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Monkey-Branching: Was ist das denn?

Ein neuer Begriff aus der Dating- und Beziehungswelt macht im Internet die Runde. Monkey-Branching klingt niedlich, ist aber eigentlich fies. Es bedeutet, dass sich jemand noch in einer festen Beziehung befindet, sich aber parallel bereits einen anderen Partner/Partnerin sucht.

Monkey-Branching. Das Bild, das man dabei im Kopf hat, sagt eigentlich schon alles: Ein Affe, der sich von Ast zu Ast bzw. von Liane zu Liane schwingt, ohne die vorherige loszulassen. Er lässt die eine erst los, wenn er die nächste schon in der Hand hat. Genau das ist das Prinzip beim Monkey-Branching. Jemand steckt noch in einer Beziehung, baut sich aber parallel schon etwas Neues auf. So wie der Affe nicht vom Baum fallen will, schafft sich die betroffene Person ein Sicherheitsnetz, sozusagen ein Back-up, um nahtlos von einer Beziehung in die nächste zu wechseln.

Wie kommt es zum Monkey-Branching

Meist ist es ein schleichender Prozess. Es zeichnet sich ab, dass eine Beziehung langsam zerbricht. Einer der beiden Partner hat schon genau im Kopf, dass er diese in näherer Zukunft beenden will. Aber er scheut offene Worte und den harten Cut, baut sich lieber im Hintergrund eine neue Beziehung auf. Kommt es dann tatsächlich zur Trennung in der Partnerschaft, hat sich der Betroffene emotional schon so weit entfernt, dass er nicht wirklich mehr Schmerz dabei empfindet. Er hat schließlich bereits sein Back-up am Start. Nur für den verlassenen Partner ist das Ganze oft ein Schock. Er wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Um bei der Affen-Metapher zu bleiben: Er ist die Liane, die aus dem Nichts losgelassen wird.

Egoistisch, opportunistisch, manipulativ

Wie kommt es zu diesem Verhalten? Häufig spricht man von einer narzisstischen Dynamik, die davon geprägt ist, die Kontrolle zu behalten und das eigene Ego zu sichern mit Hilfe der „Liane“, also einer Sicherheitsleine. Diese soll verhindern, dass der Betroffene der Unsicherheit oder Verletzlichkeit des möglichen Alleinseins aussetzt ist. Denn die neue Partnerschaft wartet ja bereits im Hintergrund. Oder es sind sogar mehrere Optionen da, die gleichzeitig warmgehalten werden. Die Bedürfnisse des Partners aus der bestehenden Beziehungen und der erfolgte Vertrauensbruch durch das heimliche Aufbauen neuer Partnerschaften werden negiert. Was ausschließlich zählt, ist, das eigene Sicherheits- und Bestätigungsbedürfnis zu befriedigen.

Anzeichen für Monkey-Branching

Man spürt eigentlich schon länger, dass in der Beziehung etwas nicht stimmt. Und doch traut man sich nicht, es klar auszusprechen und den Partner*in mit seinen Vermutungen zu konfrontieren. Vielleicht liegt man ja doch falsch und man könnte den anderen zu Unrecht beschuldigen. Deshalb: Hier sind ein paar Warnsignale, die auf Monkey-Branching des Partners*in hinweisen können.


  • Zu viele Geheimnisse: Das Handy wird plötzlich vor einem versteckt, und Nachrichten aus dem Chat werden gelöscht. Um getätigte Social-Media-Aktivitäten wird ein Geheimnis gemacht, und der Partner*in bleibt außen vor. Neue beste Freunde: Plötzlich tauchen Personen auf, die der Partnerin nicht kennenlernen darf. Dabei nehmen sie bereits eine so wichtige Position ein, dass sie in fast alle emotionalen Themen einbezogen werden.
  • Fehlende Kommunikation: Es finden immer weniger gemeinsame Gespräche statt. Die emotionale Distanz wächst ebenso wie die Abwesenheit im Alltag. Zu viel Arbeit. Dienstreisen. Mädels-/Männer-Abende.
  • Ablehnung von Zukunftsplanung: Wenn es um gemeinsame Pläne und um die Zukunft geht, werden diese eher vage behandelt oder ganz abgelehnt. Sie sind nicht mehr interessant, weil innerlich bereits der Neustart vorbereitet wird.
  • Konflikt-Vermeidung: Gespräche über Probleme werden vermieden, während im Hintergrund emotionale Nähe zu jemand anderem entsteht.
  • Äußere Veränderungen: Es wird plötzlich vermehrt auf das Styling geachtet oder gar verändert. Neue Hobbys und Routinen nehmen vermehrt Raum ein. Oft steckt die „neue Option“ dahinter.

Was können Betroffene tun?

Wer hinter dem Verhalten seines Partners*in Monkey-Branching vermutet, sollte unbedingt offene Worte finden und mit dem anderen reden. Es geht darum, ehrlich auszusprechen, wie man sich fühlt – ohne sich dabei in Vorwürfen zu verlieren. Fühlt man sich ständig unsicher oder sogar bereits ersetzt, ist das ein Warnsignal, das man nicht verdrängen sollte. Dann ist es an der Zeit ein Resümee zu ziehen, ob man diese Art von Beziehung noch weiterführen will.

Um Abstand zu gewinnen oder die Situation mit anderen Augen zu sehen, kann es hilfreich sein, sich Freundeninnen anzuvertrauen oder eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Denn in so einer Situation ist es in erster Linie wichtig, sich selbst zu schützen und Entscheidungen für das eigene Wohlbefinden zu treffen. Egal ob das bedeutet, an der Beziehung festzuhalten oder sie loszulassen.

Beziehungsprobleme, Monkey-Branching

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