Schlagwort: Südtirol


Ein Hotel, wo man einfach nicht mehr weg möchte

„Kann ich hier bitte einziehen?“ Dieser Satz wird heutzutage oft inflationär gebraucht, sobald ein Restaurant oder Hotel ein schönes Interieur bietet. Doch gutes Aussehen ist das eine, ein Gefühl das andere. Denn das, was unsichtbar ist – die Atmosphäre – entscheidet über das Wohlbefinden, und ob man in einer Location auch wirklich wohnen möchte.
Das 5* Gourmet Hotel & Spa Gardena Grödnerhof in Südtirol ist definitiv so ein Ort. In eines der 54 elegant und liebevoll eingerichteten Zimmer möchte zumindest ich sofort einziehen.

Familienhotel mit Wohlfühl-Faktor

Woher der Wohlfühl-Faktor kommt? Von viel, viel Herzlichkeit. Das Hotel im charmanten Bergdorf St. Ulrich inmitten der Dolomiten gibt es schon seit 1923 und ist bis heute in Besitz der Familie Bernardi. Bodenständige Leute, denen es nicht um extravagantes Chichi geht, sondern darum, ihren Job gut zu machen, damit sich alle Gäste stets wie zuhause fühlen – und dabei in dezentem Luxus schwelgen können. Nicht umsonst gehört das Gardena Grödnerhof zum exklusiven Kreis der Relais & Chateaux Hotels. Die Behaglichkeit beginnt schon beim Check-in: Platz nehmen in kuschligen Sesseln, ein heißes Tuch zum Erfrischen für die Hände und ein köstlicher Drink des Hauses für die Seele. Stress und Sorgen? Alles weg! Man fühlt sich jederzeit willkommen. Das Personal ist aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein und schnell wird klar: Auch die fühlen sich hier wohl.

Entspannen im Floating-Raum

Vor allem der wunderschöne, 2018 komplett erneuerte Spa-Bereich verführt zum Einziehen ins Hotel. Die rund 1.900 qm sind wie der Rest des Hauses modern-alpin eingerichtet mit viel Holz und in gedeckten Natur-Tönen. Durch große Fensterfronten lässt sich das fantastische Berg-Panorama anschmachten, besonders gute Sicht hat man vom Rooftop-Pool und aus der finnischen Sauna. Doch das eigentliche Relax-Highlight ist der Floating-Raum. Auf Liegen, die einem Wasserbett ähneln und mit Kopfhörern ausgestattet sind, fühlt man sich schon nach 10 Minuten so entspannt wie nach einer zweistündigen Meditations-Session.

Soulfood auf Sterne-Niveau

Noch mehr gestreichelt wird die Seele im Gardena Grödnerhof beim Essen: Chefkoch Hubert Fischnaller serviert jeden Abend ein 6-Gang-Menü auf höchstem Niveau: Erdbeer-Pfeffer-Sorbet, Ziegencamembertmousse, rosa gebratenes Kalbskaree oder Kokusnuss-Crème-Brulée. Echte Gourmets schätzen zudem die kulinarische Abwechslung im Hotel: Gegen einen Aufpreis kann man sich ebenfalls die Hauben- und Michelin-Sterne-Küche von Reimund Brunner in den „Anna Stuben“ gleich nebenan schmecken lassen.

Die Dolomiten erkunden

Das Rundum-gelungen-Paket vervollständigt die tolle Lage vom Gardena Grödnerhof: Im Winter gibt es direkte Liftverbindungen in das 1.200 km große Skigebiet, zu dem auch die bekannte „Sella Ronda“ und „Seiser Alm“ gehört. Im Sommer kann man wandern, radfahren oder durch nahegelegene Städte bummeln wie Brixen (25 km) oder Bozen (36 km). Ansonsten gibt es im Hotel selbst noch eine sagenhaft gut bestückte Bar, einen 2.000 qm großen Gartenbereich, ein wöchentlich wechselndes Fitness-Programm und ein Billard-Zimmer. Wie schon gesagt: Kann ich hier bitte einziehen?

Was kostet es? DZ im Gourmet Hotel & Spa Gardena Grödnerhof ab 164 Euro p.P. (in der Nebensaison) inkl. Gourmet-Halbpension (Frühstück, Kuchenbuffet, 6-Gang-Abendessen). Tipp: Die „Gardena Chalets“  direkt neben dem Hotel sind ideal für größere Gruppen und Familien ab 1.700 Euro/Woche (in der Nebensaison).


