Immer härtere Zeiten für Pollen-Allergiker
Die Pollen-Saison 2026 ist bereits in vollem Gange. Laut dem Pollenflug-Kalender müssen sich Heuschnupfen-Geplagte auch in Zukunft auf eine immer intensive und längere Saison einstellen.
Dass der Pollen-Flug kaum eine Jahreszeit mehr auslässt, zeigen die Daten. Die Saison ist längst kein reines „Frühjahrsproblem“ mehr. Die Phase, in der die Natur Milliarden von diesen winzigen Partikeln in die Luft pustet, reicht meist von März bis Oktober. In diesem Jahr waren die Pollen besonders früh unterwegs, es begann bereits Anfang Februar.
Die Pollen-Allergie (Heuschnupfen, allergische Rhinitis, saisonale Rhinitis), deren Veranlagung oft erblich ist, ist eine Reaktion auf eine oder mehrere Pflanzenarten. Es handelt sich um eine Reaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Proteine, die in den Pollen enthalten sind. Das Einatmen oder der direkte Kontakt führt bei Allergikerinnen und Allergikern zur Freisetzung von Histamin und anderen Stoffen, die für das Auftreten der typischen Symptome verantwortlich sind.
Da unterschiedliche Pflanzen unterschiedliche Pollen mit unterschiedlichen Eiweissen besitzen, reagiert nicht jeder Mensch auf dieselben Pollen gleich stark. Mögliche Symptome einer allergischen Reaktion sind Niesattacken, laufende oder verstopfte Nase, gereizte Augen, Kribbeln im Rachen, in der Nase oder in den Ohren. Auf welche Arten genau man allergisch reagiert, kann der Arzt durch Tests herausfinden.
Klimaerwärmung verlängert den Pollen-Flug
„Die Pollenbelastung ist aktuell wirklich sehr hoch“, bestätigt Prof. Dr. Karin Hartmann, stellvertretende Chefärztin Dermatologie und Leiterin der allergologischen Poliklinik der Uni Basel. Die Winter werden wärmer, dadurch verlängert sich die Pollensaison.“ Für Allergiker bedeutet das immer längere Phasen mit diesen unangenehmen Symptomen.
Hasel, Erle und Birken läuten die Allergie-Saison ein. In der Regel sind diese Frühblüher im März und April besonders aktiv, aber eben auch schon früher wie in diesem Jahr. Wobei die Birke ab Ende Ende März und im April verstärkt aktiv ist. Sie gilt als einer der aggressivsten Lieferanten und führt bei vielen Menschen zu besonders heftigen Symptomen. Mai bis Juli ist die Hochsaison für Gräser – die intensivste Phase für viele Betroffene. Gräserpollen sind weit verbreitet und bleiben über die gesamte Frühsommerzeit aktiv.
Juni bis August ergibt sich eine zusätzliche Belastung durch Beifuß. Dieses Kraut ist ein bekannter Verursacher von allergischen Reaktionen während der heißesten Phase des Jahres. Von August bis Oktober verlängert Ambrosia die beschwerliche Saison. Zum Ende des Sommers und im frühen Herbst bildet die Ambrosia den Abschluß. Diese hochinvasive Pflanze (auch bekannt als Beifußblättriges Traubenkraut oder Ragweed) aus der Familie der Korbblütler kann die Heuschnupfenzeit für Betroffene sogar bis weit in den Oktober hinein verlängern. Somit zieht sich die Belastung für Allergiker mittlerweile fast über das gesamte Jahr hinweg.
Sofortmaßnahmen auf die Schnelle
Antihistaminika sind Medikamente in Form von Tabletten, Augentropfen oder Nasensprays, die die Wirkung des Histamins blockieren.. Kortisonhaltige Nasensprays wirken besonders stark entzündungshemmend. Die wichtigsten Wirkstoffgruppen sind Antihistaminika, Kortikosteroide (Kortisonpräparate), Leukotrienantagonisten und Mastzellstabilisatoren.
