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„Ich habe die Natural Weight Loss Kur getestet“

„Eigentlich wollte ich nie wieder eine Diät machen. Geschweige denn darüber schreiben. Denn zu dem Thema ist alles gesagt“, findet C&C-Autorin Margit Hiebl. Warum sie ihrem Vorsatz dennoch untreu geworden ist, schildert sie in hier.

Auch ich habe in meinem Leben tatsächlich viele Diäten gemacht, ob privat oder beruflich. Von Mayo bis Hollywood, von Ayurveda bis TCM, habe schreckliche Shakes getrunken und intermittierend gefastet, Punkte und Kalorien gezählt, Carbs reduziert. Und trotzdem oder vielleicht deswegen gehörte ich immer zu den Curvy Girls. Damit wir uns nicht missverstehen: Ich bin fein damit. Ja, ich mag mich. Nur im Moment nicht so viel davon. Denn, Achtung: Lieblings-Ausrede, Corona hat mir ein paar Extra-Kilos beschert. Die ich nicht los werde. Weder durch mehr Bewegung. Noch durch weniger essen. Denn: Ganz ehrlich, so viel esse ich gar nicht. Ich esse sogar sehr diszipliniert. Ich nasche auch nicht, weder Bärchen noch Chips. Und ich treibe regelmäßig Sport.

Bei einem Online-Pressetermin im Dezember habe ich Daniela Laubinger kennengelernt. Daniela ist Heilpraktikerin in Hamburg und hat mit „Natural Weight Loss“ eine Stoffwechselkur entwickelt. Das Programm baut zunächst streng auf Low-Carb und Low Fat. Aber es kommen noch zwei weitere Komponenten hinzu: Ein pflanzlich-mineralisches Nahrungsergänzungsmittel, das den Stoffwechsel anregen und den Heißhunger dämpfen soll und die persönliche Begleitung durch Daniela oder ihr Team, auch per Telefon oder Mail.

Das Vorgespräch

Hunger dämpfen? Stoffwechsel anregen? Im ersten Gespräch stelle ich klar, dass ich auf keinen Fall Appetitzügler & Co zu mir nehmen möchte. Daniela beruhigt mich, dass die Kapseln z.B. Extrakte aus dem Blasentang enthalten, die dem Stoffwechsel auf die Sprünge und beim Durchhalten helfen sollen. Außerdem Vitamin B12, das bei Stress ausgleicht und die fleischlose Variante ergänzt. Nach einem Telefonat, in dem wir über meine Essvorlieben, Allergien, Tagesabläufe, körperliche Verfassung, sportliche Aktivitäten, Diätvergangenheit und Erwartungen sprechen, fülle ich noch einen Anamnese-Bogen aus … und ein paar Tage später habe ich das Starter-Kit für die Kur in Händen.

Es enthält: Das Begleitbuch mit meinem Gewichtsreduktionsplan und Rezepten, drei Packungen des Nahrungsergänzungsmittels, eine Packung Detox-Tee (u.a. mit Zinnkraut, Brennnessel), ein Maßband und einen Kuli. Jetzt warten zwei Wochen Abnehmphase auf mich, in denen ich mich in die Umstellung einfühlen soll. In denen wir auch Kurskorrekturen machen können, damit ich mich wohl fühle, so Daniela. Es muss Spaß machen. Danach folgt die Aufbauphase, in der Gewohnheiten etabliert und das Gewicht stabilisiert werden soll. Ich freu mich drauf.

Das Programm

Zum Frühstück steht zur Auswahl: 1. Knäckebrot mit Quark – der Klassiker, aber nicht meins! 2. Zwieback (mit Quark) – auch nicht meins. 3. Selbstgebackenes Eiweißbrot mit Mandelmehl, für mich als Nuss-Allergiker keine Option. 4. Option: Porridge aus Haferflocken und Hafermilch, Skyr und Beeren. Mein Lichtblick! Das esse ich sonst auch, allerdings nur mit heißem Wasser und Früchten. Für Mittag- und Abendessen sieht mein Programm eine Gesamtmengen-Vorgabe vor: 500 g eiweißhaltige Lebensmittel, 600 g Gemüse, 200 Gramm Obst oder 2 Stück Frucht, letztere z.B. als Zwischenmahlzeiten. Die Kapseln gibt es einmal am Tag zum Essen.

