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Dabei ist das nur eines der außergewöhnlichen Angebote, die den Gast im Küglerhof in Dorf Tirol erwarten.

Das Vier Sterne-Haus in bester Hanglage in den Südtiroler Alpen trägt die unverwechselbare Handschrift seiner charmanten Chefin. Judith Dilitz führt das Hotel im chicen Alpin-Lifestyle seit dem Tod ihres Mannes allein. Ihr Credo: Der Gast soll sich angekommen fühlen. Und dafür tut sie (fast) alles.

Lodge-Stil

Der Küglerhof stammt aus dem Jahr 1972. Seitdem hat er mehrere Bauphasen hinter sich bis aus einem anspruchsvollen Landhotel eines der bemerkenswertesten Häuser Südtirols entstanden ist. Mit seinen nur 35 Zimmern und Suiten ist es übersichtlich und fast schon privat geblieben. In dem Haus im Lodge-Stil beherrschen edle Materialien die lichtdurchfluteten Räume. Große Fensterflächen geben den Blick über das Tal frei. Das Dorf Tirol und die Kurstadt Meran liegen dem Hotel zu Füßen.

Sternverdächtig

Die Küche unter Andreas Pircher und seiner jungen Mannschaft genießt einen hervorragenden Ruf. Und das nicht nur unter Hausgästen, sondern auch bei zahlreichen Feinschmeckern, die gerne immer wieder in den Küglerhof kommen. Das Besondere: Südtiroler Gerichte werden individuell verfeinert und gepaart mit der Leichtigkeit und den Aromen der italienischen Küche. Die Weinkarte verfügt über 290 (!) Südtiroler Spitzenweine, sorgfältig bei Verkostungen ausgesucht.

Detailverliebt

Der Wellnessbereich aus Holz, Natursteinen und Glas verfügt über vier Saunen mit Bio-Heu-und Kräutersauna, einem Kneipptretparcour und einem Whirlpool, der für jeden Gast neu geflutet wird. Im kleinen Spa wird man mit liebevollen Details wie eigenen frischen Kräutern für Anwendungen sowie einem Sud aus selbst geschnittener Birkenrinde verwöhnt. Der Außenpool mit großer Liegewiese ist immer auf 28 Grad geheizt.

Fitmacher

Um bei all dem guten Essen fit und in Form zu bleiben, gibt es einen kleinen Fitnessraum mit Trainingsgeräten in einem eigenen Häuschen auf dem Anwesen. Der sonnendurchflutete Gymnastikraum ist das Refugium von Fitnesstrainerin Maria Luise. Sie bietet Yoga, Wirbelsäulengymnastik, Tiefenentspannung, Theraband-Workout und noch vieles mehr an. Morgengymnastik oder Pilates wird auf Anfragen von der Hausherrin selbst, diplomierte Pilates-Lehrerin, durchgeführt. Wer lieber im Freien neue Energie tankt, kann sich eines der kostenlosen Mountainbikes ausleihen oder geht mit einer einheimischen Expertin zum Wald-Atmen.

Naturverbunden

Wald-Atmen? Neo-Esoterischer Unfug mögen manche denken. Keineswegs. „Bäume sind Heiligtümer“ schrieb schon Hermann Hesse. „Wenn wir gelernt haben, ihnen zuzuhören, dann gewinnt gerade die Kürze und Schnelligkeit und Kinderhast unserer Gedanken eine Freudigkeit ohnegleichen.“ In Japan und Südkorea ist Shinrin Yoku, die Wald-Therapie, längst fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Wissenschaftliche Arbeiten konnten nachweisen, dass das bewußte Atmen und Meditieren im Wald den Blutdruck senkt, den Puls reguliert und Stresshormone reduziert. Unser Immunsystem kommuniziert mit der Natur, sodass sich sogar unsere Killerzellen vermehren.

7 Fragen an Küglerhof-Chefin Judith Dilitz

Es gibt in der Region viele tolle Hotels. Was ist im Küglerhof anders?

Ich denke, ich biete meinen Gästen diesen lässigen Luxus. Das Ungezwungene und doch auf einem guten Niveau. Qualität wird bei mir sehr groß geschrieben. Auch Service ist mir extrem wichtig, dass man auf den Gast zugeht. Ich habe ein cooles Publikum und immer eine tolle Atmosphäre im Haus, darauf bin ich richtig stolz.

