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Schlagwort: Online-Plattform

Die dunkle Wahrheit hinter dem OnlyFans-Goldrausch

OnlyFans ist eine britische Online-Plattform und App, auf der Creatorinnen Fotos, Videos und Live-Streams ihren Nutzern gegen eine monatliche Gebühr anbieten. „Die gefährlichste Phase einer OnlyFans-Karriere beginnt nicht dann, wenn das Geld ausbleibt. Sie beginnt oft in dem Moment, in dem plötzlich sehr viel davon da ist“, erklärt Lea Goldstein, Expertin für strategische Monetarisierung im Online-Content-Bereich. Wer ein OnlyFans-Konto besitzt, macht das, um Geld damit zu verdienen. Innerhalb weniger Monate verändern sich tatsächlich die Zahlen auf dem Konto, der Lebensstil und häufig auch das gesamte Umfeld. Aus einer normalen Wohnung wird ein Luxusapartment. Aus einer besonderen Reise wird Business Class als Standard. Menschen, die vorher nie angerufen haben, präsentieren plötzlich Investment-Ideen. Und weil jeden Monat wieder hohe Beträge eingehen, fühlt sich alles vollkommen sicher an. Bis es das nicht mehr ist. Ich habe kein Problem mit Luxus. Wer viel arbeitet und sehr gut verdient, darf sich schöne Dinge leisten. Aber zwischen reich sein und reich aussehen liegt ein gewaltiger Unterschied. Im Creator Markt wird dieser Unterschied häufig erst sichtbar, wenn das Geld bereits weg ist. Eine Million Umsatz macht noch keinen Millionärin Sie war nie Millionärin. Sie hatte nur eine Million Umsatz. Die erste Selbsttäuschung beginnt mit einer Zahl: dem Umsatz. Wenn eine Creatorin eine Million Euro umgesetzt hat, bedeutet das nicht, dass sie eine Million Euro besitzt. Plattformgebühren, Management, Marketing, Produktion und Steuern verschwinden auf Social Media jedoch aus der Erzählung. Dort bleibt nur die große Zahl stehen. Und genau mit dieser Zahl beginnen manche zu leben. Das Geld auf dem Konto wird behandelt, als wäre es vollständig frei verfügbar. Dabei gehört ein beträchtlicher Teil davon längst dem Finanzamt oder wird für den laufenden Betrieb benötigt. Wer diese Summen trotzdem ausgibt, finanziert seinen Luxus nicht aus Vermögen, sondern aus zukünftigen Problemen. Das klingt hart, aber hohe Einnahmen ersetzen keine finanzielle Bildung. Sie verdecken deren Fehlen nur länger. Wer in einem Monat 100.000 Euro einnimmt und davon 90.000 Euro ausgibt, glaubt vielleicht, noch immer hervorragend gewirtschaftet zu haben. In Wirklichkeit können nach Steuern, Management, Marketing und laufenden Kosten längst mehr als diese vermeintlichen 10.000 Euro fehlen. Das Problem ist also nicht unbedingt, dass Creatorinnen mehr Geld ausgeben, als auf ihrem Konto eingegangen ist. Das Problem ist, dass sie Geld ausgeben, das zwar auf ihrem Konto liegt, ihnen aber niemals vollständig gehört hat. Wenn die Rücklagen fehlen, werden aus beeindruckenden Umsätzen schnell Steuerschulden, Nachzahlungen und im schlimmsten Fall ernsthafte rechtliche Konsequenzen. Luxus als Arbeitsmaterial Der Luxus ist oft keine Belohnung, sondern Arbeitsmaterial.… weiterlesen