Autor: Nina Zeller

CultureAndCream-Autorin aus München Als studierte Kunsthistorikerin und Archäologin kenne ich die Geschichten von Kulturen, Gebäuden und Gemälden – na, zumindest von den meisten. Meine Tätigkeit als Beauty-Redakteurin hat in mir die Liebe zu Cremes (und Unmengen Nagellacken) entfacht. Aktuell schreibe ich über Medizin- und Gesundheitsthemen. Was schon immer das Schönste für mich war? Auf Reisen neue Trends und Hot-Spots zu entdecken, die ich hier mit Euch teilen möchte.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Wenn ein Dorf damit wirbt, das ansehnlichste seiner Art zu sein, weckt das natürlich erst mal Neugier. Was macht Alpbach, eine 2500-Seelen-Gemeinde in Tirol, so besonders?

Zum einen ist es ganz sicher die wunderbare Lage auf 1.000 Höhenmetern auf einem sonnigen Plateau inmitten der Kitzbüheler Alpen. Nach Innsbruck sind es entspannte 50 km, nach München 130 km. Das Herz jedes Outdoor-Fans schlägt höher bei der dortigen Fülle an Wander-Routen und Ski-Pisten. Einzigartig ist auch der einheitliche Baustil, dem Alpbach schließlich auch seine zwei Beauty-Titel verdankt. Denn auf Initiative von Alfons Moser, einstigem Bürgermeister, beschloss der Gemeinderat in den 50ern, das Parterre von jedem Haus aus Mauerwerk zu bauen und ab dem ersten Stock durch Holz bzw. eine Holzverkleidung abzulösen. Zudem schmückt jedes Gebäude der sogenannte „Alpbacher Balkon“ – rote und weiße (seltener rosa) Geranien.

Familiengeführte Herzlichkeit

Zum anderen sind auch Hotels wie der traditionell-gemütliche 4*S-Alpbacherhof mitverantwortlich für den unaufgeregt-herzlichen Charme des Ortes. Das Haus mit seinen 51 Komfort-Zimmern und 13 Suiten ist behaglich wie stilvoll eingerichtet und wird seit 2008 von Familie Margreiter liebevoll geführt. Die 2019 neu errichteten Zimmer besitzen sogar einen Elektro-Kamin. Was erst mal unsexy klingt, sieht aber täuschend echt aus, und sorgt auf Knopfdruck für kitschig-schöne Hütten-Romantik. 2019 wurde ebenfalls der Bar-Bereich im Erdgeschoss neu gestaltet. Dorthin wird auch erst mal jeder Gast nach dem Check-in geführt und auf ein Glas Prosecco eingeladen. Die bodentiefen Fenster geben den Blick frei auf die XXL-Außenterrasse und die Tiroler Bergwelt. So fühlt sich Urlaub an!

Massagen mit Tiefenwirkung

Die Erholung im Alpbacherhof geht im 1.600 Quadratmeter großen Wellnessbereich weiter. Dort gibt es neben einem Außen- und Innenpool herrlich kuschlige Körperschalen-liegen mit integrierter Tiefenwärme und einen sorgfältig gepflegten Wellnessgarten. In diesem befindet sich auch die 2019 neu errichtete Panorama-Sauna mit Bergblick. Wer eine Massage bucht, sollte nach Physiotherapeut Robert fragen. Der freundliche Rumäne versteht es, verspannte Muskeln gezielt zu lösen und ein neues Körpergefühl zu schenken – mit nachhaltiger Wirkung.

24h-Schlemmen

Wer will, kann im Alpbacherhof so gut wie rund um die Uhr schlemmen. Nach dem Frühstück folgen mit etwas Abstand eine Mittagsjause, dann ein Kaffee-Kuchen-Buffet sowie ein 6-Gang-Abendmenü, beispielsweise mit gemischtem Salat, Ratatouille-Pastete, Sellerie-Cremesuppe, Kalbsrücken-Filet, Nougatknödel und einer feinen Auswahl an Bergkäse. Sommelier Peter empfiehlt dabei auf charmante Art zu jedem Gang exzellente Weine, wie etwa einen Chablis AC 2015 aus dem Burgund oder den Lagrein Selezione 2018 vom Südtiroler Weingut Elena Walch.

Urig-schöne Umgebung

Abtrainieren lässt sich das köstliche Essen im Winter auf 145 Pisten-Kilometer des Gebiets „Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau“ sowie drei Snow-Parks. Im Sommer haben Wanderer 900 Kilometer markierte Wege zur Wahl sowie die Möglichkeit, die relativ hügelige Umgebung mit E-Bikes zu erkunden, die es direkt im Hotel für faire fünf Euro pro Tag auszuleihen gibt. Praktisch: Jeder Urlauber erhält außerdem kostenfrei die Alpbachtal Seenland Card und kann gratis mit allen Bussen fahren. Besonders schön ist ein Aufenthalt im beschaulichen Alpbach im Spätherbst, wenn die Sonne tiefe Schatten auf die idyllisch-verträumten Häuser und urigen Erbhöfe wirft, die an den steilen Wiesen und Hängen rund um die Gemeinde liegen und teils seit über 400 Jahren in Familienbesitz sind. Der Zottahof ist so ein Kleinod auf 1.200 Höhenmetern, in dem es den besten Kaiserschmarrn der Region und die viel gerühmte „Löffelmilch“ gibt – Milch mit Schuss und einer Geheim-Zutat. Alpbach hat eben viel zu bieten – schöner geht’s nicht!

Was kostet es? DZ im Alpbacherhof ab 139 Euro p. P. (im Winter) bzw. 133 Euro p. P. (im Sommer) pro Nacht inkl. 3/4 Verwöhnpension (Frühstück, Mittagsjause, Nachmittags-Buffet, 6-Gang-Abendessen).


Irgendwann ein kleines Häuschen auf dem Land zu haben. Davon träumen viele, auch ich. Doch, weil die Rente noch in weiter Ferne ist, und auch die Steuerrückerstattung dieses Jahr keinem Lotto-Gewinn gleicht, muss man seine Wünsche eben anders realisieren. Eine Möglichkeit: regelmäßige Auszeiten. Wellness-Hotels sind dafür ideal, doch oft unpersönlich und überlaufen. Es gibt noch eine andere Option: ein Häuschen mieten.

Wer keine Lust auf Kochen und Einkaufen hat, für den sind die in Österreich gerade schwer angesagten Chalet-Bergdörfer ideal, wie das 2018 eröffnete Prechtlgut im Salzburger Land. Ein idealer Rückzugsort, um sich wie ein stolzer Häuschen-Besitzer zu fühlen, aber die Vorteile eines Hotels zu genießen. Insgesamt acht Chalets stehen zur Auswahl von Small (85 qm) bis XXL (150 qm) mit Platz für zwei bis acht Personen, verteilt auf einem großzügigen Stück Land von knapp 9.000 Quadratmetern mit Liege-Wiese und Naturbade-Teich.