Die Lebensmittel für meine Kur darf ich aus einer Liste auswählen: Klar, Kartoffeln sucht man umsonst. Ebenso Nudeln. Milchprodukte gibt’s nur fettreduziert. Und auch nur magere Fleisch- und Fischsorten. Die Zubereitung sollte möglichst naturbelassen sein, dünsten, kochen, braten, aber mit wenig Fett (gerade soviel, dass es zum Aktivieren der Vitamine reicht). Fertigdressings- oder -Saucen sind verboten. Gewürze, Zitronen-oder Orangensaft und etwas Öl zum Würzen sind erlaubt. Als Getränke stehen Kaffee, Tee (grün, schwarz, Kräuter), stilles Wasser, kalorienfreie Drinks sowie Soja- oder Hafermilch (200 ml am Tag) zur Auswahl. Warum keine Kuhmilch? Daniela sagt, die würde aufgrund ihrer Zusammensetzung den Fettstoffwechsel eher verlangsamen.

Der Start

Der erste Kur-Tag heißt Schlemmertag. Ich vermeide ihn „Henkersmahlzeit“ zu nennen, denn so ist es nicht gedacht. Man soll es sich noch mal richtig bewusst gut gehen lassen und das Programm mit einem zufriedenen Gefühl starten, sagt Laubinger. In meinem Kopf löst das Diät-Alarm aus! Jetzt noch schnell alles essen, was ich die nächsten Wochen nicht kriege? Ich mache den Übergang lieber smooth: Ein ganz normaler Samstag mit Brunch und Abendessen, ein bisschen Wein, keine Exzesse. Dazu, wie vorgeschrieben, eine halbstündige Sporteinheit am Vormittag und danach die ersten zwei Kapseln Nahrungsergänzung. Warum der Sport zum Einstieg? Damit der Körper sich auf Verbrennen einstellt, sagt Daniela Laubinger. Hoffentlich merkt er das!

Die erste Woche

Am nächsten Morgen: Wiegen, messen und los geht’s. Am Abend wartet schon die erste Herausforderung: Ein Geburtstagsessen mit Freunden beim Italiener. Klingt schlimmer als es ist, denn: Wie bei jedem guten Italiener gibt‘s Fisch oder Fleisch und Gemüse. Auf Wein, Brot und Dessert kann ich locker verzichten. Herausforderung am Wochenende: Da unser geliebter Wochenend-Brunch ausfällt, muss der Tag mit drei Mahlzeiten neu strukturiert werden. Das schränkt mich auch die nächsten Tage ein: Ich darf nicht, wie sonst schon mal, eine Mahlzeit ausfallen lassen, denn so komme ich nicht auf die vorgeschriebenen Eiweißmengen. Und da sind wir schon bei der nächsten Hürde: Ich bin zwar keine Vegetarierin, esse aber nicht gern so viel Tierisches, schon gar nicht täglich zweimal. Die vegetarische Kur-Variante mit Tofu & Co geht leider wegen meiner Soja-und Nuss-Allergie nicht.

Sonst decke ich meinen Eiweißbedarf gern mit Hülsenfrüchten, die darf ich aber in dieser Phase nicht, weil sie zu viele Kohlenhydrate enthalten. Ich weiß aber, Protein hält zum Erhalt der Muskelmasse bei und das ist wichtig beim Abnehmen. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher etwa 1,2 Gramm pro Kilo Körpergewicht. Im Plan ergibt sich aber die doppelte Menge. Warum, frag ich Daniela Laubinger beim nächsten Update. Sie sagt, dass die festgelegte Menge proteinhaltiger Lebensmittel den Ablauf der Kur vereinfacht – man spart sich grammgenaues Abwiegen und Umrechnen. Zum anderen hat man bei der Menge meist keinen Hunger, psychisch gesehen, keine Verlustangst. Also hält man die Diät besser durch.

Wie erwartet, kämpfe ich mit den Eiweißmengen. Sie liegen mir echt im Magen. Hungrig bin ich nicht, aber schlapp, unkonzentriert und genervt. Und noch etwas passiert: Plötzlich denke ich dauernd über Essen nach. Was muss ich einkaufen? Was koche ich? Habe ich genug Eiweiß? Ich bin sonst intuitiver. Und, obgleich mir Kochen Spaß macht, stresst es mich, es zweimal am Tag tun zu MÜSSEN. Aber ich gebe mein Bestes: Zucchininudeln Bolognese. Shakshuka. Gulasch mit Blumenkohlpüree. Wokgemüse mit Putenstreifen. Steak mit Rosenkohl und Orangensauce. Lachs mit Fenchelgemüse. Pak Choi & Shiitake-Pfanne mit Pollo arrosto-Aufschnitt. Lauwarmer Brokkolisalat mit Feta. Alles lecker gewürzt mit frischen Kräutern, Pfeffer oder einer Sauce aus Skyr mit Orangensaft oder Senf. Und falls mal keine Idee da ist, hilft ein Blick ins NWL-Rezeptbuch.