100 Prozent pflanzliche Wirkstoffe werden bei Team Dr Joseph mit modernster Mikrotechnologie verfeinert

Chemiefrei, ökologisch korrekt. Die Hauptpflege-Linie Team Dr Joseph aus Südtirol passt perfekt ins heutige Bild vom nachhaltigen Zeitgeist. Sie bezeichnet sich als „High-Tech-Naturkosmetik“. Moderne Power-Beauty für die Haut. Dabei wurde der Grundstein schon vor mehr als 40 Jahren gelegt.

Ein Unfall war schuld

Joseph Franz war Profi-Eishockey-Spieler. Ein Unfall beendete seine Karriere. Plötzlich war alles anders. „Überall in seinem Körper waren Entzündungen. Er hatte Wassereinlagerungen, die Muskeln waren verhärtet, der Stoffwechsel streikte. Die Schulmediziner wussten nicht weiter, eine Operation schien unausweichlich. Doch damit wollte unser Vater sich nicht abfinden“, erzählen seine Söhne Fabian und Viktor. Also suchte er nach Alternativen. Joseph Franz besann sich auf seine Wurzeln. Er stammt aus Bruneck, war inmitten eines großen Gartens mit Heilkräutern aufgewachsen. Pflanzenwirkstoffe, Kräuter und ätherische Öle waren schon immer seine Passion. Als kleiner Junge hatte er seine eigenen Herbarien.

Studien und Reisen

Auf der Suche nach einem Mittel tauchte Joseph Franz immer tiefer ein in die geheimnisvolle Welt der Pflanzen. Es folgte eine Ausbildung zum Heilpraktiker, Studium an der pharmakologischen Fakultät der Universität Urbino und jahrelange Reisen durch Europa, um sein Wissen über Heilkräuter, ihre Wirkstoffe und Synergieeffekte zu erweitern. Ihm gelang, woran keiner mehr geglaubt hatte: Durch den gezielten Einsatz der Heilpflanzen verschwanden die Schmerzen, der Stoffwechsel fuhr wieder an. Der Körper regenerierte komplett. Fast so, als hätte man einen Reset-Knopf gedrückt. Doch Joseph Franz wollte sein Wissen weitergeben, anderen Menschen helfen. Also eröffnete er in Bruneck einen kleinen Naturkostladen. Neben Obst und Gemüse bot er dort selbstgemachte Mineralseife, Shampoos, ätherische Ölmixturen und Cremes an. Die Kräuter dafür kamen aus dem eigenen Kräutergarten.

Vom Naturkostladen zum Imperium

Inzwischen ist ein kleines Imperium daraus geworden. Den Kräutergarten am Familienhaus mit ca. 100 verschiedene Heilpflanzen gibt es noch immer. Allerdings hauptsächlich für Studienzwecke. Nur ein kleiner Teil der Rohstoffe wie z.B. Johanniskraut und Edelweiß wird hier noch produziert. Größere Mengen für die Naturkosmetik beziehen sie aus gesicherten Resourcen. Nach dem Studium –  Fabian studierte Design in Bozen, dann Architektur in Innsbruck und Rom; Viktor Wirtschaftswissenschaften in Verona – sind auch die Söhne zurück in Südtirol und in den heimischen Betrieb eingestiegen. Gemeinsam mit dem Vater entwickeln sie dessen Rezepte weiter und gründeten 2014 das „Team Dr. Joseph“. Doch das Zepter hält immer noch der Senior in der Hand.

Dr. Franz, worin liegt der ganzheitliche Ansatz Ihrer Pflegelinie?

Bei einem Kosmetikum ist es auch wichtig, dass es eine ganz feine Wirkung über die Nase hat, Haut und Schleimhaut sind ja ziemlich verwandt. Will man die Haut-Gesundheit ganzheitlich betrachten, geht es um drei Bereiche: Psyche, Metabolismus, Struktur. Schaffe ich es, mit einem Produkt diese drei Bereiche anzusprechen, dann habe ich ganzheitlich gedacht.

Worin sind Pflanzen der Chemie überlegen?

Ein Beispiel: Pflanze haben nicht nur Phenole, um Bakterien zu töten, wenn ich das jetzt auf der chemischen Ebene betrachte. Sondern es handelt sich immer um einen riesengroßen Komplex. An synthetisch nachgebaute Substanzen können sich die Bakterien anpassen, und die wirken dann nicht mehr. Die Phenole in der Natur haben ewig gewirkt und werden auch in Zukunft ewig wirken. Das heißt, wenn ich auf der Haut pathogene Keime habe bei Akne beispielsweise Streptokokken, dann will ich die nicht nur bekämpfen, sondern auf breiterer Ebene klein halten.