Eigener Wellness-Tempel

Der Clou: Jedes Chalet hat eine eigenen Wellnessbereich mit Dampfsauna, Rainforest-Dusche und Ruheraum sowie ein Hot Tube auf der Terrasse mit freiem Blick in den Himmel. Zudem bietet Gastgeberin Carina Neumann eine feine Auswahl an Anwendungen an – von Massagen, Wohlfühlbädern bis hin zur Maniküre und Pediküre – für die sie direkt ins Chalet kommt. Weil sie außerdem selbst Gesundheitspsychologin ist, stehen auf dem Programm vom Prechtlgut auch autogenes Training, Achtsamkeitsmeditation und progressive Muskelentspannung.

Frühstück-Homeservice

Das Frühstück ist im Preis inkludiert und wird jeden Morgen bis 11 Uhr ins Chalet gebracht. Für das Mittag- und Abendessen oder auch den kleinen Hunger zwischendurch gibt es im Haupthaus, in der auch die Rezeption untergebracht ist, das Restaurant Prechtlstadl. Hier finden sich landestypisch-österreichische Spezialitäten wie Zwiebelrostbraten, Kasnockn, aber auch feines Entrecôte vom heimischen Rind oder Salat mit Räucherlachs. Wer will, lässt sich gegen einen geringen Aufpreis von zehn Euro das Essen direkt ins Chalet liefern. Besonders gefragt: Hutessen, bei dem verschiedene Fleisch- und Gemüsesorten an einen hutähnlichen Metallkegel mit Widerhaken gehängt und direkt am Tisch gegart werden.

Gemütlicher Luxus

So schön gemütlich sind die Chalets zum einen wegen des modern-rustikalen Interieurs bestehend aus Zirben-Möbeln, Leinen-Stoffen, offenem Kamin und Panorama-Fenstern. Zum anderen wegen der schönen Lage inmitten der Natur: gegenüber die Skipiste, rundherum Langlaufloipen sowie unzählige Wanderwege und in wenigen Gehminuten das pittoreske Örtchen Wagrain. Schon klar, dass so ein Aufenthalt in einem Luxus-Chalet-Bergdorf eher hinderlich beim Sparen für das eigene Häuschen ist, aber dafür eine optimale Investition in das eigene Wohlbefinden.
Was kostet es? Chalet im Bergdorf Prechtlgut ab 220 Euro p.P./Tag (im Sommer) inklusive Frühstück und Kuchenbuffet (drei Mal pro Woche) sowie Eintritt in die Wasserwelt Wagrain.


Ein Hotel, wo man einfach nicht mehr weg möchte

„Kann ich hier bitte einziehen?“ Dieser Satz wird heutzutage oft inflationär gebraucht, sobald ein Restaurant oder Hotel ein schönes Interieur bietet. Doch gutes Aussehen ist das eine, ein Gefühl das andere. Denn das, was unsichtbar ist – die Atmosphäre – entscheidet über das Wohlbefinden, und ob man in einer Location auch wirklich wohnen möchte.
Das 5* Gourmet Hotel & Spa Gardena Grödnerhof in Südtirol ist definitiv so ein Ort. In eines der 54 elegant und liebevoll eingerichteten Zimmer möchte zumindest ich sofort einziehen.

Familienhotel mit Wohlfühl-Faktor

Woher der Wohlfühl-Faktor kommt? Von viel, viel Herzlichkeit. Das Hotel im charmanten Bergdorf St. Ulrich inmitten der Dolomiten gibt es schon seit 1923 und ist bis heute in Besitz der Familie Bernardi. Bodenständige Leute, denen es nicht um extravagantes Chichi geht, sondern darum, ihren Job gut zu machen, damit sich alle Gäste stets wie zuhause fühlen – und dabei in dezentem Luxus schwelgen können. Nicht umsonst gehört das Gardena Grödnerhof zum exklusiven Kreis der Relais & Chateaux Hotels. Die Behaglichkeit beginnt schon beim Check-in: Platz nehmen in kuschligen Sesseln, ein heißes Tuch zum Erfrischen für die Hände und ein köstlicher Drink des Hauses für die Seele. Stress und Sorgen? Alles weg! Man fühlt sich jederzeit willkommen. Das Personal ist aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein und schnell wird klar: Auch die fühlen sich hier wohl.

Entspannen im Floating-Raum

Vor allem der wunderschöne, 2018 komplett erneuerte Spa-Bereich verführt zum Einziehen ins Hotel. Die rund 1.900 qm sind wie der Rest des Hauses modern-alpin eingerichtet mit viel Holz und in gedeckten Natur-Tönen. Durch große Fensterfronten lässt sich das fantastische Berg-Panorama anschmachten, besonders gute Sicht hat man vom Rooftop-Pool und aus der finnischen Sauna. Doch das eigentliche Relax-Highlight ist der Floating-Raum. Auf Liegen, die einem Wasserbett ähneln und mit Kopfhörern ausgestattet sind, fühlt man sich schon nach 10 Minuten so entspannt wie nach einer zweistündigen Meditations-Session.

Soulfood auf Sterne-Niveau

Noch mehr gestreichelt wird die Seele im Gardena Grödnerhof beim Essen: Chefkoch Hubert Fischnaller serviert jeden Abend ein 6-Gang-Menü auf höchstem Niveau: Erdbeer-Pfeffer-Sorbet, Ziegencamembertmousse, rosa gebratenes Kalbskaree oder Kokusnuss-Crème-Brulée. Echte Gourmets schätzen zudem die kulinarische Abwechslung im Hotel: Gegen einen Aufpreis kann man sich ebenfalls die Hauben- und Michelin-Sterne-Küche von Reimund Brunner in den „Anna Stuben“ gleich nebenan schmecken lassen.

Die Dolomiten erkunden

Das Rundum-gelungen-Paket vervollständigt die tolle Lage vom Gardena Grödnerhof: Im Winter gibt es direkte Liftverbindungen in das 1.200 km große Skigebiet, zu dem auch die bekannte „Sella Ronda“ und „Seiser Alm“ gehört. Im Sommer kann man wandern, radfahren oder durch nahegelegene Städte bummeln wie Brixen (25 km) oder Bozen (36 km). Ansonsten gibt es im Hotel selbst noch eine sagenhaft gut bestückte Bar, einen 2.000 qm großen Gartenbereich, ein wöchentlich wechselndes Fitness-Programm und ein Billard-Zimmer. Wie schon gesagt: Kann ich hier bitte einziehen?

