Altersflecken oder Hautkrebsvorstufe?
Altersflecken sind weit verbreitet – doch nicht jede Hautveränderung, die im Alltag so bezeichnet wird, ist harmlos. Chronische UV-Belastung kann neben gutartigen Pigmentflecken auch aktinische Keratosen oder andere Hautkrebsvorstufen begünstigen. Besonders tückisch: Die Folgen zeigen sich häufig erst Jahrzehnte später.
Altersflecken, die sich verändern, sollten medizinisch abgeklärt werden. Dr. med. Robert Rongisch, Ärztlicher Direktor der Jungbrunnen-Klinik Bonn, erklärt im Interview, welche Veränderungen man nicht ignorieren sollte und warum eine fachärztliche Diagnose vor kosmetischen Behandlungen entscheidend ist. Zudem schildert er, welche modernen Therapie-Optionen heute zur Verfügung stehen.
Altersfleck oder Hautkrebsvorstufe: Woran erkennt man den Unterschied?
Der Begriff Altersfleck wird im Alltag sehr unscharf verwendet. Medizinisch sprechen wir meist von Lentigines solares/ seniles: Gutartige Pigmentansammlungen infolge chronischer UV-Exposition. Demgegenüber stehen Hautkrebsvorstufen, die klinisch differenziert werden müssen. Dazu zählen beispielsweise aktinische Keratosen (Vorstufe einer Form des „weißen Hautkrebs“).
Raue, sandpapierartig schuppende, rötliche Plaques) oder die Lentigo maligna (Melanoma in situ, Vorstufe des „schwarzen Hautkrebs“). Mit bloßem Auge sind diese Veränderungen nicht immer sicher zu unterscheiden, weswegen neue, wachsende oder sich verändernde Pigmentflecken sowie nicht abheilende Hautveränderungen stets fachärztlich und mittels Dermatoskopie untersucht werden sollten.
Welche Rolle spielt UV-Strahlung und warum sieht man die Folgen oft erst Jahrzehnte später?
Sonnenlicht enthält unterschiedliche UV-Strahlen. Sowohl UVA als auch UVB-Strahlung können das Erbgut der Hautzellen schädigen und langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen, wenn die Reparaturmechanismen der Haut mit zunehmender Zeit überlastet werden.
UVB-Strahlung… ist vor allem für den Sonnenbrand verantwortlich. Besonders kurze, intensive UVB-Belastungen und Sonnenbrände (z.B. in der Kindheit) erhöhen das Risiko für „schwarzen Hautkrebs“ (Melanom).
UVA-Strahlung… dringt tiefer in die Haut ein, ist ganzjährig präsent und wirkt auch im Schatten oder hinter Glas. Sie schädigt die Haut kumulativ, fördert vorzeitige Hautalterung und spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von „hellem Hautkrebs“.
Welche Hautveränderungen sollte man nicht einfach als Altersfleck abtun und wann sollte man zum Hautarzt gehen?
Grundsätzlich gilt: Alle Veränderungen der Haut, die nicht eindeutig gutartig aussehen, neu auftreten, sich verändern, wachsen, bluten, jucken oder nicht abheilen, sollten hautfachärztlich abgeklärt werden.
Kann aus einer aktinischen Keratose wirklich Hautkrebs entstehen, und wie hoch ist dieses Risiko?
aktinischen Keratosen.Ja. Die aktinische Keratose gilt als Frühform des Plattenepithelkarzinoms. Einzelne Läsionen haben ein begrenztes Entartungsrisiko, doch bei multiplen Veränderungen steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich an. Unbehandelt kann es zum Übergang in einen invasiven „weißen Hautkrebs“ kommen. Leitlinien der Deutsche Dermatologische Gesellschaft und der AWMF empfehlen daher eine konsequente Behandlung aller klinisch relevanten aktinischen Keratosen.
Warum ist es problematisch, Pigmentflecken kosmetisch entfernen zu lassen, ohne sie vorher medizinisch abklären zu lassen?… weiterlesen

CultureAndCream-Autorin aus München
Beruflich als Beauty-Journalistin zu reisen, war mir nicht genug. Sechs Monate Weltreise haben auch nicht gereicht. Immer wieder zieht es mich in andere Städte, fremde Länder, zu Roadtrips und an Locations, die man kennenlernen sollte. Mich interessieren nicht nur „culture“ und „cream“, sondern auch Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. Auf solche Reisen möchte ich euch mitnehmen.
