Autor: Sabine Häberlein

CultureAndCream-Autorin aus München Als studierte Ernährungswissenschaftlerin, Kräuterexpertin und leidenschaftliche Köchin interessiere ich mich für alles, was mit gutem Essen zu tun hat. Dabei steht für mich der Genuss an erster Stelle. Denn nur, wenn etwas schmeckt, ist es auch gut für den Körper. Der Gesundheitsaspekt darf schließlich nicht zu kurz kommen. In diesem Sinne unterstütze ich Menschen auf dem Weg zu ihrem Wohlfühlgewicht, vorwiegend in Online-Kursen.

Genussvoll abnehmen – Kann das funktionieren?

Schließen sich Genuss und Abnehmen nicht aus? Ist das nicht per se ein Widerspruch? Mitnichten! Nur so kann das Gewicht, das sich angesammelt hat, dauerhaft verschwinden. Ernährungswissenschaftlerin und Kräuterexpertin Sabine Häberlein hat dazu spezielle Programme entwickelt. Um dauerhaft abzunehmen, bringen Diäten und Kalorienzählen rein gar nichts. Klar können Sie sich ein paar Wochen am Riemen reißen, einem Ernährungsplan folgen, Kalorien tracken oder Punkte zählen. Sicherlich werden Sie dabei auch an G ewicht verlieren. Aber über kurz oder lang kommen die verlorenen Pfunde wieder zurück. Unter Umständen zeigt die Waage dann noch mehr an als vor der Diät. Meiner Erfahrung nach ist die einzige Möglichkeit, sein Wunschgewicht zu erreichen und es auch langfristig zu halten, auf seinen Körper zu hören und intuitiv zu essen. Unser Körper sagt uns genau, was er braucht, wir haben nur verlernt, auf ihn zu hören. Hier kommt die gute Nachricht: Wir können es wieder lernen. Der Abnehmerfolg stellt sich zwar nicht in sieben Tagen ein. So etwas zu versprechen, wäre vollkommen unseriös. Die überflüssigen Pfunde haben sich schließlich auch nicht über Nacht angeschlichen. Sie „dürfen“ schon an Ihrem Vorhaben dranbleiben und ein klares Ziel vor Augen haben. Dabei können Sie diese hilfreichen Tools unterstützen: Das Ernährungstagebuch Bevor es ans Abnehmen geht, braucht es erst einmal eine Ist-Analyse. Beobachten Sie sich sieben Tage lang ganz genau. Nehmen Sie ihr Essverhalten unter die Lupe und füllen Sie ein Tagesprotokoll aus. Schreiben Sie nicht nur auf, was Sie essen, sondern auch, warum. Haben Sie Hunger oder haben Sie Lust darauf? Wie lange dauert eine Mahlzeit? Wie oft essen Sie? Was machen Sie nebenbei und wo essen Sie? Mit diesem Ernährungstagebuch haben Sie eine wunderbare Basis, um Ihre Fallstricke zu erkennen, warum Sie nicht abnehmen. Jetzt geht es an die aktive Arbeit. Suchen Sie die Gewohnheiten heraus, die dagegensprechen, dass Sie abnehmen und schreiben Sie diese in eine Liste. Vielleicht finden Sie heraus, dass Sie sehr schnell essen oder dass Sie immer etwas nebenbei machen oder dass Sie der sogenannten Snackeritis verfallen sind. Das heißt, dass Sie eigentlich den ganzen Tag über Kleinigkeiten essen und gar keine richtigen Mahlzeiten mehr genießen. Abnehmen: Gewohnheiten in kleinen Schritten verändern Suchen Sie sich aus dieser Liste die Gewohnheit heraus, die Sie am meisten stört und die Sie davon abhält, Ihr Wunschgewicht zu erreichen. Wenn Sie zum Beispiel festgestellt haben, dass Sie sehr schnell essen, dann könnten Sie sich vornehmen, langsamer zu essen und jeden Bissen gründlich zu kauen.… weiterlesen