Was kostet es? DZ im Gourmet Hotel & Spa Gardena Grödnerhof ab 164 Euro p.P. (in der Nebensaison) inkl. Gourmet-Halbpension (Frühstück, Kuchenbuffet, 6-Gang-Abendessen). Tipp: Die „Gardena Chalets“  direkt neben dem Hotel sind ideal für größere Gruppen und Familien ab 1.700 Euro/Woche (in der Nebensaison).


Zu Besuch im Altstadt Vienna

Städte-Reisen sind wie Job-Wechsel. Kaum angekommen, will man integriert und über die do’s and don’ts informiert sein. In Fall Wien: Wo gibt es die beste lokale Küche? Welches Viertel soll ich lieber meiden? Was für eine Ausstellung ist gerade angesagt? Die erste Anlaufstelle für Insider-Wissen ist meist die eigene Unterkunft in der neuen, fremden Stadt. Nicht ohne Grund bevorzugen immer mehr Reisende Privatwohnungen statt Hotel-Ketten. Sie lechzen nach authentischen Tipps fern der Touristen-Masse und wollen sich heimisch fühlen. Das Altstadt Vienna in Wien erfüllt diese Ansprüche: Man wohnt so gemütlich und zwanglos wie bei Freunden, genießt aber die Annehmlichkeiten eines Hotels.

Im Hotel und doch Zuhause

Vor 25 Jahren gründete der österreichische Finanzmanager Otto Wiesenthal das 4*-Boutique-Hotel im 7. Bezirk Wiens. Er hatte genug exzellente Häuser auf der ganzen Welt bereist, um zu wissen: Nichts geht über Gastfreundschaft! Mit dem Altstadt Vienna schuf er ein Zuhause für Freunde und Gäste. Das Haus lebt seitdem von moderner Kunst, kreativer Architektur – und jeder Menge Wiener Gemütlichkeit. Das ist nicht zuletzt der zentralen Lage am hippen Spittelberg geschuldet. Hier reihen sich kleine Kaffeehäuser an kreative Shops und urige „Beisl“ – typische Wiener Restaurants mit lokaler Küche. Passenderweise ist auch das quirlige Museums-Quartier fußläufig erreichbar. Obwohl man bei so viel Inspiration im Altstadt Vienna kein Museum mehr von innen sehen müsste. Denn Otto Wiesenthal ist leidenschaftlicher Sammler zeitgenössischer Kunst. Die Flure und Gänge seines Hotels schmücken Werke von Andy Warhol, Niki de Saint Phalle und der Fotografin Annie Leibowitz.

Wohnen wie im Märchen

Alle 61 Zimmer und Suiten des Altstadt Vienna sind über einzelne Etagen des Gründerzeit-Hauses von 1902 verteilt. So wohnt, besser gesagt lebt jeder Gast quasi Tür an Tür mit waschechten Wienern. Das Besondere der Räume ist ihr individuelles Innenleben. Wie bei „Alice im Wunderland“ öffnet sich hinter jeder Tür ein neues Reich. Mal extrovertiert-burlesque, mal klassisch-minimalistisch, lieblich-verspielt, oder poppig-bunt mit einem Augenzwinkern. Jedes einzelne Objekt in den Zimmern, von der Blumenvase bis zum Kleiderschrank, ist sorgfältig ausgesucht. Verantwortlich für die einzigartigen Interieur-Welten sind aufstrebende oder bereits bekannte Kreative wie der Südtiroler Star-Architekt Matteo Thun, das Wiener Designer-Duo Polka und die Modegestalterin Lena Hoscheck. Um die Magie der Zimmer zu spüren, muss man nicht in jedem geschlafen haben. Einen guten Eindruck schenken die professionell gedrehten Kurz-Videos mit Erläuterungen der Designer – abrufbar über QR-Codes neben der jeweiligen Eingangstür.

Entspannt in den Tag starten

So familiär die Atmosphäre, so annehmlich das Drumherum in gewohnter Hotel-Manier: 24-h-Rezeption, Zimmerservice, Mini-Bar, Nespresso-Maschine, Klimaanlage, Hausschuhe. Im Übernachtungspreis ebenfalls inbegriffen: ein köstliches Frühstücksbuffet (bis 11 Uhr, wochenends sogar bis 11.30 Uhr) sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Abends lohnt ein Abstecher in die „Honesty Bar“ im roten Salon des Hauses. Dort sitzt man wie im Wohnzimmer eines guten Freundes in plüschigen Sesseln und auf gemütlichen Sofas. Zeitschriften und Bücher warten auf neugierige Augen, ein flackernder Kamin auf kalte Füße und ein Flügel auf begabte Hände. Wer will, mixt sich an der Bar sein Getränk selbst, die Bezahlung basiert auf Vertrauensbasis. Als Betthupferl gibt es kleine Schokotäfelchen und ein Mini-Kreuzworträtsel. Kleine Gesten mit großer Wirkung.

Menschen mit Herz begegnen

Im Altstadt Vienna steht der Gast ebenso im Vordergrund wie die Menschen aus dem Hintergrund. Denn Herzlichkeit können keine Roboter vermitteln, sondern nur Personen mit Ecken und Kanten, die ihren Job lieben. Und das tun die Angestellten des Altstadt Vienna. Ein inspirierendes Refugium und der perfekte Ausgangspunkt, um Wien zu erkunden (DZ ab 164 € für 2 Pers. inkl. Frühstück, Nachmittagstee & Kuchen).


Mein Aktiv-Wochenende im SeinZ

Ein Ort, der die Welt besser machen soll. Für viele Menschen ist das die nächst gelegene Diakonie-Stelle, ein Pflegeheim oder vielleicht noch ein Ashram in Indien. An ein Hotel in den Ammergauer Alpen denken wohl die wenigsten. Und doch hat das erst vor Kurzem eröffnete SeinZ genau dieses Ziel: die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Wie genau das gelingen soll? Hinfahren und sich überraschen lassen!