Wer zeichnet für das Interieur verantwortlich?

2008 war der große Umbau. Damals hat mich Edith Kapferer von „Lebensraum“ in Lana unterstützt. Inzwischen habe ich meine eigene Handschrift eingebracht. Ich habe ein wenig ausgeräumt und alles heller gemacht. Manches auch gelassen: Der Boden ist zehn Jahre alt, wird aber immer schöner, weil es eben eine sehr gute Qualität ist. Ich finde, die Verbindung zwischen dem alten Haus, es ist 50 Jahre alt, und dem neuen ist sehr gelungen (?geglückt?) Die Stehlampen sind auch schon aus dieser Zeit, ich habe sie nur etwas aufgepeppt. Die Mischung aus Neu und Alt ist meiner Meinung nach gut gelungen.

Auch die Deko ist angenehm reduziert?

Weniger ist mehr. Ich bin da extrem empfindlich. Es muss nicht auf jedem Tisch eine Vase stehen. Wenn Blumen, dann frische. Auch beim Essen finde ich, weniger ist mehr. Da habe ich lieber nur ein gutes Gericht, dafür aber eine hohe Qualität.

Bio, vegan und regionale Küche sind Trend..

Regionale Küche bei mir sehr gerne. Wir verwenden mehrheitlich Produkte aus Südtirol. Artischocken von hiesigen Bauern, Saibling aus dem Passeiertal, Erdbeeren vom Martelltal. Den Schnittlauch bringt ein hiesiger alter Bauer aus seinem Garten. Mit Vegetariern als Gäste haben wir überhaupt kein Problem. Vegan ist es etwas problematisch. Wenn ich eine Anfrage habe für eine Woche vegan, ist mein Koch eher der, der sagt, das kann er nicht. Wird aber auch nicht häufig gefragt. Vor vier Jahren haben mir viele Gäste Listen geschickt, was sie alles nicht essen dürfen wegen ihrer Laktose-Unverträglichkeit. Das hat inzwischen nahezu aufgehört. Ist vielleicht auch so etwas wie eine Modeerscheinung gewesen.

Wie kommt man als Hotelchefin zu einer Pilates-Ausbildung?

Ich wollte als Kind immer Sportlehrerin werden, war dann auch die erste Aerobiclehrerin im Pustertal, wo ich aufgewachsen bin. Letztendlich konnte ich aber meine Passion doch nicht ausleben, weil ich dann in die Baufirma meines Vaters einsteigen musste. 25 Jahre habe ich mit ihm gearbeitet, habe Immobilien verkauft, bin viel gereist und habe viele Hotels gesehen. Als ich meinen Mann mit diesem Hotel kennenlernte, wußte ich, das ist schöner und menschlicher als Immobilien. So habe ich mit ihm zusammen angefangen, das Hotel zu führen. Aber auf Wunsch mache ich immer noch Pilates-Stunden mit Gästen. Das ist sehr persönlich, man hat mit den Gästen ein anderes Feeling, atmet gleich.

Wenn Sie selbst Gast sind – Boutique-Hotel oder großes Haus?

Mir liegen mehr die Boutique-Häuser. Große Hotels mag ich eigentlich nicht. Ich verliere da schon mal die Orientierung, mein Zimmer wiederzufinden.

Gibt es Ermüdungsphasen in Ihrem Job?

Nein, ich freue mich jedes Mal, nach der Pause wieder zu eröffnen. Wir haben vier Monate geschlossen, aber die Vorbereitungsphase vor der Wiedereröffnung ist lang. Putzen, erneuern, da ein Kissen, hier eine neue Lampe, neue Stühle im Speisesaal, neue Speisekarten. Auch in den Zimmern lasse ich mir immer ganz gerne etwas Neues einfallen.

 

 

 


Ein Hotel, wo man einfach nicht mehr weg möchte

„Kann ich hier bitte einziehen?“ Dieser Satz wird heutzutage oft inflationär gebraucht, sobald ein Restaurant oder Hotel ein schönes Interieur bietet. Doch gutes Aussehen ist das eine, ein Gefühl das andere. Denn das, was unsichtbar ist – die Atmosphäre – entscheidet über das Wohlbefinden, und ob man in einer Location auch wirklich wohnen möchte.
Das 5* Gourmet Hotel & Spa Gardena Grödnerhof in Südtirol ist definitiv so ein Ort. In eines der 54 elegant und liebevoll eingerichteten Zimmer möchte zumindest ich sofort einziehen.

