Autor: Margit Hiebl

CultureandCream-Autorin aus München Seit vielen Jahren schreibe ich als Beauty- und Lifestyle-Autorin für Magazine wie Vogue oder Glamour. Was mich immer wieder treibt: Nicht nur das Produkt oder der Trend, sondern die Menschen und die Story dahinter – und was es mit uns macht. Außerdem führt mich mein Job oft an die schönsten Plätze dieser Welt. Auch privat findet man mich gern in der einen oder anderen Wellness-Location, Recherche nicht ausgeschlossen. Culture and Cream also. Immer im Gepäck: Duft, Sonnenschutz und Lippenstift. Farbe? Rot. Was sonst

Über 150 Millionen Blumen formen sich auf 7,2 Hektar außerhalb der hektischen Metropole zu Skulpturen, Schlössern, Tieren und einem Flugzeug der nationalen Airline „Emirates“.

Größer, höher, spektakulärer

Klar, dass der größte Blumengarten der Welt sich in Dubai, der Stadt der Superlative, befindet. Anfang November, wenn die Temperaturen auf für Blumen erträgliche 25 bis 28 Grad sinken, öffnet er seine Pforten. Schon beim Eingang empfangen einen riesige blütenübersäte Pferde, die aus dem Boden zu wachsen scheinen und Den Weg durch die Gartenshow säumen opulente Beete und riesige Blumenampeln – bunt und stark duftend. Zwischendrin findet man mit Blumen bestückte Cabanas, kleine Gartenlauben, in denen man ein Päuschen einlegen kann, um sich auf dem Weg durch die Blumen-Monumente immer wieder mal die Augen zu reiben: Hier ein echter, von Blüten bedeckter A380 von Emirates Airline. Dort eine Riesenkatze, Efeu-Elefanten, die Disney-Familie von Micky Maus bis Goofy, ein Blumenschloss, ein überdimensioniertes Teeservice, ein Corps de Ballet, das sich zu Walzerklängen dreht … Für unseren europäischen Geschmack ist das teilweise ganz schön schräg, aber auch faszinierend. Ein echter Flower-Power-Trip. Und sicher eine kleine Oase, in der sich Vögel und Insekten tummeln, die man downtown mit Sicherheit nicht finden wird. Auf alle Fälle ein Must für alle Dubai-Reisenden.

Gut zu wissen

Wer den Blumenschaupark in der Wüste besuchen will, sollte seinen Trip gut planen. Geöffnet ist der Miracle Garden von November bis Mai. Freitag und Samstag ist er eher überfüllt, weil es Wochenende in Dubai ist, und damit auch viele Einheimische Ausflüge dorthin unternehmen. Die 30 Minuten-Fahrt kann man mit dem Taxi zurücklegen (ca. 10 Euro), im Rahmen einer Hop-On/Hop-Off-Bustour (ab 45 Euro) oder mit Transfer im Mini-Van (z.B. GetYour.Gide.de incl. Eintritt, ca. 70 Euro). Das Ticket für den Garten kostet ca. 10 Euro pro Person.

Fotos: Margit Hiebl

Bergamo – ti amo!


Eine Liebeserklärung an die norditalienische Stadt mit viel Flair und großer Geschichte

Sie steht immer im Schatten ihrer berühmten Nachbarin, die rund 50 km weiter westlich liegt. Aber, scusi Milano, die Kleine von nebenan ist schon ein bisschen hübscher. Ganz ehrlich, sogar sehr viel hübscher. Deshalb haben wir diesmal auf dem Weg nach Mailand, vorher die Ausfahrt Bergamo genommen. Leider nur für einen Tag.

Das chice Duo

Bergamo – das sind eigentlich zwei Städte: Die Città Bassa in der Ebene, eine elegante, quirlige Universitätsstadt, in der alle Shoppinggoals erfüllt werden. Eine Stadt, mit großzügig angelegten Straßen, eleganten Arkaden und nur mäßig hohen Häusern, damit, so eine Anordnung von früher, keinem der Blick auf die Altstadt auf dem Hügel verbaut sei. Und diese sogenannte Cittá Alta, die obere Stadt, ist ein wahres Schmuckstück. Sie liegt etwa 100 m über der „unteren“ und ist per Standseilbahn aus dem Jahre 1880 zu erreichen. Ein Must, wenn man stilecht nach oben will, um die Altstadt zu erkunden. Aber auch, wenn man – just for fun – ein paar Minuten analoges Reisen per Funicolare genießen will.