Volles Programm

2016 kaufte das Münchner Ehepaar Christian und Doris Kramer das einstige Kurhaus in Bad Kohlgrub, wo sich früher wohlhabende Herrschaften und der Adel in Moorbädern räkelten. Mittlerweile ist das Anwesen fast komplett grundsaniert und modernisiert. Moorbäder gibt es (vorerst) nicht, denn der Gast soll selbst aktiv sein. „Das SeinZ ist ein Wisdom Resort, Seminarhaus, Bio-Hotel und Heilzentrum in einem“, erklärt mir Eigentümer Christian Kramer bei meiner Ankunft in Bad Kohlgrub. Was nach viel Programm klingt, ist auch viel: Es gibt neben speziellen Arrangements (z.B. Familien-wochenenden mit Ponyreiten und Plätzchenbacken; Relax- und Pärchen-Tage) auch hauseigene Weiterbildungs- und Therapieangebote (u.a. Reittherapie), Yoga-Stunden, ayurvedische Kochkurse, Massage-Angebote sowie Literatur-, Kunst- und Musikveranstaltungen. Hotelbesitzer Christian Kramer hat zudem immer ein offenes Ohr, gibt Ausflugs- und Wandertipps, macht Hausführungen und steht auch selbst hinter dem Herd, besser gesagt Ofen, wenn es Donnerstagabends heißt: „Pizza connection“. Denn dann sind auch externe Gäste herzlich dazu eingeladen, ihre Pizza selbst zu kreieren – selbstverständlich vegetarisch

Back to basic

Mit dem SeinZ hat das Ehepaar Kramer seine Vision von einem Hotel mit ganzheitlichem Ansatz verwirklicht: Die 60 Zimmer sind alle so gestaltet, dass der Gast zur Ruhe kommt; kein Wlan und Fernseher lenken ab. Gereinigt wird nur auf Wunsch – das spart Energiekosten und Arbeitszeit. Im Restaurant bedient sich jeder selbst am Kühlschrank, der Tee- und Kaffee-Ecke. Es ist ein Konzept, das auf Vertrauen basiert, denn der Gast notiert selbst auf einer Liste, was er konsumiert hat. Das weitläufige Gelände mit Pferdekoppel, Schwimmteich, Terrasse und Feuerplatz vermittelt ein Gefühl von Freiheit, ganz nach dem Motto: back to basic. Diesem nachhaltigen Ansatz folgt auch die Küche im SeinZ mit seinem „Vegan Plus Konzept“: Die meisten Lebensmittel stammen aus dem hoteleigenen Anbau. Die gute Seele des Hauses, Koch Sruti, bereitet daraus kreative und köstliche Speisen in Bio-Qualität zu. Der gebürtige Slowene bereiste schon die halbe Welt: Australien, Europa, Indien und zu guter Letzt Neuseeland, wo er ein ayurvedisches Restaurant betrieb. Im SeinZ kocht er mit Herz, immer ein Lächeln im bärtigen Gesicht und einen witzigen Spruch auf den Lippen. Seine Erlebnisse im Ausland und sein Wissen über gesunde Lebensmittel und deren Zubereitung teilt er gerne mit den Gästen – ob beim Essen oder beim Zubereiten im Rahmen eines ayurvedischen Kochkurses.

Familiäres Miteinander

Mittlerweile gibt es im SeinZ knapp 20 Beschäftigte – oder sollte man besser sagen Familienmitglieder? Denn Geselligkeit und ein herzliches Miteinander werden hier gelebt. „Wir sehen uns selbst als einen Ort der Begegnung, ein Zuhause auf Zeit“, sagt Christian Kramer. Stimmt! In keinem anderen Hotel habe ich so viel spannende und nette Menschen kennengelernt wie im SeinZ. Die Atmosphäre des Restaurants gleicht der eines gemütlichen Wohnzimmers. Am Flügel kann musizieren, wer will, Kinder sind ebenso willkommen wie Haustiere. „Einer unserer Pläne für die nächsten Jahre“, so Christian, „ist sogar ein eigenes Tierdorf.“ Der ehemalige Software-Entwickler und seine Familie wollen zudem ein energetisches Innovationszentrum und ein Handwerksdorf inklusive Schreinerei errichten.

Kraft und Achtsamkeit

Zugegeben: Das SeinZ ist kein Hotel im klassischen Sinn mit Spa-Bereich und 4-Gang-Menü, aber eines, das viel Gutes im Sinn hat. Hier kann man Kraft tanken und lernen, achtsamer zu leben, sich und seine Umwelt wieder bewusst wahrzunehmen und mit bestem Gewissen zu handeln – ein Ort eben, der die Welt ein kleines bisschen besser macht.

Zwei Ausflugstipps für Bad Kohlgrub:

Franz Marc Museum, Kochel am See: Hier finden sich mit über 2000 Werken eine der größten Sammlungen an Papier-Arbeiten des Blaue-Reiter-Malers. Eine Führung vermittelt alle wichtigen Hintergrund-Informationen zu den Skizzen und Zeichnungen. Highlight: Zweimal im Monat findet sonntags „Relaxing Yoga“ im Aussichtsraum des Museums mit Blick auf den Kochelsee statt. Kosten: Erwachsene 8,50 Euro / 18 Euro für 45 Minuten Yoga inkl. Museumseintritt.
Kloster Ettal: Wunderschöne Anlage mit gotischer Basilika, eigener Bierbrauerei, urigem Gasthof, Liqueurmanufaktur, Schaukäserei und wechselnden Ausstellungen.

 


Im Schüle‘s heilt nicht nur das Herz

Herz gebrochen – und nun? In Bridget-Jones-Manier auf dem Sofa sitzen und Schokolade futtern? Es geht auch anders: Im beschaulichen Oberstdorf, rund 170 Kilometer von München, bietet das Schüle‘s Gesundheitsresort & Spa den idealen Rückzugsort für Liebeskummergeplagte (und alle Erholungssuchende).

Hotline zu „Die Liebeskümmerer“

Seit knapp zwei Jahren arbeitet das Schüle’s mit der Berliner Agentur „Die Liebeskümmerer“ zusammen. Gäste mit gebrochenen Herzen können 365 Tage im Jahr anreisen und erhalten Beratung und Trost von Elena-Katharina Sohn, Inhaberin der Agentur, und ihrem Team am Telefon oder per Mail. Unterstützend bietet das Hotel sogenannte „Harmonie“-Therapien an, wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Achtsamkeitstraining. Wer will, nutzt zudem das Angebot der hauseigenen Arztpraxis. Es kombiniert moderne Schulmedizin mit traditionellen naturheilkundlichen Verfahren wie Akupunktur und Heilmassagen.

Im Fokus: ganzheitliches Wohlbefinden

Das Schüle‘s Gesundheitsresort & Spa befindet sich am südlichen Rand von Oberstdorf, einem heilklimatischen Kurort im Herzen des Allgäus. Die Lage ist ideal, um zu Fuß einen kleinen Stadtbummel zu unternehmen, aber auch, um einen uneingeschränkten Bergblick und die Ruhe inmitten der Natur zu genießen. Ein Ort, wie gemacht dafür, sich von Schicksalsschlägen wie einer gescheiterten Beziehung zu erholen und für ausreichend „Me-Time“ – Zeit für sich selbst. Insgesamt 61 der 117 Zimmer im modern-alpinen Stil wurden speziell für Alleinreisende konzipiert. Das Allgäuer Resort wird heute in dritter Generation vom sympathischen Ehepaar Karl-Arnold und Katrin Schüle geleitet. Im Mittelpunkt steht eine moderne Umsetzung der Kneipp’schen Gesundheitlehre für einen ganzheitlichen Lebensstil. Das wöchentlich wechselnde Aktivprogramm bietet viel Abwechslung, etwa geführte Nordic Walking Touren, Wanderungen, Laufcamps, Pilates, Qi Gong, Yoga und Shiatsu.