Das sonnige Power-Kraut: der Sanddorn

Wildkräuter sind zur Zeit nur sehr spärlich zu finden. Oft verstecken sie sich noch unter dem Schnee. Deshalb hat Oecotrophologin und Pflanzen-Expertin Sabine Häberlein für diesen Monat den Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ausgesucht, der schon allein durch ihre Farbe Sonne in den Tag bringt. Aber nicht nur das, er ist besonders in dieser Jahreszeit geradezu unentbehrlich, da sie unser Immunsystem stärkt. Starkes Immunsystem dank der Früchte des Sanddornstrauchs Dafür verantwortlich sind die hohen Gehalte an den Vitaminen C und E. Sanddornbeeren enthalten je nach Höhenlage zwischen 200 mg und 1000 mg Vitamin C pro 100 g Früchte. Der Tagesbedarf für erwachsene Frauen liegt bei 95 mg Vitamin C. Männer brauchen davon 110 mg pro Tag. 100 g Früchte decken zudem den Tagesbedarf von Vitamin E. Geballte Heilwirkung Außerdem sind die orangefarbenen Beeren reich an B-Vitaminen und fördern dadurch die Konzentration. Die Gehalte an Provitamin A und an Flavanoiden sind ebenfalls durchaus respektabel. Sie verringern das Risiko für bestimmte Herz- und Gefäßkrankheiten, wirken entzündungshemmend und schützen die Zellen. Das Öl, das aus den Kernen hergestellt wird, wirkt wundheilend. Es schützt die Haut vor der Sonne und hilft bei Sonnenbrand. Kernöl hat zudem einen Anti-Aging-Effekt auf die Haut. Kulinarische Köstlichkeiten Die rohen Beeren sind extrem sauer. Beim Einkochen vertragen sie durchaus etwas Süße. Du kannst sie zu Saft, Fruchtaufstrich, Gelee, Likör oder Desserts verarbeiten. Gut schmecken sie auch im Müsli sowie in Kuchen oder Torten. Der Geschmack des Sanddorns passt zu Gemüse-, Tofu- und Fleischgerichten. Aus frischen oder getrockneten Sanddornbeeren lässt sich ein wohlschmeckender Tee aufbrühen. Allerdings hat der Sanddorn einen Nachteil: Die Ernte ist nicht ganz ohne. Lange spitze Dornen verteidigen die Früchte und verletzen mitunter alle, die an die orangefarbenen Beeren möchten. Da mache ich es mir lieber einfach und kaufe entweder getrocknete Beeren oder noch lieber einen ungesüßten Ursaft im Reformhaus. Dieser Vollfruchtsaft zeichnet sich dadurch aus, dass die ganzen Früchte vermahlen werden und du somit von dem gesamten Inhaltsstoff-Spektrum profitierst Rezept: Heißer Sanddorndrink Gib 1 Esslöffel ungesüßten Sanddorn-Vollfruchtsaft in ein Glas und verrühre ihn mit heißem Wasser (60 °C). Wenn dir der Geschmack zu sauer ist, süße den Drink mit 1/2 bis 1 Teelöffel Honig. Gut zu wissen: Mit diesem Getränk hast du fast ein Drittel deines Tagesbedarfs an Vitamin C gedeckt. Noch etwas Historisches: Sanddorn im Mittelalter Bereits im Mittelalter war die Heilwirkung des Sanddorn bei der Bevölkerung beliebt. Damals ging allerdings auch die Angst vor den Hexen um.… weiterlesen

Bärlauch hat jetzt Hochsaison. Ab in den Wald.

