Erde, ich mag ihre Kühle und Reinheit, in die Gefäße fülle, höre ich über meine EarPods Musik. Diesmal habe ich mich passend zu meinen Thema für “La finta giardiniera” (deutsch: Gärtnerin aus Liebe) entschieden. In der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart geht es um eine Marchesa, die sich als Gärtnerin verkleidet hat. Passt irgendwie. Meine Liebe und Aufmerksamkeit gehört momentan allerdings nicht dem Grafen Belfiore, was auf deutsch „schöne Blume“ heißt, sondern meinem Grünzeug im Topf. Die drei großen Oleander wollen aus ihrem Winterquartier geholt werden.

Schnipp, schnapp

Wieder im Freien folgt der Schnitt der Spitzen. Ein Zurückschneiden im Herbst wäre besser gewesen, nun muss ich vorsichtiger ans Werk gehen. Lange Triebe schneide ich bis zum nächsten Trieb zurück, aber nicht alle. An den Spitzen sitzen nämlich bereits die Knospen, die sich ja schließlich zu Blüten entwickeln sollen. Dabei fällt mir immer meine Schwester ein, die einmal, um mir Arbeit abzunehmen, alle Oleander zurückgeschnitten hatte. Aber so, dass die Pflanzen derart beleidigt waren, dass sie fast zwei Jahre nicht geblüht hatten. Mit einer Spezialschere versuche ich die herausgewachsenen Buchsbäume wieder in ihre runde Form zu bringen. Kommt mir fast vor, wie wenn ich meinem Mann die Haare schneide. Nur der hat Locken, die alles verzeihen. Der Buchs eher nicht. Aber irgendwann ist er annähernd rund und ich gebe mich zufrieden, bevor ich ihn zu sehr rasiere.

Unkraut essen?

Dann sind die Frühblüher im Beet an der Reihe – Tulpen, Primel, Schlüsselblumen. Der Flieder setzt auch schon violette Spitzen an. Ich erfreue mich daran. Weniger gefällt mir der Giersch. Er wuchert lästig und lässt sich wegen seiner unterirdischen Triebe nur schwer bekämpfen. Ich muss ihn richtig aus der Erde harken. Meine Ökotrophologen-Schwester behauptet zwar immer, ich solle mich nicht über den Doldenblütler ärgern, sondern ihn lieber essen in Pesto, Suppe oder als Limo verarbeiten. Das Wildgemüse soll nach einer Mischung aus Karotte und Petersilie schmecken. Vielleicht sollte ich es wirklich mal probieren? Ein andermal. Fürs erste bin ich froh, wenn die Beete wieder schön sauber und gierschfrei sind. Meine Oper in drei Akten ist auch mit einem Happy End aller beteiligten ausgeklungen – und ich habe mir einen Aperol Spritz auf der Terrasse verdient. Vorher noch Hände schrubben. Oh je, der Nagellack. Der neue Anstrich muss allerdings bis morgen warten.

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