Besinnung im „Raum der Stille“

Eine Besonderheit des Hotels ist der „Raum der Stille“, der zur Besinnung und Meditation einlädt. Täglich gibt es außerdem eine Morgen- und Abendandacht. So richtig schön abschalten lässt es sich auch im knapp 3.000 Quadratmeter großen SPA-Bereich mit Saunalandschaft und Hallenbad. Praktisch: Das Wasser im Indoor-Pool wird mit Ozon aufbereitet, weshalb es ausgesprochen hautverträglich ist – und nicht nach Chlor riecht. Wer vom männlichen Geschlecht die Nase voll hat, wechselt ins 300 Quadratmeter große LadiesSPA, in das nur mittwochs auch die Herren rein dürfen.

Soulfood vom Feinsten

Essen für die Seele gibt es im Schüle‘s gleich drei Mal täglich: Frühstücksbuffet mit Langschläferoption, Nachmittagsimbiss und Abendessen. Alle Gerichte bestehen aus regionalen Produkten und überzeugen mit ihrer kreativen Zusammenstellung, meist garniert mit frischen Kräutern aus dem hoteleigenen Garten. Auf Wunsch bereitet das Küchenteam vegetarische oder vegane Kost zu, Voll- oder Trennkost sowie laktose- oder glutenfreie Speisen. Es muss also nicht immer Schokolade sein, die ein Herz heilen lässt. Eine bewusste Auszeit in schöner Umgebung hilft auch oft weiter.


Thermen und Edelsteine in der Albergo Posta Marcucci

Bei dem Wort „Toskana“ schaltet mein Gehirn subito in den Urlaubsmodus. Ich höre das Rauschen von sich im Wind wiegenden Zypressenhainen, spüre die Sonne auf der Haut und schmecke Olivenöl auf der Zunge. Die Region rund um Florenz hat es mir besonders angetan, nicht zuletzt, weil ich dort 2009 für ein halbes Jahr gelebt habe. Ob sich mein Toskana-Erlebnis noch toppen lässt? Ja!

Im Retro-Flair schwelgen…

Rund 40 Kilometer von Siena (und 130 Kilometer von Florenz) liegt ein echtes Juwel: das Albergo Posta Marcucci. Das 3-Sterne -Hotel inmitten des Mini-Örtchens Bagno Vignoni ist nur mit dem Auto zu erreichen. Ein echtes Hideaway, perfekt, um mal komplett abzuschalten. In den 50ern wurde aus dem einfachen Gasthaust mit eigener Poststelle ein Hotel, das 20 Jahre später zum place to be der italienischen Highsociety avancierte. Den Stil, die Klasse, die Grandezza jener Zeit ist noch immer spür- und sichtbar: Hohe Decken, marmorne Böden, antike Gemälde, kunstvolle Tapeten, schwere Brokatvorhänge und feinstes Porzellan sorgen für chices Retro-Flair. Mein absolutes Highlight: die „Grüne Bar“. Wände in Smaragd geben dem Raum seinen Namen. Musik gibt es auf Wunsch vom Plattenspieler und im angrenzenden Salon kann man „mad men“-mäßig in Chesterfield Sofas an seinem Drink nippen. Trotz 3-Sterne-Kategorie schwelgt man hier im 5-Sterne-Luxus.

…UNESCO Weltkulturerbe entdecken

Getreu dem Motto „Die Mauern belassen, die Geschichte bewahren“ modernisierte die italienische Eigentümerfamilie Costa das Hotel 2017 behutsam. Es gibt 36 individuelle Zimmer in vier verschiedenen Kategorien – 2019 sollen 15 weitere folgen. Die meisten davon mit herrlichem Panoramablick auf die gegenüberliegende Burg Rocca di Tentennano und das Tal Val d’Orcia. 2004 wurde es von der UNESCO wegen seiner Vielfalt an Kunst- und Kulturschätzen zum Weltkulturerbe erklärt. Zu den Kulturjuwelen zählen u.a. die nahe gelegenen Orte Pienza (eine der ersten Planstädte Europas) und Montalcino (Geburtsort des Brunello-Weines).

Baden unterm Sternenhimmel

So exklusiv und charmant das Albergo Posta Marcucci ist, so ist auch der Ort, in dem es liegt: In dem früheren Bade- und Kurort Bagno Vignoni wohnen gerade mal 29 Menschen. Das schon bei Etruskern und Römern beliebte Dörfchen punktet mit Intimität, einer Handvoll kleiner Gässchen und Restaurants und natürlich dem 80×60 Meter großen Thermalbecken im Zentrum. Früher schwammen dort Einwohner und Urlauber einträchtig nebeneinander, heute ist das Becken nur noch ein beliebtes Fotomotiv. Auf den Inhalt – das Thermalwasser – und dessen gesundheitsfördernde Wirkung schworen schon Lorenzo de Medici und Papst Pius II. Gäste des Albergo Posta Marcucci können täglich in den Genuss des durchschnittlich 33 Grad heißen Wassers kommen. Zwei großzügige Outdoor- und ein Indoor-Pool sind gefüllt mit ungefiltertem Thermalwasser. Es ist besonders kalzium-, eisen- und zinkhaltig und gilt aufgrund seiner natürlichen Wärme vor allem bei rheumatischen Erkrankungen als lindernd. Praktisch: Auch externen Urlaubern steht die Bäder- und Gartenanlage für einen Tagespreis zur Verfügung (27 Euro Frühling bis Herbst, 20 Euro Herbst bis Frühling). Mittwochs und samstags gibt es außerdem von 21 bis 24 Uhr das einzigartige Erlebnis bagno sotto le stelle (Baden unterm Sternenhimmel).

Hautpflege mit Edelsteinen

Wer mit den Sternen um die Wette strahlen will, bucht im SPA eine Gesichtsbehandlung. Das geschulte Personal arbeitet dort mit einer besonderen Gemmo-Kosmetiklinie. Grundlage der Cremes, Seren und Masken sind Edel- und Halbedelsteine, die mit ihrem Mineraliengehalt die Haut beleben sollen. Diamant und Kollagen festigen, Malachit spendet Feuchtigkeit und Amethyst bringt den Teint zum Leuchten. Erleuchtung auf spiritueller Ebene gibt es bei dem sympathischen Ehepaar Tanya und Michael Aprile. Die beiden (sie Dänin, er Deutscher) führen in Bagno Vignoni seit mehreren Jahren das „Center for higher Knowledge“. Dort bieten sie Hotelgästen, aber auch externen Urlaubern ein großes Angebot ihres Wissens an. Es reicht von Meditations-, Yogastunden bis zur Ernährungsberatung und Regressions-Heilungs-Therapie.