Der Frühling hat endlich Einzug gehalten, und es recken sich schon etliche Kräuter den Sonnenstrahlen entgegen. In lichten Wäldern können wir nun einen feinen Duft wahrnehmen, der von den grünen Bärlauch-Teppichen stammt. Die Zeit ist reif, das vielseitige Kraut zu ernten! Der Bärlauch-Geruch erinnert an Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebel und zeugt von deren Verwandtschaft. Sie alle gehören zur Familie der Amaryllisgewächse und zur Unterfamilie Lauchgewächse. Seinen Namen hat der Bärlauch angeblich von Bären, die nach dem Winterschlaf mit Vorliebe dieses Kraut in rauen Mengen verspeist haben sollen, um ihren Verdauungstrakt anzuregen.Dieses Kraut mit dem knoblauchähnlichen Geschmack bereichert nicht nur unseren Frühlingsspeiseplan. Es liefert zudem wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Eisen und Vitamin C sowie verschiedene Sekundäre Pflanzenstoffe, die für die Heilwirkung des Lauchgewächses zuständig sind. Ähnlich wie Knoblauch wirkt Bärlauch blutdrucksenkend, verdauungsfördernd, entgiftend und ausleitend. Wahrscheinlich beugt er sogar Arteriosklerose vor. Bärlauch enthält die schwefelhaltige Aminosäure Allin. Beim Schneiden oder Zerreiben der Pflanze bauen Enzyme diesen Eiweißbaustein in Lauchöl (Allicin) um, das antibiotisch wirkt. Auf Bärlauch-Jagd Zwischen März und Mai ist die beste Zeit, um auf Bärlauch-Jagd zu gehen. Man kann ihn zwar auch ernten, wenn er bereits blüht. Aber vor der Blüte steckt alle Kraft der Pflanze in den Blättern und er schmeckt am besten. Bei der Ernte sollte man achtsam sein und einzelne Blätter ohne Stiel mit einem Keramikmesser ernten. Von einem Fleck sind immer nur wenige Pflanzen abzuschneiden, um den Bestand zu erhalten.Ganz wichtig: Das Erntegut gründlich ansehen und jede Verwechslung ausschließen. Denn Herbstzeitlosen, Maiglöckchen und Aronstab sind giftige Doppelgänger, die sich manchmal in den Bärlauch-Teppich einschleichen. Wenn man aufpasst, kann man sie jedoch leicht unterscheiden. Sich nur auf den Geruch zu verlassen, hilft nicht weiter. Hat man einige Bärlauchblätter in die Hand genommen, riecht alles nach Knoblauch. Also lieber auf die eindeutigen Merkmale achten: Beim Bärlauch kommt jedes Blatt mit einem eigenen Blattstiel aus dem Boden. Es ist auf der Rückseite matt und weist eine deutliche Blattrippe sowie parallele Blattadern auf. Das Blatt des Aronstabs hat auch einen eigenen Blattstiel, jedoch verlaufen die Blattadern netzartig. Die Blätter sind rundlicher. Die Herbstzeitlose entwickelt einen Sproß mit mehreren Blättern auf einem Stängel – ohne deutlichen Blattstiel. Die Blätter umfassen den Stängel und sind fleischiger als die vom Bärlauch. Beim Maiglöckchen wachsen zwei Grundblätter auf einem Scheinblattstiel. Die Blattunterseite ist glänzend. Ist man sich dennoch unsicher, kann man frischen Bärlauch zur Zeit auch einfach auf dem Markt kaufen. Bärlauch verarbeiten Ob selbst gesammelt oder gekauft, auf jeden Fall sollte man ihn gründlich abwaschen, um eventuelle Fuchsbandwurmspuren zu entfernen.… weiterlesen