Familienhotel mit Wohlfühl-Faktor

Woher der Wohlfühl-Faktor kommt? Von viel, viel Herzlichkeit. Das Hotel im charmanten Bergdorf St. Ulrich inmitten der Dolomiten gibt es schon seit 1923 und ist bis heute in Besitz der Familie Bernardi. Bodenständige Leute, denen es nicht um extravagantes Chichi geht, sondern darum, ihren Job gut zu machen, damit sich alle Gäste stets wie zuhause fühlen – und dabei in dezentem Luxus schwelgen können. Nicht umsonst gehört das Gardena Grödnerhof zum exklusiven Kreis der Relais & Chateaux Hotels. Die Behaglichkeit beginnt schon beim Check-in: Platz nehmen in kuschligen Sesseln, ein heißes Tuch zum Erfrischen für die Hände und ein köstlicher Drink des Hauses für die Seele. Stress und Sorgen? Alles weg! Man fühlt sich jederzeit willkommen. Das Personal ist aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein und schnell wird klar: Auch die fühlen sich hier wohl.

Entspannen im Floating-Raum

Vor allem der wunderschöne, 2018 komplett erneuerte Spa-Bereich verführt zum Einziehen ins Hotel. Die rund 1.900 qm sind wie der Rest des Hauses modern-alpin eingerichtet mit viel Holz und in gedeckten Natur-Tönen. Durch große Fensterfronten lässt sich das fantastische Berg-Panorama anschmachten, besonders gute Sicht hat man vom Rooftop-Pool und aus der finnischen Sauna. Doch das eigentliche Relax-Highlight ist der Floating-Raum. Auf Liegen, die einem Wasserbett ähneln und mit Kopfhörern ausgestattet sind, fühlt man sich schon nach 10 Minuten so entspannt wie nach einer zweistündigen Meditations-Session.

Soulfood auf Sterne-Niveau

Noch mehr gestreichelt wird die Seele im Gardena Grödnerhof beim Essen: Chefkoch Hubert Fischnaller serviert jeden Abend ein 6-Gang-Menü auf höchstem Niveau: Erdbeer-Pfeffer-Sorbet, Ziegencamembertmousse, rosa gebratenes Kalbskaree oder Kokusnuss-Crème-Brulée. Echte Gourmets schätzen zudem die kulinarische Abwechslung im Hotel: Gegen einen Aufpreis kann man sich ebenfalls die Hauben- und Michelin-Sterne-Küche von Reimund Brunner in den „Anna Stuben“ gleich nebenan schmecken lassen.

Die Dolomiten erkunden

Das Rundum-gelungen-Paket vervollständigt die tolle Lage vom Gardena Grödnerhof: Im Winter gibt es direkte Liftverbindungen in das 1.200 km große Skigebiet, zu dem auch die bekannte „Sella Ronda“ und „Seiser Alm“ gehört. Im Sommer kann man wandern, radfahren oder durch nahegelegene Städte bummeln wie Brixen (25 km) oder Bozen (36 km). Ansonsten gibt es im Hotel selbst noch eine sagenhaft gut bestückte Bar, einen 2.000 qm großen Gartenbereich, ein wöchentlich wechselndes Fitness-Programm und ein Billard-Zimmer. Wie schon gesagt: Kann ich hier bitte einziehen?

Was kostet es? DZ im Gourmet Hotel & Spa Gardena Grödnerhof ab 164 Euro p.P. (in der Nebensaison) inkl. Gourmet-Halbpension (Frühstück, Kuchenbuffet, 6-Gang-Abendessen). Tipp: Die „Gardena Chalets“  direkt neben dem Hotel sind ideal für größere Gruppen und Familien ab 1.700 Euro/Woche (in der Nebensaison).