Um die Belastung zumindest in den eigenen vier Wänden gering zu halten, lassen Sie die Fenster geschlossen, wenn die Pollen-Konzentration hoch ist. In der Stadt am besten am Morgen kurz lüften, auf dem Land eher abends. Lange Regenfälle nutzen, um gründlicher zu lüften oder enstsprechende Schutzgitter an den Fenstern anbringen. Wäsche nicht an der Luft trocknen lassen.
Im Freien eine Sonnenbrille und eventuell eine Schutz-Maske tragen. Im Auto hilft ein Pollenfilter. Verzichten Sie bei Kreuzreaktionen auf unverträgliche Lebensmittel. Auch Tabakrauch (aktives oder passives Rauchen) möglichst vermeiden, da die ständige Reizung der Atemwege durch Rauch die Empfindlichkeit der Schleimhäute zusätzlich noch erhöht.
Es empfiehlt sich, vor dem Schlafengehen die Haare zu Waschen, um nicht auch noch nachts Pollen einzuatmen. Die Nase mit Meerwasserspray oder physiologischer Kochsalzlösung ausspülen. Das Auskleiden am Abend sollte am besten ausserhalb des Schlafzimmers stattfinden, und auch die getragene Straßenkleidung nicht in dem Raum aufbewahren, in dem man schläft. Auch hilfreich: Stellen Sie im Schlafzimmer einen guten Luftreiniger auf.
Langfristige Konzepte
Die Hyposensibilisierung (Allergen-Immuntherapie oder Desensibilisierung) beim Arzt/in ist so eine langfristige Behandlung. Allerdings erfordert sie Geduld, denn diese spezifische Immuntherapie erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren. In diesem Zeitraum wird der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt, um die überschießende Reaktion abzustellen. Die Hyposensibilisierung bei Allergien gilt als hocheffizient. Doch sie wirkt nicht bei allen für immer und auch nicht bei jeder Art von Allergie.
Der Allergologe/in hat zwei Möglichkeiten, das Allergen zu verabreichen:
> SCIT (Spritze) wird vom Arzt/in in den Oberarm gespritzt. Anfangs wöchentlich, später in Erhaltungsabständen von 4–6 Wochen.
> SLIT (Tabletten/Tropfen) wird täglich in Form von schnelllöslichen Tabletten oder Tropfen unter die Zunge (sublingual) gegeben und kann bequem zu Hause durchgeführt werden.
Die Kosten für eine Hyposensibilisierung belaufen sich auf ca. 1.000 bis 2.000 Euro. Bei medizinischer Notwendigkeit wird sie sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenkassen übernommen. Es ist bis heute die einzig mögliche kausale Behandlung einer Pollenallergie. Bestimmte Formen der Komplementär-Medizin können die Symptome ebenfalls erfolgreich lindern. In jedem Fall wird eine ärztliche Beratung empfohlen, um die für jede Situation am besten geeigneten Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.
Weitere Informationen und den vollständigen Pollenflugkalender 2026 finden Sie bei Allergiecheck . Es ist ein führendes Informationsportal, das sich auf die Aufklärung und Unterstützung von Menschen mit Allergien spezialisiert hat. Mit fundierten Daten und dem jährlichen Infokalender hilft die Plattform Betroffenen, ihre Symptome besser zu verstehen und den Alltag trotz Allergien lebenswert zu gestalten.
Den wöchentlichen Pollenflug kann man auch bei der Stiftung Deutsche Polleninformationsdienst (PID) in Erfahrung bringen. Seit mehr als 40 Jahren liefert dieser Dienst wichtige Informationen rund um Pollenflug und Pollenallergie in Deutschland. Die Informationen basieren auf fundierter wissenschaftlicher Arbeit und den Pollenflugdaten von mehr als 30 Messstationen eines deutschlandweiten Messnetzes.

CultureAndCream-Autorin aus München
Beruflich als Beauty-Journalistin zu reisen, war mir nicht genug. Sechs Monate Weltreise haben auch nicht gereicht. Immer wieder zieht es mich in andere Städte, fremde Länder, zu Roadtrips und an Locations, die man kennenlernen sollte. Mich interessieren nicht nur „culture“ und „cream“, sondern auch Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. Auf solche Reisen möchte ich euch mitnehmen.





MaxHolloway
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