Die Città Alta

Wir fahren zunächst mit dem Auto nach oben – die zweitbeste Idee, wenn man Samstag mittags anreist. Denn dann wird die enge Straße, wenn man nicht gerade einen Cinquecento fährt, schnell zum Nadelöhr. Doch viele Möglichkeiten hat man nicht, es gibt nur wenige direkte Zufahrten: Bergamo ist umgeben von einer mittelalterlichen Stadtmauer. Oben angekommen landen wir auf einem natürlich vollen Parkplatz, der aber unweit unseres Hotels in der Via Mario Lupo liegt. Sehr entspannend, wenn man nach einem kurzen Anruf an der Rezeption eine Parkkarte für das angrenzende (volle) Parkhaus abholen kann. Außerdem wird auch gleich das Auto für die Altstadt „freigeschalten“, da normalerweise die Zufahrt eingeschränkt ist. Doch gefahren wird nicht mehr … Muss man hier auch nicht, alles ist perfekt zu Fuß zu erreichen. Aber, Achtung, Ladies: Das mittelalterliche Pflaster ist der natürliche Feind der High-Heels – also lieber Flats auspacken. Keine Ahnung übrigens, wie Italienerinnen das machen –sie stöckeln unbeirrt über die groben Steine.

Mittendrin wohnen

Wer ein Hotel in der Città Alta bucht, landet immer mittendrin. In der Stadt, ihrer Kultur, der italienischen Lebensart. Und in der Kunst romantisches altes Gemäuer mit Contemporay Design zu verbinden – radikal, aber mit Fingerspitzengefühl. Wie das Hotel Gombit, das zu den kleinen, feinen Design-Hotels gehört und für eine Nacht unser Zuhause ist. Es liegt im Torre del Gombito, einem Wachturm aus dem 13. Jahrhundert. Sorgsam renoviert, kann man die Spuren der Vergangenheit in Form von alten Steinmauern und Holzdecken noch in jedem der 13 Zimmer finden. Zusammen mit den reduzierten Designmöbeln und edlen Holzböden, den handgewebten leichten Leinenstoffen und anderen kuscheligen Materialien, den modernen Bädern und Working-Stations, ergibt sich ein luxuriöses, aber nicht überkandideltes Ambiente, in das man sofort einziehen möchte. Die Räume strahlen die Ruhe eines eleganten Landhauses aus. Doch kaum hat man die Fenster mit den typisch-italienischen Läden geöffnet, ist man mitten drin, im pulsierenden Leben der engen Gassen einer italienischen Altstadt. Im Foyer, der Bar und der Bibliothek finden sich originelle Installationen, von Vespa-Reifenspuren bis hin zu Büchern, die von der Decke hängen. Frühstück wird in der Tower Lounge (die auch für Meetings oder Geschäftsessen genutzt werden kann) serviert – reichhaltig, bio, regional und lecker.

Essen und Trinken

Die Cittá Alta ist voll mit kleinen Cafes, Eisdielen, Bäckereien und Locandas. Und die sind voll mit Touristen, die die Funicolare unaufhörlich in die Altstadt „hineinschüttet“. Nachmittägliche Musts sind aber ein Stracciatella-Eis (z.B. bei La Marianna, wo es in den sechziger Jahren erfunden wurde) und ein Aperitivo, zu dem Oliven-, Chips und Polenta (auch für den Maisbrei ist Bergamo bekannt) serviert wird – am längsten steht die Sonne bei den Tischen eines Cafés auf der Piazza Mercato delle Scarpe. Dort sitzen, obwohl es direkt an der Funicolare-Station liegt, eher die Einheimischen. Und sitzen und sitzen und sitzen. Gefährlicher für die Figur als Aperitiv und Eis ist eine traditionelle Spezialität, die jede Pasticcheria im Schaufenster hat: Polenta e Osei, ein halbkugelförmiger gelber Kuchen, verziert mit Schoko-Marzipan-Vögeln, die es in jeder erdenklichen Größe gibt. Er soll an das einstige Arme-Leute-Essen, Maisbrei mit Singvögeln, erinnern. Spätestens bei der Assoziation – bin ich raus. Es soll zwar süß, aber dennoch lecker sein. Wer Samstagabend essen gehen möchte, muss zeitig reservieren. Sonst bekommt man allenfalls noch einen Slot mit der Ansage, nach dem Essen gleich Platz für die folgende Reservierung zu machen. Wie gut, dass das Hotel noch eine Empfehlung in petto hatte, mit der wir in Ruhe und ohne zeitliche Begrenzung den Abend genießen konnten. Normalerweise bin ich bei solchen Tipps eher skeptisch – doch das war ein echt guter. Das Ristorante La Tana liegt eher unspektakulär an der Auffahrtsstraße Via San Lorenzo, 500 Meter abseits vom touristischen Epizentrum bergabwärts. Doch der „Abstieg“ lohnt sich: die charmant-rustikale Enotheka bietet eine äußert gepflegte Weinauswahl, eine aufregend regionale Speisekarte und Jazzmusik im Hintergrund. Pizza wird man hier nicht finden, dafür aber bergamaskische und lombardische Spezialitäten, ganz basic oder kreativ fusioniert.

