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Ein Schlaganfall lässt sich oftmals vermeiden

Der Schlaganfall ist eine Volkskrankheit, die viele Menschen in Deutschland betrifft. Jeden Tag erleiden mehr als 550 Menschen einen Schlaganfall, und jeder fünfte Betroffene stirbt in den ersten Wochen an den Folgen. Bei entsprechender Vorsorge würden sich viele Schlaganfälle vermeiden lassen.

Ein Schlaganfall verändert das Leben eines Menschen von einem Moment auf den anderen – und das seiner Angehörigen gleich mit! Selbst wer eine solche Attacke überlebt, hat nicht selten mit schweren Einschränkungen wie bspw. halbseitigen Lähmungen, Sprach- oder Gefühlsstörungen oder einer insgesamt deutlich verminderten Leistungsfähigkeit zu kämpfen. Ein Jahr nach einem Schlaganfall sind immer noch 60 Prozent der Betroffenen auf Unterstützung, Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen.

Arteriosklerose ist der stille Architekt des Schlaganfalls

Dr. med. univ. Josef Haus, Neurologe in der Orthopädie im Marianowicz Zentrum – Zeit für Gesundheit, ist sich sicher, dass die Zahl von mehr als 63.000 jährlichen Toten, die an den Folgen eines Schlaganfalls sterben, durch frühzeitige medizinische Gegenmaßnahmen deutlich verringert werden könnte. Eine medizinische Analyse des individuellen Arteriosklerose Risikos, bspw. im Rahmen eines neurologischen Check-ups, könnte viel Leid vermeiden.


„Arteriosklerose ist der stille Architekt des Schlaganfalls. Sie entwickelt sich unbemerkt und kann erheblichen Schaden anrichten. Durch gezielte Präventionsmaßnahmen kann man die Blutgefäße besser schützen und eingreifen, bevor sie verstopfen“, erklärt Dr. med. univ. Josef Haus. Denn fatal ist, dass Veränderungen in den Blutgefäßen vom Betroffenen oft zu spät oder gar nicht bemerkt werden.

Ablagerungen in den Blutgefäßen

Die Folge: Ablagerungen in Blutgefäßen können unbemerkt zunehmen und machen das Leben von Betroffenen fortan zum stillen Tanz auf dem Pulverfass. Denn es besteht die Möglichkeit, dass sich eine Ablagerung löst und ein Blutgefäß im Hirn verschließt, oder dass sich eine bestehende Engstelle weiter verengt und schließlich ganz verschließt. Im Falle eines Schlaganfalls kommt es dann durch Minderversorgung mitunter zu irreversiblem Absterben von Nervenzellen.

Wer schon einmal versucht hat, eine Kugel Eis in einem Milchshake mit einem Strohhalm aufzusaugen, kann sich in etwa vorstellen, was eine verstopfte Arterie bewirkt: Es kommt nichts mehr hindurch! Dr. med. univ. Haus erläutert, dass nicht allein das Alter die Elastizität der Arterien beeinflusst. Hinzukommen individuelle Lebensstil-Risiken wie Rauchen oder Übergewicht. Wenn die Familien-Anamnese ergibt, dass bereits Blutsverwandte einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hatten, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Auch schon in mittleren Jahren!

Wer gilt als Hochrisiko-Patient?

Als Hochrisiko-Patienten gelten außerdem Menschen, die an Bluthochdruck oder Diabetes leiden. Aber auch akut auftretender unklarer Schwindel, vor allem mit Begleitsymptomen sollte differentialdiagnostisch in Bezug auf Schlaganfall eingeordnet werden. Darin ist sich Dr. med. univ. Josef Haus sicher.

Positiv ist, dass das Sprichwort „Es gibt Tage, die kosten Jahre“ mit der richtigen medizinischen Versorgung variiert werden kann: „Es gibt Vorsorgeuntersuchungen, die schenken gesunde Jahre!“ Eine neurologische Untersuchung der Halsschlagader gehört unbedingt dazu.

Wie untersucht der Neurologe die Halsschlagader?

Mittels Sonographie – Ultraschall. Der Gefäßultraschall, auch Doppler oder Duplex genannt, ist notwendig, um Gefäßverkalkungen und das Risiko für einen Schlaganfall aufzudecken. Mit der Untersuchung der Halsschlagader (Carotisdoppler) können krankhafte Veränderungen der Halsschlagader wie Gefäßverengungen (Stenosen) frühzeitig erkannt werden.

Der Ultraschall der Halsschlagader gilt als sichere diagnostische Methode. Die Genauigkeit der Untersuchung hängt stets auch von den untersuchenden Ärzten*innen ab. Falsche Befunde oder unklare Erkenntnisse der Sonographie sind immer möglich, wenn es dem Untersuchenden an Erfahrung fehlt.

Was passiert bei der Untersuchung?

Die Untersuchung wird mit Hilfe von Ultraschall durchgeführt. Dabei wird ein Ultraschallkopf über den Hals geführt, der die Gefäße auf einem Monitor bildlich dargestellt. Die Geschwindigkeit des Blutflusses in den Halsschlagadern wird gemessen, um Engstellen zu identifizieren. Es kann auch eine morphologische Beurteilung der Engstellen vorgenommen werden, um festzustellen, ob es sich um harte (kalkige) oder weiche Plaques handelt. 

Personen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, erhöhten Blutfettwerten oder die bereits an einer bestehenden Gefäßerkrankungen leiden, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen. Damit kann man auch den Verlauf einer Erkrankung beobachten. Die Untersuchung ist nicht strahlenbelastend und es ist auch keine spezielle Vorbereitung nötig. Die Untersuchung dauert normalerweise nicht länger als 15 bis 30 Minuten.

Schlaganfall

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