Eigentlich alles gut, dennoch bin ich unzufrieden. Ich schiebe es auf den Entzug: Keine Carbs, dadurch auch kein Zucker, kaum Fett. Auch für Sport fehlt mir der Wumms. Sogar meine morgendliche Yoga-Sequenz ist mehr im Yin als im Yang. Und der empfohlene Leberwickel reißt es auch nicht raus. Am Ende der Woche stand ein Geburtstag in der Familie an. Aber statt Verzicht gab’s für mich ein kleines Highlight: selbstgebackene Muffins aus Quark, Ei und Mandarine, ohne Zucker. High Five, family, ihr seid die Besten! Übrigens: Hätte ich „gesündigt“, gäbe es bei NWL eine Ausbügelstrategie. Drei Tage Fisch – denn das magere Eiweiß soll helfen, in die Kur zurückzukommen. Fazit nach der ersten Woche: zweieinhalb Kilo weniger. Okay, das ist auch Wasser – trotzdem cool!

Die zweite Woche

Laune und Konstitution sind so im Keller, dass Daniela zwischenzeitlich vorschlägt, abzubrechen. Ob das oft passiere, frag ich sie. Nein, es wäre äußerst selten. Aber der Erfolg hinge von so vielen Faktoren ab – manchmal sei es auch nicht der richtige Zeitpunkt, weil man gestresst ist oder der persönliche Erfolgsdruck zu hoch ist.
Nun, abbrechen ist für mich keine Option. Also helfe ich mir mit kleinen Upgrades: Morgens schäume ich die Hafermilch auf, so wird der Porridge fluffiger und wohlig-warm. Dann setze ich auf ein bewährtes Happiness-Team: Vanille und Kakao – sie pimpen ab sofort meinen Hafermilch-Cappuccino gegen das Nachmittagstief auf. Bei Mozzarella und Feta nehme ich normalen Fettgehalt – macht mich zufriedener – und ersetze damit öfter Steak & Co. Hinzu kommt, dass sich mein System offenbar arrangiert. Laune und Power steigen wieder. Fazit nach zwei Wochen mit einigen ups und vielen downs: 4 Kilo weniger.

Die Aufbau-Phase

Ziel ist jetzt: Gewicht stabilisieren und zum normalen Essverhalten zurückkehren. Im ersten Schritt der Aufbau-Phase wird die Fett-, dann die Kohlenhydrat-Zufuhr gesteigert. Den Entlastungstag nur mit Obst und/oder Gemüse, den man machen sollte, lasse ich jetzt weg, da er mir in der ersten Woche Kreislaufprobleme gemacht hat. Die restliche Zeit verläuft problemlos, es ist Routine geworden. Auch das Kochen. Ich bin happy, dass ich endlich wieder pflanzliche Eiweißquellen zur Verfügung habe – die ich auch in Form von Pasta einbaue. Und sogar mal Datteln oder Banane, statt saurer Beeren. Man soll sich jetzt auch trauen, wieder mehr zu essen, sogar Carbs, sagt Daniela. Am Wochenende genehmige ich mir ein Glas Rotwein – okay, das stand nicht im Plan. Fazit dennoch: Ich habe das Gewicht gehalten. 4 Kilo oder eindrucksvolle 16 Butterpäckchen. So steht’s, mit Lorbeerkranz versehen, auch in meiner Abschiedspost von Daniela.

Das Fazit:

Für viele ist es sicher ein Highlight, zweimal am Tag 250 Gramm Steak, Fisch oder Geflügel genießen zu dürfen. Für mich war’s anstrengend. Und leider hatte ich kaum Ausweichmöglichkeit, ohne Tier oder Tofu. Ganz ehrlich: Wäre ich nicht in einem „Programm“ gewesen, über das ich hier berichten wollte, im „richtigen Leben“ hätte ich es nicht durchgehalten. So war die „Natural Weight Loss“-Methode ein funktionierendes und einfaches Hilfsgerüst für mich.
Meine Learnings? Ich habe immer Gemüse, zumindest in TK-Form zuhause– um nicht aus akuter Schnippel-Unlust zur Butterbreze zu greifen. Und ich baue mehr Proteine in meinen Speiseplan ein, aber in einer für mich verträglichen Menge. Abends lasse ich, wie im Abschlussgespräch geraten, meist die Carbs weg. Gut 7 Wochen sind inzwischen vergangen, und ich bin erleichtert – um 5 Kilo! Passt.

Diät

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