UNESCO und Co.

Für einen ersten Eindruck von Bergamo braucht man keinen Plan, man kann sich einfach nur treiben lassen. Denn in der Oberstadt gibt es fast keine Ecke, die nicht irgendwie hübsch, atemberaubend und tipico ist. Allein für die Piazza Vecchia mit dem mittelalterlichen Rathaus wurde wahrscheinlich der Begriff „malerische Altstadt“ erfunden – selbst Le Corbusier sollte diesen Platz einen der Schönsten der Welt genannt haben. Gleich um die Ecke findet man die Piazza Duomo, wo einem vor sakralen Prachtbauten fast schwindlig wird. Wovon der barocke Dom der äußerlich noch Unscheinbarste ist. Deutlich imposanter ist da das Ensemble nebenan: Der etwas bescheidenere, romanische Eingang gehört zur barocken Basilica di Santa Maria Maggiore, in der auch das Grab des Opernkomponisten Gaetano Donizetti (ein echter Bergamaske) liegt. Daran schließt sich mit einer opulenten Fassade aus rotem und weißem Marmor die Capella Colleoni an – eigentlich das Grabmal von Bartolomeo Colleoni, einem der berühmtesten Söldnerführer Italiens, ist. Es heißt, um Mitternacht das Familienwappen der Colleonis am Zaun zu berühren, soll Glück bringen (manche sagen, es erinnere an drei pralle Hodensäcke – ital. coglioni). Rechts davon liegt noch die achteckige Taufkirche Battistero, die von acht Statuen, die Tugenden wie Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit, Mäßigung und Geduld darstellen, umrundet wird.

Apropos umrunden

Ein weiteres Highlight Bergamos befindet sich um die Città Alta herum. Die alte, venezianische Stadtmauer von über sechs Kilometern Länge, die von einer wechselvollen Geschichte erzählt und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, aber auch die perfekte Kulisse für romantische Spaziergänge im Sonnenuntergang liefert. Und noch etwas gibt es in der Altstadt, was nicht nur sehenswert, sondern auch hörenswert ist: Direkt an der Piazza Vecchia steht der Campanone, der Stadtturm mit der größten Glocke der Lombardei. Sie schlägt jeden Abend um 22 Uhr, hundertmal – wie zur Zeit der venezianischen Herrschaft, als um diese Zeit die Stadttore geschlossen wurden. Wie gut, dass sie heute offenbleiben. So können wir demnächst wieder mal die Ausfahrt nach Bergamo nehmen … Es gibt noch einiges zu entdecken: Zum Beispiel die andere Station der alten Funicolare, San Vigilio, von wo aus man einen tollen Ausblick auf die Oberstadt haben muss. Vielleicht aber einfach nur, um ein echtes Stracciatella-Eis zu essen.


Tipps, wie man es einfach zu Hause praktizieren kann und damit gesund durch den Winter kommt

Ach, ayurvedisch leben ist ja so kompliziert, hör ich jetzt schon alle sagen. Aber, ist es das wirklich? Wir haben Carina Alana Preuß, Geschäftsführerin des Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach gefragt. Die 32jährige leitet das 5-Sterne-Haus seit letztem Jahr und ist mit dem ayurvedischen Lifestyle aufgewachsen. Vor 25 Jahren haben ihre Eltern Deutschlands erste Adresse in Sachen Ayurveda gegründet. Wer Carina trifft, will ab sofort ayurvedisch leben. Denn sie strahlt – von innen und von außen. Sie transportiert ihre Message mit großer Leidenschaft und Frische. Als Ayurveda-Spezialistin und Yoga-Lehrerin überzeugt sie aber auch durch Expertise. Um die alte Wissenschaft vom Leben (so die Bedeutung von Ayurveda) über die klassische Panchakarma-Kur im Hotel hinaus noch mehr Leuten zugänglich und nahbarer zu machen, bespielt sie auch diverse Social Media Kanäle. So hat sie einen Online-Kurs entwickelt, der auch Einsteigern schnell und einfach mitnimmt. Zudem bringt sie sich selbst immer wieder auf ihrem Instagram-Blog ein als bestes Beispiel für ayurvedische Lebensweise. Eine Influencerin in Sachen modernes Ayurveda – aber eine, die es tatsächlich drauf hat und ernst meint. Jedoch ganz im Hier und Jetzt lebt … und sich auch mal Pommes gönnt.

Darf man als Ayurvedianer auch mal Pommes essen?