Spitzwegerich, ein verkanntes Multitalent

Unkraut? Von wegen. Dieses unscheinbare Wegerichgewächs kann gar nicht hoch genug gelobt werden. „Es ist nicht nur eine sehr wirksame Outdoor-Arznei, sondern bereichert unseren Speiseplan mit seinen pilzähnlichen Aromen und seinen wirkungsvollen Inhaltsstoffen“, sagt Ernährungsexpertin und Pflanzenkennerin Sabine Häberlein. Wegeriche sind bereits seit der Jungsteinzeit bekannt. Sie zählten vermutlich zu den ersten Nahrungs- und Heilpflanzen überhaupt. In alten Zeiten wurde Spitzwegerich als Orakelpflanze eingesetzt. Es hieß: Wenn zwei Menschen ein Blatt auseinander reißen, ist der größere Lügner derjenige, bei dem mehr Fäden aus dem Blatt herausragen. Daher kommt auch der Name Lügenblatt oder Lügenkraut. Hustenkiller In manchen Gegenden heißt dieses Wegerichgewächs auch Lungenblatt oder Heilwegerich. Dies deutet auf seine Heilwirkung bei Atemwegserkrankungen hin. Ein altes Sprichwort sagt: „Iss Wegerich, spitz oder breit, so kriegst du keinen Husten, wenn es schneit.“ Ein Tee aus dem frischen oder getrockneten Kraut oder auch ein Sirup lindern Hustenreiz und Heiserkeit. Er erleichtert das Abhusten von Belägen. In der Naturheilkunde wird Spitzwegerich zur Wundheilung eingesetzt. Seine Gerbstoffe helfen, entzündete Schleimhäute zu heilen. Mückenschutz & Seelentröster Machen einem die Mücken das Leben schwer, sucht man sich schnell ein paar Spitzwegerichblätter, zerquetscht sie und reibt damit die Stiche ein. Das lästige Jucken verschwindet im Nu. Hilft auch bei Brennnesseln. Hat man sich unterwegs eine Prellung oder Quetschung zugezogen und keinen Erste-Hilfe-Kasten in der Nähe, kann man einen Umschlag mit einem Brei aus frischen Spitzwegerichblättern herstellen. Das hilft fürs Erste. Zudem enthält der Spitzwegerich ein natürliches Antibiotikum. Spitzwegerich wird außerdem auch gerne verräuchert, um seelischen Kummer zu heilen oder Menschen in Trauer zu unterstützen. Soll auch bei Liebeskummer und Trennung helfen. Küchenkraut Kommen wir nun zum kulinarischen Aspekt dieser vielseitigen und weit verbreiteten Pflanze. Junge Blätter und Blütenstände bereichern Suppen, Salate oder Gemüsegerichte. Beim Dünsten entwickeln die Blätter ein pilzähnliches Aroma. Die Knospen können roh geknabbert werden oder gedünstet in Butter. Ihr Geschmack erinnert dann an Champignons. Erkennungsmerkmale Wie erkennt man Spitzwegerich? Er hat drei bis sieben hervortretende Längsrippen an schmalen Blättern. Verwechseln könnte man ihn eventuell mit der giftigen Herbstzeitlose oder mit dem mittleren Wegerich. Letzteres ist unproblematisch, da dieser die gleiche Wirkung hat wie der Spitzwegerich. Junge Blätter kann man bereits ab März sammeln, die Knospen im Mai und Juni. Am besten erntet man mittags, um von den zahlreichen Inhaltsstoffen optimal zu profitieren. Wenn Sie Spitzwegerich nicht im eigenen Garten haben, finden Sie ihn am leichtesten zur Blütezeit in naturnahen Futterwiesen und an Wegrändern. Suchen Sie sich eine möglichst abgelegene Stelle zum Sammeln, damit sie keine von Hunden verunreinigten Pflanzen ernten.… weiterlesen