100 Prozent pflanzliche Wirkstoffe werden bei Team Dr Joseph mit modernster Mikrotechnologie verfeinert

Chemiefrei, ökologisch korrekt. Die Hauptpflege-Linie Team Dr Joseph aus Südtirol passt perfekt ins heutige Bild vom nachhaltigen Zeitgeist. Sie bezeichnet sich als „High-Tech-Naturkosmetik“. Moderne Power-Beauty für die Haut. Dabei wurde der Grundstein schon vor mehr als 40 Jahren gelegt.

Ein Unfall war schuld

Joseph Franz war Profi-Eishockey-Spieler. Ein Unfall beendete seine Karriere. Plötzlich war alles anders. „Überall in seinem Körper waren Entzündungen. Er hatte Wassereinlagerungen, die Muskeln waren verhärtet, der Stoffwechsel streikte. Die Schulmediziner wussten nicht weiter, eine Operation schien unausweichlich. Doch damit wollte unser Vater sich nicht abfinden“, erzählen seine Söhne Fabian und Viktor. Also suchte er nach Alternativen. Joseph Franz besann sich auf seine Wurzeln. Er stammt aus Bruneck, war inmitten eines großen Gartens mit Heilkräutern aufgewachsen. Pflanzenwirkstoffe, Kräuter und ätherische Öle waren schon immer seine Passion. Als kleiner Junge hatte er seine eigenen Herbarien.

Studien und Reisen

Auf der Suche nach einem Mittel tauchte Joseph Franz immer tiefer ein in die geheimnisvolle Welt der Pflanzen. Es folgte eine Ausbildung zum Heilpraktiker, Studium an der pharmakologischen Fakultät der Universität Urbino und jahrelange Reisen durch Europa, um sein Wissen über Heilkräuter, ihre Wirkstoffe und Synergieeffekte zu erweitern. Ihm gelang, woran keiner mehr geglaubt hatte: Durch den gezielten Einsatz der Heilpflanzen verschwanden die Schmerzen, der Stoffwechsel fuhr wieder an. Der Körper regenerierte komplett. Fast so, als hätte man einen Reset-Knopf gedrückt. Doch Joseph Franz wollte sein Wissen weitergeben, anderen Menschen helfen. Also eröffnete er in Bruneck einen kleinen Naturkostladen. Neben Obst und Gemüse bot er dort selbstgemachte Mineralseife, Shampoos, ätherische Ölmixturen und Cremes an. Die Kräuter dafür kamen aus dem eigenen Kräutergarten.

Vom Naturkostladen zum Imperium

Inzwischen ist ein kleines Imperium daraus geworden. Den Kräutergarten am Familienhaus mit ca. 100 verschiedene Heilpflanzen gibt es noch immer. Allerdings hauptsächlich für Studienzwecke. Nur ein kleiner Teil der Rohstoffe wie z.B. Johanniskraut und Edelweiß wird hier noch produziert. Größere Mengen für die Naturkosmetik beziehen sie aus gesicherten Resourcen. Nach dem Studium –  Fabian studierte Design in Bozen, dann Architektur in Innsbruck und Rom; Viktor Wirtschaftswissenschaften in Verona – sind auch die Söhne zurück in Südtirol und in den heimischen Betrieb eingestiegen. Gemeinsam mit dem Vater entwickeln sie dessen Rezepte weiter und gründeten 2014 das „Team Dr. Joseph“. Doch das Zepter hält immer noch der Senior in der Hand.

Dr. Franz, worin liegt der ganzheitliche Ansatz Ihrer Pflegelinie?

Bei einem Kosmetikum ist es auch wichtig, dass es eine ganz feine Wirkung über die Nase hat, Haut und Schleimhaut sind ja ziemlich verwandt. Will man die Haut-Gesundheit ganzheitlich betrachten, geht es um drei Bereiche: Psyche, Metabolismus, Struktur. Schaffe ich es, mit einem Produkt diese drei Bereiche anzusprechen, dann habe ich ganzheitlich gedacht.

Worin sind Pflanzen der Chemie überlegen?

Ein Beispiel: Pflanze haben nicht nur Phenole, um Bakterien zu töten, wenn ich das jetzt auf der chemischen Ebene betrachte. Sondern es handelt sich immer um einen riesengroßen Komplex. An synthetisch nachgebaute Substanzen können sich die Bakterien anpassen, und die wirken dann nicht mehr. Die Phenole in der Natur haben ewig gewirkt und werden auch in Zukunft ewig wirken. Das heißt, wenn ich auf der Haut pathogene Keime habe bei Akne beispielsweise Streptokokken, dann will ich die nicht nur bekämpfen, sondern auf breiterer Ebene klein halten.