Kreative Küche, entspannte Atmosphäre

Ein Funkeln in den Augen bekomme ich jeden Abend, wenn ich die Speisekarte studiere: peposo dei fornacini (toskanischer Rinderschmortopf), baccalà (Stockfisch), fedora fiorentina (Sahne-Kirsch-Kuchen) sind nur einige der Highlights. „Kreativität ohne Sperenzchen“ lautet das Motto der jungen Küche von Matteo Antoniello, 30, aus Neapel. Das 4-Gang-Menü kann jeder Gast selbst zusammenstellen aus dem wechselnden Angebot an klassisch-italienischen Gerichten und modernen Interpretationen des Küchenchefs.

Mit Liebe zum Detail

Es sind die Kleinigkeiten, die das Albergo Posta Marcucci so einzigartig machen. Statt einem schnöden „Bitte nicht stören“-Schild schmücken Schleifen aus wahlweise grünem oder rotem Samt die Türklinken. Statt aufdringlicher Animateure laufen beflissene Kellner in gestärkten Hemden durch die herrschaftliche Gartenanlage und fragen nach Getränkewünschen. Alles kann, nichts muss. Ein Tennisplatz und eine Boccia-Anlagen stehen zur Verfügung, abends gibt es ab und an Live-Musik, Winetastings oder Kochkurse. Ansonsten genießt man stilecht italienisch das süße Nichtstun – il dolce far niente.

Was kostet es? DZ (je nach Saison) zwischen 130 Euro und 235 Euro p. P. inklusive Halbpension. Tipp: Günstiger ist ein “Short-Day-Package” (gültig: Do.-So.; So.-Do. sowie So.-Fr.)


Ein Wochenende zwischen Meran und Bozen

Das Gute liegt bekanntlich so nah. Vom Raum München aus gesehen heißt das Gute Italien, genauer gesagt Südtirol. Nach nur knapp vier Stunden Fahrt spürt man dolce vita Feeling. Der Puls fährt runter, die Mundwinkel hoch. Das traditionell Ländliche flirtet mit dem locker Mediterranen.

Glückssuche in Lana

Ganz besonders spürt man die unvergleichliche, italienische Lässigkeit in Südtirols erstem Lebenskunst-Hotel: dem Schwarzschmied. Das familiengeführte 4*-Haus liegt in Lana, ein schmuckes Örtchen rund 15 Fahrminuten von Meran. Hier heißt Luxus Gemütlichkeit. Die Gäste sollen lernen, der „Schmied“ ihres eigenen Glücks zu werden. Ein erstes Gefühlshoch entfacht alleine schon die Umgebung: Weinreben, Zypressen, Obstgärten und Palmen umringen die 2015 großzügig ausgebaute und modernisierte Anlage. 55 helle Zimmer und Suiten verteilen sich auf drei Häuser: die Glücksschmiede, die Residence und das Stammhaus. Viele bieten Platz für bis zu vier Personen und eignen sich so besonders gut für Familien. Ein holistisches Spa mit Pools, Saunen, Dampfbad, Bio-Tee-Bar und Ruhegarten mit offenem Feuer sorgt für weitere Endorphin-Ausschüttung. Beim Durchblättern des SPA-Katalogs („Reblancancing-Massage“, „Well-Aging-Gesichtsbehandlung“, „Algenpackung Detox“) möchte man am liebsten „Einmal alles, bitte“ rufen.

Slow Food meets Fitness

Dieser Impuls wiederholt sich im Hotel-Restaurant „La Fucina“ (deutsch Schmiede). Küchenchef Georg Costabei arbeitet nach Slow Food Manier ausschließlich mit regionalen Zutaten, die teils aus dem benachbarten, im 17. Jahrhundert angelegten Schwarzbauergarten kommen. Morgens findet sich beim üppigen Frühstücksbuffet von Superfood bis Sekt alles, was das kulinarische Herz erfreut. Jeden Abend steht auf der Speisekarte neben Fisch oder Fleisch auch ein veganes und vegetarisches Menü. Auf Wunsch wird sogar gluten- und laktosefrei gekocht. Weil zum Wohlbefinden auch Bewegung gehört, bietet das Schwarzschmied mehrmals im Jahr intensive Yoga-Wochen mit weltweit agierenden Profis an sowie tägliche Yoga- und Pilateskurse, drei geführte Wanderungen pro Woche und kostenlose Fahrräder zum Verleih, mit denen man durch Südtirols größte Obstbaugemeinde radeln kann. Einen Besuch wert ist der nahe gelegene Kränzelhof: Freiluft-Museum, Restaurant und Vinothek in einem.

„Sissi“-Flair in Meran

Nach nur 15 Minuten Fahrzeit erreicht man von Lana aus Meran. Den einst verschlafenen Kurort machte die österreichische Kaiserin Sissi durch ihre regelmäßigen Aufenthalte im Schloss Trauttmansdorff in den 1870ern zum Place-to-be der österreichischen High Society. Heute tummeln sich in den prachtvollen Gärten der Schlossanlage zwar mehr Japaner als Österreicher, wunderschön ist es trotzdem. Besonderes Highlight: die schwindelerregend hohe Aussichtsplattform von Star-Designer Matteo Thun mit Panorama-Blick auf den Meraner Talkessel und das Etschtal. Wer im Stadtzentrum keine Lust auf die gediegenen Cafés und Restaurants hat, findet nur wenige Meter abseits so manch charmant-entspanntes Lokal wie „Gigi’s Enoteka“.

Kunst-Genuss in Bozen

Die letzten Stunden eines Südtirol-Kurztrips verbringt man am besten in Bozen. Den Logenplatz unter den Hotels beansprucht das Greif am quirlig-lässigen Waltherplatz. Im Jahr 2000 wurde aus dem einstigen Gasthof ein modernes 4*-Designhotel mit hipper Dachterrassen-Bar und einem köstlichen, hausgemachten Frühstück, das sogar über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt ist. Die Säfte sind frisch gepresst, die Marmeladen selbst eingekocht, Brot und Kuchen stammen aus der hoteleigenen Backstube.