Überraschung auf dem Jakobsweg

Die letzten 100 Kilometer der Pilgerreise nach Santiago Der Weg ist das Ziel. Obwohl ich natürlich immer das Ziel vor Augen hatte und es auch unbedingt erreichen wollte, war mir der Weg dorthin viel wichtiger. Das Verweilen im Augenblick, das Genießen des JETZT. Das ist es, was die Auszeit des Pilgerns so besonders macht. Hier nun, was wir auf den letzten Etappen alles erlebten: 7. + 8. Etappe: Valença bis Soutoxusto Mit dem Überschreiten des Grenzflusses Miñho erreichten wir Tui, die erste Stadt auf dem spanischen Wegstück nach Compostela. 100 Kilometer lagen noch vor uns, mehr als 100 hinter uns. Konnten wir in Portugal in Ruhe unseren Gedanken nachhängen, war das in Spanien oft unmöglich. Ganze Horden von Jakobspilgern waren unterwegs. Der Grund war klar: Die meisten wollen die so genannte Compostela, ein Zeugnis der Pilgerreise, mit nach Hause nehmen. Dafür müssen sie täglich zwei Stempel sammeln als Beweis, dass sie die letzten 100 Kilometer tatsächlich zu Fuß gegangen sind. Folglich beginnen etliche Wanderer ihren Weg erst in Tui. Besonders Spanier und Briten traten in größeren Gruppen auf. Wenn es zu laut wurde, legten wir eine Rast ein, um die anderen vorbeiziehen zu lassen. In der Pilgerpension Hostal Louro, unserem nächsten Quartier in Porriño, bekamen wir gerade noch ein Doppelzimmer. Tagsüber hatten wir uns schon über Wanderer mit sehr kleinen Rucksäcken gewundert. Am folgenden Morgen war schnell klar, warum sie nicht mehr Gepäck trugen. Im Gang türmten sich ihre Koffer, die mit dem Bus zur nächsten Station gefahren wurden. Pilgerreisen sind ein nämlich neues Feld der Reisebranche. Sie bietet Serviceleistungen an wie Buchung der Übernachtungen in Pilgerherbergen bzw. einfachen Hotels sowie den Transport des Gepäcks. Die Premium-Variante schließt die Verpflegung an festgelegten Punkten ein. Das Rundum-Sorglos-Paket hat nicht nur finanziell seinen Preis. Die Reise ist von Anfang bis Ende durchgeplant. Spontane Änderungen sind nicht möglich. Am achten Tag änderten wir wieder einmal unseren Plan. Statt in Redondela zu übernachten, entschlossen wir uns, bis nach Soutoxusto weiterzugehen, um am nächsten Tag mehr Zeit für Pontevedra zu haben. Vorsichtshalber reservierten wir in Soutoxusto telefonisch ein Zimmer, denn dort gibt es nur eine Übernachtungsmöglichkeit. „O Recuncho do Peregrino“ lag zwar mitten an einer befahrenen Straße, aber vom Garten aus hatte man einen traumhaften Blick auf den Meeresarm, und Hausherr Miguel war ein perfekter Gastgeber. Abends konnten wir unsere Wäsche sogar in einer Waschmaschine waschen. Welch eine Wohltat! Weil wir ziemlich hungrig waren und die Lokale in der Umgebung noch nicht geöffnet hatten, machten wir uns auf den Weg in eine Bar auf einem Hügel.… weiterlesen

Pilgersfreud und Pilgersleid in Portugal

Mein Weg nach Santiago – erster Teil Endlich war es soweit. Der Rucksack gepackt, die Wanderstiefel bereits an den Füßen. Was für den Flug nötig war, wurde in den Hosentaschen und einer Gürteltasche verstaut. Das Abenteuer konnte beginnen. Meine Freundin und ich flogen in aller Herrgottsfrühe nach Porto. Dort angekommen machten wir uns erstmal auf den Weg ins Hostel, wo wir unsere Rucksäcke deponierten. So konnten wir leichtfüßig die Stadt erkunden, und in Porto gibt es allerhand zu sehen. 16 Kilometer und 32 Stockwerke haben wir an diesem Nachmittag und Abend zurückgelegt. Besonders angetan war ich von den blauen Kacheln, die etliche Kirchen und auch einfache Wohnhäuser schmücken. 1. Etappe: Porto bis Lavra Nach einem guten Frühstück im Hostel ging unsere Pilgerwanderung los. Die erste Etappe führte uns immer an der Küste entlang. Wir hatten uns vorgenommen, an diesem Tag bis nach Lavra zu kommen. Etwa 24 Kilometer lagen vor uns. Und das bei 33 °C im Schatten. Doch die frische Prise vom Meer machte die Hitze einigermaßen erträglich. An diesem Tag begegneten uns nur vier weitere Pilger. Das sollte sich am Abend ändern. Als wir bei unserem Quartier – einem Campingplatz – ankamen, bildete sich bereits eine Schlange bei der Anmeldung. Dieser Campingplatz ist bei Pilgern sehr beliebt, da er direkt am Jakobsweg in einem traumhaften Park liegt. Ein Restaurant ist gleich daneben. Was will man mehr nach einer langen Wanderung mit müden Füßen! 2. Etappe: Lavra bis Rates Am zweiten Tag mussten wir uns entscheiden: Laufen wir weiter an der Küste entlang bis zum Rio Minho? Oder zweigen wir nach zehn Kilometern ab und folgen dem traditionellen Weg im Landesinneren? Wir entschieden uns für die zweite Variante. Diese ist zwar kürzer, aber auch bergiger als der Küstenweg. Entscheidend war jedoch, dass die Landschaft abwechslungsreicher ist. Wir haben unseren Entschluss nicht bereut. Bis Vila do Conde genossen wir noch die malerische Küstenlandschaft, bevor es dann ins Landesinnere ging. Nach gut 25 Kilometern erreichten wir am Nachmittag ein wenig müde die Pilgerunterkunft São Pedro in Rates. Wir waren nicht wenig erstaunt, als uns gesagt wurde, dass bereits alle 60 Betten belegt seien. „Aber keine Sorge, wir schicken euch nicht weiter“ war gleich der nächste Satz, und schon hatten wir ein erfrischendes Glas kühles Wasser in der Hand. Diese Freundlichkeit und Fürsorglichkeit der Portugiesen erlebten wir noch öfter auf unserem Weg. Wir nächtigten also ganz bequem auf Matratzen im Gang. Was mich allerdings etwas irritierte, waren die Geräusche mitten in der Nacht.… weiterlesen