Thema Konservierungsmittel…

Die Pflanze an sich gibt schon die Antwort. Sie kann 100%ig unterscheiden zwischen pathogenen und physiologischen Keimen. Wir wollen mit einem Kosmetikprodukt ja nicht die Hautflora kaputt machen durch extrem scharfe Konservierungsmittel, die dann alles bekämpfen, was sich tummelt. Und das nur, um das Produkt in alle Ewigkeit haltbar zu machen. Auf diese Weise kann ich zwar ein hochwirksames Produkt produzieren, aber auch gleichsam meinen allerliebsten Freund kaputt machen, die hautphysiologische Lipidschicht.

Wie konservieren Sie dann Ihre Produkte?

Wir garantieren 2,5 Jahre Haltbarkeit. Das ist extrem viel in unserem Bereich. Aber wir haben ein bißchen Glück gehabt vor vielen Jahren, verschiedene Stoffe zu kombinieren. Es hat nur einen Versuch gebraucht mit pflanzlichen Stoffen, die nicht aggressiv sind wie z.B. Rosmarin. Den futtert man schließlich seit jeher mit Braten. Warum? Mit Thymian und Rosmarin lassen sich Eiweiße wesentlich besser verdauen. Von den Traditionen aus der Ernährung kann man extrem viel lernen, und wir übertragen das dann auf die Kosmetikbranche. Rosmarin ist eines unserer Konservierungsmittel. Ein weiteres ist eine Fraktion der Rosen, der Phenylethylalkohol.

Klingt chemisch!

Ja, das tollste chemische Labor ist nicht irgendwo in einer mega-galaktischen Halle zu finden. Das intelligenteste Labor ist die minikleine Zelle. Wenn man die Photosynthese anschaut, erkennt man, was eine Zelle fähig ist zu produzieren. Bleiben wir bei der Rose. Sie besitzt zwischen 400 und 500 chemische Substanzen. Die meisten kennen unsere Chemiker gar nicht. Deshalb habe ich großen Respekt vor dem Labor Pflanze/Zelle, von der wir noch unwahrscheinlich viel lernen können. Man entdeckt immer wieder hochinteressante Sachen, die wir uns dann nützlich machen wie den Phenylethylalkohol. Der konserviert intelligent. Er weiß, dass er keine physikalischen Keime, sondern nur pathogene kaputt machen soll. Auf die Haut über das Kosmetikum aufgebracht, schützt er das Produkt und die Haut. Die Oxydation läuft ja immer auf unserer Haut ab, aber dann kommt dieses tapfere Schneiderlein…

Was ist Ihre ganz persönliche Lieblingspflanze im Kräutergarten?

Eine der tollsten Pflanzen, die dort wächst, ist die Rhodiola Rosea (Rosenwurz). In der alten Sowjetunion wurde auf medizinischer Ebene viel damit gearbeitet. Sie ist ein sogenanntes Adaptogen, das heißt ein Stresskiller aus der Natur. Rhodiola ist in verschiedenen unserer Produkte enthalten. Sie verbessert unser Abwehrsystem, stärkt die Psyche und die Resistenz gegenüber externen Einflüssen wie Stress, Pollution. Sie hält die aggressiven Sauerstoffradikale klein. Wir verwenden die Rhodiola auch zur Konservierung.

Wie findet man so eine Wunderpflanze?

Die Rhodiola kommt eigentlich aus der russischen Pharmakopöe (amtliches Arzneibuch). Deshalb gibt es viele wissenschaftliche Arbeiten, was diese Pflanze auf zellulärer Ebene im Stande zu leisten ist. Wir haben uns Samen besorgt und mit einem sozialen Projekt zusammengetan, wo Leute, die irgendwie aus der Bahn geworfen wurden, temporär im Garten arbeiten. Die haben in einer zweiten Phase die Pflänzchen gezogen, die dann auf ein Feld kommen. Das ist bei uns im Tierser Tal auf 1300 Meter Höhe. Wir haben auch Versuche auf 1800 Meereshöhe gemacht, also weit über der Baumgrenze. Dort hat sie nicht gut überlebt.