 Hinter Erkern und Sprossenfenster des 500 Jahre alten Palazzo liegen 33 individuelle Zimmer und Suiten. „Augenlust“ heißt passenderweise das Projekt, das ausgewählten, zeitgenössischen Künstlern die Möglichkeit gab, jeweils ein Zimmer frei zu gestalten. Ein Raum verspricht „eine Reise ins Reich der Wünsche“, eine Suite thematisiert Liebe und Traum. Darauf jeweils abgestimmt: das Mobiliar, bestehend aus erlesenen Designerstücken und Möbeln aus der hauseigenen Tischlerei. Noch mehr moderne und zeitgenössische Kunst gibt es in Bozen im 2008 eröffneten Museion zu sehen. Ein sehr viel älteres Exponat befindet sich im Südtiroler Archäologiemuseum. Dort liegt die Eismumie „Ötzi“. Den Tag lässt man ganz entspannt beim typisch italienischem Aperitivo ausklingen. Sehr zu empfehlen: das „Banco 11“ oder Cobos „Fischbänke“. Traditionelle Südtiroler Küche gibts in Bozen im urigen Wirtshaus Vögele oder auf Hauben-Niveau im Restaurant des Schwesternhotels vom Greif, dem Laurin. Gesättigt, glücklich und entspannt kann es nach Hause gehen. Das Gute liegt ja zum Glück so nah.

Hotelinfos:

Hotel Schwarzschmied, Lana: DZ ab 135 Euro p.P. inklusive Dreiviertelpension, Teilnahme am wöchentlichen Aktivprogramm, Benutzung des Golfplatzes und Radverleih

Hotel Greif, Bozen: DZ ab 80 Euro p.P. inklusive Frühstück und kostenloser Nutzung von Pool und Park des gegenüberliegenden Parkhotels Laurin


Graf Blücher, echte Bären und reichlich Sinnesfreuden

Als das Land der tausend Seen wird Mecklenburg-Vorpommern gerne bezeichnet. Der märchenhaft klingende Beiname bietet die perfekte Kulisse für ein Hotel mit Historie: das barocke Schloss Fleesensee.  Eine Allee aus gepflegten Laubbäumen zieht an mir vorbei, als ich dem Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert entgegenfahre. Ich zücke mein Smartphone – quasi jeder Eckpfeiler hier schreit nach einer Verewigung auf Instagram. Kaum habe ich die imposante, zweiflügelige Tür des Haupthauses betreten, fotografiere ich wie unter Zwang weiter. Es sieht einfach alles so stylish aus: der flauschige Teppich im Entrée, die stuckverzierte Decke, die schwarz-weiß-Fotografien an den Wänden. Das gesamte Interieur wirkt edel, gemütlich und zugleich modern. Ein Ort der tausend Eindrücke.

Preisgekröntes Design

Im Mai 2017 erwachte Schloss Fleesensee nach umfangreicher Modernisierung aus seinem Dornröschenschlaf. Für den gelungenen Mix aus Moderne und Eleganz gab es dieses Jahr den renommierten „German Design Award“ in der Kategorie „Excellent Communication Design, Interior Architecture“. Darüber hätte sich auch Graf Ludwig II. von Blücher gefreut – der einstige Erbauer des Herrenhauses oberhalb des Fleesen- und Kölpinsees. An das bedeutsame Datum der Schloss-Errichtung, 1842, erinnert die gleichnamige Hotel-Bar, unlängst als „Beste Cocktailbar in Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Bevor ich mir nach der langen Anreise von München über Berlin nach Fleesensee einen Gute-Nacht-Drink gönne, zieht es mich in Richtung Orangerie, eines der drei hoteleigenen Restaurants.

Lebensmittel aus eigenem Anbau

Das Abendessen in der Orangerie, einer großen Halle im Wintergarten-Stil, ist in der Halbpension inbegriffen und besteht abwechselnd aus einem à-la-carte-Menü und Buffet. Kräuter, Eier, Rindfleisch, Tomaten, Erdbeeren – die meisten Zutaten stammen aus eigenem Anbau. Das „Project ORGANIC“ sorgt dafür, dass ausschließlich regionale, saisonale und nachhaltige Lebensmittel auf die Teller der Gäste gelangen. Höchsten Gourmetgenuss verspricht auch das zweite Hotelrestaurant, das „Blüchers by Lafer“ in der ehemaligen Schlosskapelle. Auf dem Niveau von Fernsehkoch Johann Lafer haben Gäste, aber auch externe Besucher, die Wahl zwischen einem mehrgängigen Menü oder à-la-carte-Gerichten. Wer eine lockerere Atmosphäre und moderatere Preise wünscht, ist im Golfrestaurant „Genusswerkstatt“  richtig. Die junge Küche bietet Pasta, Salate und Burger und befindet sich rund zwei Kilometer vom Schloss entfernt.

Entspannung und Entertainment

Der nächste Morgen beginnt mit der Erkundung des 2.500 qm großen Spa-Bereiches (Spa-Managerin Maren Brandt). Die deckenhohen Fenster sorgen für viel Licht, diverse Kamine und Sofa-ähnliche Liegeflächen vermitteln eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre. Im Untergeschoss, wo sich die verschiedenen Saunen befinden, herrscht Zen-Atmosphäre. Nach meiner 50-minütigen Rückenmassage mit Klangschalen und Schröpfgläsern fühle ich mich wunderbar erholt – und bereit für etwas mehr Action.
 Die Auswahl fällt schwer: Es gibt Tennisplätze, herrliche Wander- und Radwege und einen Golfplatz an, der mit seinen 72 Bahnen zu den größten Deutschlands gehört. Im Sommer finden außerdem regelmäßig Open-Air-Konzerte im knapp acht Hektar großen Schlosspark statt (am 16. Juni singt beispielsweise Max Raabe) und Gäste können sich für Wassersportaktivitäten am eigenen Hafen anmelden. Ich entscheide mich aufgrund des durchwachsenen Wetters für eine kostenlose Test-Fahrt mit dem hauseigenen Range Rover.

Zwei Attraktionen, die man rund um den Fleesensee nicht verpassen sollte:

  1. Als absoluter Tierfan entscheide ich mich für den rund 20 Fahrminuten entfernten Bärenwald . In einer gepflegten, 16 Hektar großen Anlage haben 17 Braunbären aus ehemals schlechten Haltungsbedingungen ein neues Zuhause gefunden. Westeuropas größtes Bärenschutzzentrum ist ein Tierschutzprojekt von Vier Pfoten . Jede Menge Ausstellungsstationen, ein Naturentdeckerpfad und das Besucherzentrum vermitteln Wissenswertes über die Tiere. Ein lohnenswerter Ausflug, nicht nur für Erwachsene.

  2. Weiter geht es ins malerische Städtchen Waren ins Müritzeum. Das Natur-Erlebnis-Zentrum bezeichnet sich selbst als Haus der 1000 Seen, zeigt es doch in einer multimedialen, interaktiven Dauerausstellung die Besonderheiten der mecklenburgischen Seenplatte. Mich beeindruckt vor allem Deutschlands größtes Aquarium für heimische Süßwasserfische: Das rund 100.000 Liter umfassende Becken zieht sich über zwei Etagen und ist sechs Meter hoch. Noch mehr Wasser gefällig? Ein Spaziergang rund um den angrenzenden Herrensee rundet mein Kulturprogramm ab.

