Rentner-Beige? Nicht für mich!
Woher kommt es, dass uns Frauen mit 60+ gerne Nicht-Farben wie Grau und Beige zugeordnet werden? Weil wir für Männer ohnehin unsichtbar sind? Was meiner Erfahrung nach gar nicht stimmt. Zumindest kann man es nicht verallgemeinern. Diese Meinung trifft vielleicht für viele deutsche Vertreter des sogenannten starken Geschlechts zu. Bei den Südländern ist es ganz anders. In meiner Wahlheimat Italien bekomme ich oft Komplimente für mein Aussehen und mein Styling. Attraente e sexy! Und das auch von Frauen, denen mein Look gefällt. Und der hat so gar nichts mit Mausgrau und Rentnerbeige zu tun. Ich liebe unkonventionelle Mode und Kleidungsstücke, die nicht im Kleiderschrank hat.
„Beige ist wie eine seelische Erkrankung“
In einem Online-Kommentar habe ich kürzlich gelesen: „Beige ist wie eine seelische Erkrankung, gegen die man sich mit den Mitteln des Verstands wehren muss. Beige ist sterben, während man noch lebt.“ Da ist was Wahres dran. Solche Nichtfarben schmücken weder den Teint noch das Alter. Oft werden diese zwar als zeitlos, klassisch und vielseitig bezeichnet. Aber: „ Beige und Grau machen viele Frauen eher blass, und das ändert sich auch mit 70 nicht“, sagen Beate und Jutta Ilzhöfer, die beiden Designerinnen des Mode-Labels Ana Alcazar, bekannt für farbenfrohe Kreationen. Und Recht haben sie.
Wer glaubt, mit Grau-Beige modisch auf der sicheren Seite zu sein und zeitlose Eleganz zu verkörpern, liegt falsch. „Leider ist eher das Gegenteil der Fall: Frauen, die in diesen Farben gekleidet sind, fallen zwar auf – aber in der Regel negativ“, bestätigt auch Stylistin und Personal-Shopperin Sonja Grau. Wenn man gerne solche neutralen Farben tragen möchte, sollte man unbedingt deutliche Akzente dagegen setzen und mit kräftigen Tönen die Langeweile aus dem Outfit vertreiben. Beispielsweise in Form von aussagekräftigen Accessoires oder durch Oberteile und Muster, die die Optik auffrischen.
Lasst uns bunt sein!
Die verstorbene New Yorker Stilikone Iris Apfel stand für knallige Farben und auffälligen Style. „Das sollte auch andere Ältere inspirieren, mal etwas zu wagen“, sagt Mode-Experte Carl Tillessen. XXL-Brille, modischer Schmuck, roter Lippenstift. Iris Apfel war es völlig egal, wie andere über sie urteilten oder sie vielleicht sogar belächelten. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.
Wer sagt denn, dass Overknee-Stiefel, trendige Mode und lange Haare ab einem gewissen Alter obsolet sind? Ich habe meine Haare gerade wieder wachsen lassen, einfach weil es mir besser gefällt als der langweilige kinnlange Allerwelts-Bob. Für Mode und Style gibt es kein Verfallsdatum, vor allem „wenn die Frau eine jugendliche Ausstrahlung und eine ebensolche Figur hat“, so Grau.
Jede Frau hat das Recht, „sich in ein T-Shirt zu verknallen, das 20 Jahre jünger ist als sie selbst“, findet auch Autorin Elke Krüsmann. In ihrem Buch „Endlich Lady! Älter werden muss nicht beige sein“ (Mosaik Verlag) beschreibt sie heiter und philosophisch die Tücken des Älterwerdens und spricht über langweilige Mode. Ihre Empfehlung: Öfter mal was Neues ausprobieren.
Ich muss nur mir selbst gefallen
Um noch mal auf das andere Geschlecht zurückzukommen. Welche erwachsene Frau zieht sich denn überhaupt noch für die Männer an? Wir müssen niemandem etwas beweisen! Wir wollen keinen Kerl mehr ohne Wenn und Aber aufreißen! Deshalb: Wir sollten uns ausschließlich für uns selbst hübsch machen. Ich muss nur mir alleine gefallen (und vielleicht meinem Mann, aber auch das nicht unbedingt!). Denn eines ist klar: Wer sich attraktiv fühlt, ist auch besser drauf. Und Farben tun nun mal unserer Psyche gut, sie heben die Stimmung. Wir wollen uns schließlich nicht verstecken. Im Gegenteil. Wir sagen: Schaut ruhig her! Und wem es nicht gefällt, was er sieht, der kann ja wieder wegschauen. Auch egal!
In puncto Selbstsicherheit sind wir Älteren absolut im Vorteil. Unser Geschmack und unser Stilgefühl sind viel ausgeprägter als sie es in jüngeren Jahren waren. Schließlich hatten wir Jahrzehnte lang Zeit genug, daran zu arbeiten und unsere individuellen Stärken und unsere Pluspunkte herauszufinden. Und ja, Kleidung hat viel mit Ausdruck der eigenen Persönlichkeit zu tun. Ich jedenfalls lege viel Wert auf Styling und eine Mode, die mich nicht unsichtbar macht. Wo ich allerdings keine Kompromisse mache, ist bei den Materialen. Ich kaufe lieber nur wenige, hochwertige Kleidungsstücke statt vieler billiger Trend-Fetzen. Klasse muss sein!
Photos: Stephanie Neubert @heyday_magazine

CultureAndCream-Autorin aus München
Beruflich als Beauty-Journalistin zu reisen, war mir nicht genug. Sechs Monate Weltreise haben auch nicht gereicht. Immer wieder zieht es mich in andere Städte, fremde Länder, zu Roadtrips und an Locations, die man kennenlernen sollte. Mich interessieren nicht nur „culture“ und „cream“, sondern auch Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. Auf solche Reisen möchte ich euch mitnehmen.









davic
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