Wann ist eine Pflanze sozusagen erntebereit?

Wenn die Pflanzen in der ersten Phase im Garten zwei Jahre überleben, dann werden sie von den Inhaltsstoffen her analysisiert. Man weiß dann, was sie unter den Bedingungen in unserer Region hergibt. Erst nach drei bis fünf Jahren sind die Wirkstoffe einer Pflanze so weit, dass wir sie verwenden können. Bei uns im Labor werden dann die Extrakte untersucht, bevor sie in minikleinen Mengen in unsere Kosmetika kommen.

Was ist das Wichtigste, das Sie von der Natur gelernt haben?

Die Biodiversität, weil sie ganz klar die Stabilität des Systems ist. Und wir machen momentan diese Biodiversität in allen Bereichen kaputt. Auch auf politischer Ebene.


Im My Arbor lebt jeder nach seinem eigenen Rhythmus

Brixen ist nur drei Stunden von München entfernt. Als bekennender Pünktlichkeitsfanatiker bin ich so rechtzeitig auf der Autobahn, dass ich bereits um 14 Uhr ankomme. Da ich mich erst um 17 Uhr in dem kürzlich eröffneten My Arbor oberhalb von Brixen angekündigt habe, bleibt mir noch genug Zeit, den Ort zu erkunden und für heute meinen ersten Espresso auf italienischem Boden zu trinken. Ich stelle fest, Brixen lohnt sich. Was für ein hübsches kleines Städtchen mit Cafés, Restaurants und netten Geschäften. Dass sich in der Fußgängerzone gerade der örtliche Trachtenverein mit seinen in der Sonne glänzenden Instrumenten formiert, ist ein besonders farbenprächtiges Fotomotiv. Die Männer tragen rote Westen zu hellen hirschledernen Kniebundhosen, die Frauen lange Dirndl mit rotem Mieder und schwarzen Röcken zu weißen Schürzen. Das typische Fransentuch liegt locker um den Hals. Leider kann ich nicht warten, bis sie zu spielen anfangen.

Kurvenreich geht es auf 1000 Höhenmeter

Es ist Zeit, mich auf den Weg in mein Baumhotel in St. Andrä auf knapp 1.000 Meter Höhe zu machen. Laut Navi sind es nur sieben Kilometer, aber die Straße führt mit vielen Serpentinen stets bergauf. Das dauert. Der Blick über Brixen ist dafür atemberaubend. Für ein Foto muss ich einfach stehen bleiben. Noch eine Kurve und noch eine, dann sehe ich das Hotel. Der mit hellen Holzschindeln verkleidete, kubusartige Komplex auf 34 Meter hohen Stelzen erbaut, schmiegt sich harmonisch in den bewaldeten Hang der Plose. Der Gebirgsstock bietet einen der direktesten Zugänge zu den Dolomiten und eine der besten Aussichten. Die 104 Zimmer im My Arbor verteilen sich auf vier Stockwerke. Es gibt vier Zimmerkategorien: Nest, Hangout, Treetop sowie eine My Arbor Suite.

Holz gibt den Ton an

Holz ist das tragende Element der Inneneinrichtung von My Arbor (Lateinisch: arbor, arbōs (poet.) <oris> f, Deutsch: Baum). In den Zimmern sind die Wände holzverkleidet, hölzerne Quadrate wechseln sich dabei mit textilen Flächen ab. Auch Böden und Kleinmöbel sind aus Holz. Als harmonische Ergänzung kommt ein dunkles Grau ins Spiel für Vorhänge, kuschelige Leseecken und kleine Lederbänke. Überall bodentiefe Fenster, die den Blick ins Eisacktal (italienisch Valle Isarco, ladinisch Val dl Isarch), auf die Berge, auf bewaldete Hänge oder weites Wiesenland freigeben. Von meinem „Nest“ aus sehe ich den Paraglidern zu, wie ihre bunten Schirme anmutig über den Baumwipfeln schweben.

