Marrakesch & Marokko nach dem Erdbeben von 2023
Marrakesch wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Die Stadt war lange Zeit ein wichtiger Halt auf den transsaharischen Handelsrouten, die Nordafrika, den Nahen Osten und Europa verbanden. Noch immer trifft man an jeder Ecke Geschichte der antiken Stadt auf Geschichte und Überraschungen, aber leider auch auf zerstörte Häuser durch das Erdbeben von 2023.
Marrakesch war damals nicht das Zentrum des Bebens. Dieses lag etwa 70 Kilometer entfernt im Atlas-Gebirge in Marokko. Kurz nach 23 Uhr am 8. September 2023 bebte die Erde. Die Schäden waren immens. Knapp 3.000 Menschen starben, etwa 300.000 wurden obdachlos, 60.000 Gebäude zerstört oder beschädigt. Darunter eine Moschee aus dem 12. Jahrhundert in Tinmel, das als eines der bedeutendsten Bauwerke Marokkos galt. Die Erschütterungen der Stärke 6,8 waren bis nach Marrakesch zu spüren. Dort flanieren inzwischen wieder Touristen, doch im Gebirge leben Menschen immer noch in Zelten, Ruinen zeugen von der Katastrophe. Die meist bäuerlichen Familien in den zerstörten Bergdörfern sind bis heute auf Unterstützung angewiesen.
Souks in Marrakesch
An das verheerende Erdbeben wird man auch heute noch bei jedem Bummel durch die labyrinthartigen Gassen erinnert, wenn man wieder mal auf einen Schuttberg trifft, der einmal ein Haus war, in dem Menschen gelebt oder gearbeitet haben. Dennoch hat Marrakesch nichts von seiner Faszination verloren. Herzstück der Stadt sind die Souks in der Medina. Ein sinnliches Erlebnis voller unterschiedlicher Sehenswürdigkeiten, Klänge und Gerüche. Das Abenteuer beginnt am Jemaa el Fnaa, dem Platz im Herzen der Stadt und einem der wichtigsten historischen Wahrzeichen in Marrakesch. 1985 wurde die gesamte Medina zur UNESCO-Welterbestätte erklärt.
Als Souk bezeichnet man in arabischen Ländern, besonders in Nordafrika und im Nahen Osten, einen Markt unter freiem Himmel. Souks sind voller Stände und Geschäfte, in denen Verkäufer eine Vielzahl von Waren verkaufen – von Souvenirs und Schmuck bis hin zu Gewürzen und Parfüm. Die verschiedenen Handelszonen gehen in der Medina nahtlos ineinander über.
Als wichtigster Souk von Marrakesch – vor allem wegen seiner zentralen Lage – gilt der Souk Semmarine, direkt neben dem Platz Djemaa el Fna, auch bekannt als Gauklerplatz. Hier findet man so ziemlich alles von Töpferwaren über Stoffe bis hin zu Souvenirs. Der Souk El Attarine ist berühmt für Gewürze und Parfüms, und der Souk des Bijoutiers für aufwendigen Schmuck und traditionelles Kunsthandwerk. Die größte Auswahl an den berühmten Babouches – traditionelle marokkanische Lederslipper – findet man im Souk Smata in der Nähe der Ben Youssef Madrasa.
Und nicht vergessen: Feilschen gehört in den Souks von Marokko zum guten Ton.… weiterlesen

CultureAndCream-Autorin aus München
Beruflich als Beauty-Journalistin zu reisen, war mir nicht genug. Sechs Monate Weltreise haben auch nicht gereicht. Immer wieder zieht es mich in andere Städte, fremde Länder, zu Roadtrips und an Locations, die man kennenlernen sollte. Mich interessieren nicht nur „culture“ und „cream“, sondern auch Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. Auf solche Reisen möchte ich euch mitnehmen.