Lage und Preise:

Das Schlosshotel liegt im Kurort Göhren-Lebbin, unweit des Fleesensees in Mecklenburg-Vorpommern. Die nächstgrößere Stadt Waren an der Müritz befindet sich rund 20 Minuten mit dem Auto entfernt; bis zum Flughafen Berlin-Tegel sind es ca. 90 Minuten. Unter der Dachmarke „Hotel- und Sportresort Fleesensee“ existiert Nordeuropas größte Freizeitanlage, bestehend aus dem Schlosshotel, einem Robinson-Club, einem Haus der Marke Tui Blue sowie einem Dorfhotel und der Spa World  – einer Mischung aus Spaßbad und Therme mit eigenem Fitnessstudio auf 6.000 Quadratmetern. Übernachtung im Schloss-Zimmer mit Parkblick und Halbpension: ab 268 Euro.

Foto: Bärenwald Müritz/Mihai Vasile


Interview mit der „Spa-Managerin des Jahres 2018“

Was macht ein gutes Spa aus? Welche Treatments sind besonders gefragt und wie entwickelt sich Wellness in der Zukunft? Wir haben mit Maren Brandt vom SCHLOSS Fleesensee  gesprochen, frisch gekürte „Spa-Managerin des Jahres 2018“.

Frau Brandt, Sie haben sich gegen neun Kandidaten aus bekannten Hotel- und Wellness-Anlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgesetzt. Was zeichnet eine prämierte Spa-Managerin aus?

Hinter der Berufsbezeichnung steckt in jedem Fall mehr als eine passable Führungskraft für die Mitarbeiter zu sein. Als gute Spa-Managerin braucht es Flexibilität und Vielseitigkeit sowie ein besonderes Gespür für innovative Ideen. Wir sind ein traditionelles Haus mit modernen Konzepten, das spürt man auch im Spa-Bereich.

Inwiefern?

Der Spa-Bereich wurde 2016 komplett modernisiert und umgebaut. Alles basiert nun auf unserer Philosophie „Endlich.Ich“. Schließlich soll es im Urlaub in erster Linie darum gehen, Zeit für sich selbst zu haben und abzuschalten. Das geht natürlich am besten im Spa. Unseres bietet seit dem Umbau einen gelungenen Mix aus klassischen Sauna-Angeboten und Anwendungen auf medizinischer Basis wie das Coolsculpting-Programm der Firma Zeltiq  – eine nicht-invasive Behandlungsmethode zur Reduktion von Fettzellen. Ein modernes Highlight ist die Sauerstoff-Sauna, einzigartig in Deutschland und vor allem nach dem Sport zu empfehlen. Die erhöhte Sauerstoffkonzentration entlastet das beanspruchte Herz-Kreislaufsystem, erweitert die Blutgefäße und unterstützt die Zellerneuerung. Die Sauerstoff-Sauna ist auch Teil unserer neu entwickelten „WellActive-Tour“.

Wie sieht diese „WellActive-Tour“ aus?

Die „WellActive-Tour“ haben Wellness- und Sportexperten exklusiv für uns zusammengestellt. Sie basiert auf einer optimalen biochemischen Abfolge von Reizen auf den menschlichen Körper. Die Tour zeigt, wie sich unsere Angebote im Spa innerhalb von 90 Minuten bestmöglich für die eigene Gesundheit nutzen lassen. Natürlich kann man auch alles entsprechend den Wünschen und der körperlichen Verfassung eines Gastes individuell anpassen.

Was für Besonderheiten gibt es noch in Ihrem Spa?

Neben einem Fitnessstudio, zwei Terrassen und einem großen Außenpool verfügen wir über einen separaten Raum mit einer Heimkino-Anlage. Dort zeigen wir zu bestimmten Zeiten Klassiker der Filmgeschichte wie etwa „Frühstück bei Tiffany’s“, aber auch aktuelle Filme und ausgewählte Konzerte. Jeder Gast ist dann eingeladen, sich in die gemütlichen Fellsessel zu kuscheln und zu entspannen, getreu unserer anfangs erwähnten Philosophie „Endlich.Ich“.

Welche Treatments helfen beim Abschalten?

Da haben wir viele im Angebot: Ayurveda- und eine Basaltstein-Massage sowie die klassische Fußreflexzonenmassage – sie alle bewirken eine wohlige Tiefenentspannung. Darüber hinaus arbeiten wir mit wechselnden Gast-Therapeuten zusammen. Das können Heilpraktiker, Gesundheitscoachs oder Physiotherapeuten sein. Für alle steht die vollkommene Entspannung des Gastes im Mittelpunkt. Außerdem organisieren wir regelmäßig spezielle Themen-Wochen, die als Auszeit aus dem Alltag gedacht sind. 2018 stehen Yoga und Anti-Stressmanagement auf dem Programm. Dafür laden wir erneut externe Experten ein.

Was ist die gefragteste Behandlung in Ihrem Spa?

Jede für den Rücken. Jeder zweite Deutsche hat mit dieser Körperpartie bekanntlich gesundheitliche Probleme. Weil aufgrund des Golfangebotes zudem viele Sportler bei uns im Haus sind, sind auch gezielte Sport-Massagen sehr gefragt. Unser Signature-Treatment ist das „Individuelle Rückenprogramm“. Es handelt sich um eine 50-minütige Massage mit Klangschalen und Schröpfgläsern, die Verspannungen abbaut und die Wirbelsäulen-Dynamik verbessert.

Wohin entwickelt sich die Wellness-Branche?

Welche Trends erwarten uns?
Die Konzeption unseres Spas fand auf Grundlage der Studie „Medical Spa – Trendurlaub der Zukunft“ statt, die wir Ende 2016 durch das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Innofact in Auftrag gegeben haben. Knapp 1.000 Teilnehmer wurden befragt. Immer wichtiger ist den Leuten, dass sie im Urlaub ein Wellness-Angebot finden, das passgenau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und auch langfristig persönlichen Zusatznutzen schafft. Stichwort: Prävention. Heutzutage reicht es nicht mehr aus, Sauna, Pool und Fitnessstudio anzubieten. Die Gäste wollen zusätzlich ein umfassendes Programm aus Bewegung, Wellness und Ernährung, das schnelle Ergebnisse liefert und das sie aktiv mitgestalten können. Genau diesen ganzheitlichen Ansatz bieten wir im SCHLOSS Fleesensee: Entspannungsmöglichkeiten, Fitnesscoaching, Stressmanagement, Ernährungsberatung, kosmetische sowie medizinische Anwendungen.


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