Ich wollte dann auch mal weg!

Wie Frau sich für eine Pilgerreise organisiert Das kann nicht nur Hape Kerkeling. Schon lange träumte ich davon, einmal auf dem Jakobsweg nach Santiago zu gehen. Zu Fuß, alleine, nur mit dem Nötigsten im Rucksack. Aber kann ich es mir auch zutrauen? Schaffe ich es körperlich? Wie lange kann ich überhaupt am Stück zu Fuß gehen? Ich bin schließlich nicht die Sportlichste. Diese Fragen und Überlegungen hielten mich jahrelang davon ab, mir meinen Traum zu erfüllen. Vor fünf Jahren entschied ich mich schließlich, mich meinem Ziel langsam zu nähern. So ging ich jährlich einen Stück eines Pilgerwegs. Ich begann mit zwei Tagen im Allgäu, steigerte mich auf eine Woche in Niederbayern, Österreich und Oberbayern und brach schließlich dieses Jahr zu einer 14-tägigen Reise nach Santiago de Compostela auf. Warum pilgern Menschen überhaupt? Bereits im Mittelalter pilgerten die Menschen zum Heiligen Jakobus, um sich einen Platz im Paradies zu sichern. Heute haben die Motivationen von Pilgern nicht unbedingt einen religiösen Ursprung. Einige sehen darin eine sportliche Herausforderung. Andere möchten möglichst viele Menschen aus aller Herren Länder kennenlernen. Wieder andere verarbeiten schlimme Erfahrungen, haben ein Burn-out erlitten oder möchten sich etwas beweisen. Die Gründe sind so vielfältig wie die Menschen, die sich auf den Weg machen. Für mich ist es eine persönliche Auszeit, in der ich zur Ruhe komme. Ich will die Natur, all die wunderbaren Pflanzen und Tiere, auch die ganz kleinen, beim Gehen wahrnehmen, auf sie achten und mich jeden Tag wundern und darüber staunen, wie schön die Welt erschaffen ist. In Deutschland ist man als Pilger mehr oder weniger ein Exot, in Spanien dagegen gehören diese Reisenden zum Straßenbild. Wildfremde Fußgänger oder Radfahrer rufen einem „buen camino“ zu. Gut vorbereitet Pilgern kann zur Sucht werden. Kaum komme ich von meiner Reise zurück, überlege ich mir, wohin es nächstes Jahr gehen soll. So habe ich mit den ersten Überlegungen bereits im Herbst letzten Jahres angefangen. Nur war es dieses Mal anders. 2017 habe ich auf dem Münchner Jakobsweg eine Gleichgesinnte kennengelernt, mit der ich das letzte Stück zusammen gewandert bin. Nachdem wir uns so gut verstanden haben, haben wir beschlossen, die nächste Pilgerreise gemeinsam zu unternehmen. Unsere Wahl fiel auf den Portugiesischen Jakobsweg, der in Porto beginnt und in Santiago de Compostela endet. Im Gegensatz zu dem traditionellen spanischen Jakobsweg mit 800 Kilometern ist dieser nur circa 250 Kilometer lang und somit in zwei Wochen gut machbar. Im Januar 2018 buchten wir unseren Flug nach Porto und den Rückflug von Santiago nach München.… weiterlesen

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