Baumhausstruktur im Spa Arboris

Dann ist es Zeit für meine Ritual Gesichtsbehandlung im Spa. Selbst in den Behandlungsräumen im unteren Stockwerk schaut man ins Grüne. Nicht anders im weitläufigen Spa Arboris auf 2500 qm: Ruheoase mit Infinity Pool, Yoga Refugium, Saunawelt und Personal Training in einem modernst ausgestatteten Fitnessraum. Unbehandelte Baumstämme sind das durchgängige Deko-Element hier wie überall in dem 4 Sterne Superior Haus. Es sind jene Bäume, die für den Hotelbau gefällt werden mussten. Wieder wird man an die Baumhausstruktur erinnert. Auch in meiner Kabine steht einer der dicken Stämme. 110 Minuten soll das Facial dauern. Ob das mein unruhiges Temperament so lange aushält? Ich bin gespannt. Magdalena heißt meine Behandlerin. Sie arbeitet mit Produkten aus der Region, einer hochwertigen High-Tech-Naturkosmetik von Team Dr. Joseph. Den Firmengründer und Visionär Erb. Dipl. Dr. Joseph Franz werde ich in den nächsten Tagen persönlich kennenlernen. Aber dazu kommen wir in einer anderen Geschichte.

Schröpfen heißt heutzutage Cupping

Erst einmal wird meine Haut von Magdalena gepeelt, ausgereinigt, gecremt, geknetet, mit Blütenstempeln massiert. Am ungewöhnlichsten finde ich die Anwendung von Schröpfgläsern. Dieses traditionelle Therapieverfahren wurde schon von den alten Ägyptern, den Griechen und auch in der chinesischen Medizin angewandt. Insider sagen heute Cupping dazu. Beim Gesichtsschröpfen werden kleinere Cups verwendet als am Rücken. Und auch die dabei üblichen kreisrunden Blutergüsse bleiben einem erspart. Mit den kleinen Gläsern wird das Gesicht lediglich massiert wird. Sie werden auf der Haut festgesaugt, um dann in streichenden oder kreisenden Bewegungen damit einige Minuten zu massieren. Dadurch soll der Stoffwechsel in den Zellen des Bindegewebes aktiviert werden. Mit Hilfe von Enzymen soll dann vermehrt Kollagen und Elastin produziert und somit die Spannkraft und Elastizität der Haut erhöht werden. Während der fast zwei Stunden Behandlungszeit passiert so viel in meinem Gesicht, dass Langeweile gar nicht erst aufkommt. Tatsächlich bin ich so tiefenentspannt, dass ich fast dabei einschlafe. Während der Einwirkzeit der Maske reißen mich allerdings die Geräusche, die Magdalena beim Säubern und Aufräumen ihre Utensilien macht, aus meinen süßen Träumen. Schade! Aber der Blick in den Spiegel versöhnt mich. Das Hautbild ist klarer und praller, es fühlt sich gut an.

Das Konzept der Ich-Zeit

Was mir an dem Hotelkonzept besonders entgegenkommt, ist der My-Gedanke, wie ihn schon der Name des Hauses suggeriert. Die Gäste sind dazu eingeladen, das zu leben, was im hektischen Alltag oft viel zu kurz kommt: Zeit für sich selbst zu haben und nach einem ganz eigenen Rhythmus zu agieren. Individualität ohne Limits. „Das Ich darf einfach Ich sein“, heißt es in der Hotelbeschreibung. Und tatsächlich, man kann Frühstücken bis mittags, Schwimmen nach Sonnenuntergang. Yoga, Wandern, ein Boot Camp Workout im Wald erleben, Biken oder Skifahren – je nach Jahreszeit. Das Abendessen stellt man sich selbst zusammen – aus den Classics wie südtiroler Schupfnudeln oder der Abendkarte, die täglich wechselt. Alles lecker und augenfreundlich angerichtet. Dass die Zimmerpreise Halbpension beinhalten, macht hier durchaus Sinn. Rundum gibt es weit und breit kein anderes Restaurant. Und wer will schon jeden Abend bis nach Brixen hinunter kurven. Ich jedenfalls genieße meine Ich-Zeit in vollen Zügen und lasse mich von einer Fusion aus südtiroler und italienischer Küche kombiniert mit kreativen Einflüssen aus aller Welt verwöhnen, entdecke den Weinkeller und mache Bekanntschaft mit einem Brotsommelier.


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