Thema Konservierungsmittel…

Die Pflanze an sich gibt schon die Antwort. Sie kann 100%ig unterscheiden zwischen pathogenen und physiologischen Keimen. Wir wollen mit einem Kosmetikprodukt ja nicht die Hautflora kaputt machen durch extrem scharfe Konservierungsmittel, die dann alles bekämpfen, was sich tummelt. Und das nur, um das Produkt in alle Ewigkeit haltbar zu machen. Auf diese Weise kann ich zwar ein hochwirksames Produkt produzieren, aber auch gleichsam meinen allerliebsten Freund kaputt machen, die hautphysiologische Lipidschicht.

Wie konservieren Sie dann Ihre Produkte?

Wir garantieren 2,5 Jahre Haltbarkeit. Das ist extrem viel in unserem Bereich. Aber wir haben ein bißchen Glück gehabt vor vielen Jahren, verschiedene Stoffe zu kombinieren. Es hat nur einen Versuch gebraucht mit pflanzlichen Stoffen, die nicht aggressiv sind wie z.B. Rosmarin. Den futtert man schließlich seit jeher mit Braten. Warum? Mit Thymian und Rosmarin lassen sich Eiweiße wesentlich besser verdauen. Von den Traditionen aus der Ernährung kann man extrem viel lernen, und wir übertragen das dann auf die Kosmetikbranche. Rosmarin ist eines unserer Konservierungsmittel. Ein weiteres ist eine Fraktion der Rosen, der Phenylethylalkohol.

Klingt chemisch!

Ja, das tollste chemische Labor ist nicht irgendwo in einer mega-galaktischen Halle zu finden. Das intelligenteste Labor ist die minikleine Zelle. Wenn man die Photosynthese anschaut, erkennt man, was eine Zelle fähig ist zu produzieren. Bleiben wir bei der Rose. Sie besitzt zwischen 400 und 500 chemische Substanzen. Die meisten kennen unsere Chemiker gar nicht. Deshalb habe ich großen Respekt vor dem Labor Pflanze/Zelle, von der wir noch unwahrscheinlich viel lernen können. Man entdeckt immer wieder hochinteressante Sachen, die wir uns dann nützlich machen wie den Phenylethylalkohol. Der konserviert intelligent. Er weiß, dass er keine physikalischen Keime, sondern nur pathogene kaputt machen soll. Auf die Haut über das Kosmetikum aufgebracht, schützt er das Produkt und die Haut. Die Oxydation läuft ja immer auf unserer Haut ab, aber dann kommt dieses tapfere Schneiderlein…

Was ist Ihre ganz persönliche Lieblingspflanze im Kräutergarten?

Eine der tollsten Pflanzen, die dort wächst, ist die Rhodiola Rosea (Rosenwurz). In der alten Sowjetunion wurde auf medizinischer Ebene viel damit gearbeitet. Sie ist ein sogenanntes Adaptogen, das heißt ein Stresskiller aus der Natur. Rhodiola ist in verschiedenen unserer Produkte enthalten. Sie verbessert unser Abwehrsystem, stärkt die Psyche und die Resistenz gegenüber externen Einflüssen wie Stress, Pollution. Sie hält die aggressiven Sauerstoffradikale klein. Wir verwenden die Rhodiola auch zur Konservierung.

Wie findet man so eine Wunderpflanze?

Die Rhodiola kommt eigentlich aus der russischen Pharmakopöe (amtliches Arzneibuch). Deshalb gibt es viele wissenschaftliche Arbeiten, was diese Pflanze auf zellulärer Ebene im Stande zu leisten ist. Wir haben uns Samen besorgt und mit einem sozialen Projekt zusammengetan, wo Leute, die irgendwie aus der Bahn geworfen wurden, temporär im Garten arbeiten. Die haben in einer zweiten Phase die Pflänzchen gezogen, die dann auf ein Feld kommen. Das ist bei uns im Tierser Tal auf 1300 Meter Höhe. Wir haben auch Versuche auf 1800 Meereshöhe gemacht, also weit über der Baumgrenze. Dort hat sie nicht gut überlebt.

Wann ist eine Pflanze sozusagen erntebereit?

Wenn die Pflanzen in der ersten Phase im Garten zwei Jahre überleben, dann werden sie von den Inhaltsstoffen her analysisiert. Man weiß dann, was sie unter den Bedingungen in unserer Region hergibt. Erst nach drei bis fünf Jahren sind die Wirkstoffe einer Pflanze so weit, dass wir sie verwenden können. Bei uns im Labor werden dann die Extrakte untersucht, bevor sie in minikleinen Mengen in unsere Kosmetika kommen.

Was ist das Wichtigste, das Sie von der Natur gelernt haben?

Die Biodiversität, weil sie ganz klar die Stabilität des Systems ist. Und wir machen momentan diese Biodiversität in allen Bereichen kaputt. Auch auf politischer Ebene.


Reisen ist meine Leidenschaft.
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