Carina Alana Preuß: Ausnahmen und undogmatisch sein gehören auch zum Ayurveda. Man muss sie nur geschickt einbetten, wie z.B. nach dem Besuch einer Pommes-Bude am besten Triphala einnehmen. Das ist eine ayurvedische Kräuterrezeptur, die der Verdauung hilft. Oder: nach einer ausladenden Nacht mit schwerem Dinner das Frühstück weglassen bzw. einen Suppentag einlegen. Wenn ich nicht so doll über die Stränge schlagen will, backe ich mir zu Hause Süßkartoffelscheiben mit Salz, Currypuder und Öl – eine gesunde Variante zu Tiefkühlware und Fritteusenöl.

Hotel-Alltag, Weiterbildung, ständig mit Volltempo – wie schafft man da noch Balance?

Ja, gute Frage. Ich stecke wirklich viel Energie in mein Bestreben, die Welt eines Tages gesünder und bewusster zu hinterlassen. Da platzt mein Terminkalender schon manchmal aus allen Nähten. Aber: Mein Essen ist mir heilig und da mache ich keine Kompromisse. Ich bestehe auf mein warmes, frisch zubereitetes und gesundes Mittagessen.

Ayurvedisch essen ist also gar nicht so kompliziert…

Viele klagen über hochkomplexe Rezepte und trauen sich nicht an die vielen Gewürze ran. Wir haben ayurvedische Gewürzmischungen entworfen, mit denen auch ich koche. Außerdem haben wir im Hotel einen Easy Ayurveda Cooking Guide entwickelt, der immer in drei Steps zeigt, wie man schnell Curries, Ragouts oder Suppen für ein gesundes warmes Essen zaubert.

Welche drei Steps sind das?

Erstmal Gemüse putzen und klein schneiden. Dann folgt Step 1. Zwei EL Olivenöl, Kokosöl oder Ghee und einen halben Esslöffel Senfsaat erhitzen, bis die Saat springt. Step 2: Gewürze und Gemüse in die Pfanne oder den Topf geben, 2 Minuten schwenken und die Hitze reduzieren. Step 3: Flüssigkeit hinzufügen, z.B. passenden Gemüsesaft, Kokosmilch oder Brühe. Und abschmecken. Die Garzeiten für das Curry oder Ragout sind 10 bis 15 Minuten, für die Suppe 30 Minuten.

Gibt es auch noch Tipps für die verschiedenen Ayurveda-Typen?

Vata-Typen sollten extra noch Öl oder Sauce über das Gericht geben, viel Ingwer verwenden und erdende und süße Gemüse einsetzen. Wenig Rohkost oder bitteres Gemüse. Pitta sollte kein Chili und wenig Pfeffer benutzen, sanft würzen und Säure vermeiden, also auch basisches Gemüse verarbeiten. Kapha-Typen sollten kleine Portionen essen, mit Cayennepfeffer oder Chili würzen und auf Kohlsorten, sowie viel grünes, leichtes und bitteres Gemüse setzen.  Dazu wenig Öl und nur leichte Saucen.

Wie kommt man als Geschäftsführer eines Hotels selbst zu der Ruhe, die Gäste dort finden?

Auch ich versuche acht Stunden Schlaf zu kriegen. Das wirkt bei mir Wunder – besonders wenn ich bereits um 22 Uhr schlafe. Auch Meditation zentriert mich. Und wenn mein Geist vibriert und ich kurz davor bin, zu übertreiben, helfen mir Yoga-Atemübungen wie die Ujjayi-Atmung. Das verlangsamt meine Gehirnwellen, hilft mir wieder den Blick für das große Ganze zu bekommen und innerlich zu entspannen. Und natürlich beruhigende Ölmassagen, die ich auch meinem Partner beigebracht habe.

Die beste ayurvedische Notbremse bei Stress?

Lachyoga, Meditieren oder im Wald spazieren gehen. Speziell lachen baut erwiesenermaßen Stresshormone ab. Geht auch, wenn man nicht wirklich lachen muss, das Gehirn glaubt einem trotzdem. Ruhig mal testen. Auf youtube findet man Videos unter „Lachyoga“ oder „Laughter Yoga“. Man muss sich nur trauen. Also ich stelle mich in mein Wohnzimmer und lache los. Nicht weil ich in dem Moment was zu lachen habe, sondern weil ich keine Lust mehr auf den Sumpf in mir habe. Das funktioniert.

Wie kommt man ayurvedisch gut durch den Winter?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man der Erkältung am besten aus dem Weg gehen kann, wenn man sich um einen guten Lifestyle kümmert. Dann ist das Immunsystem auch stark.

Und wenn die Erkältung bereits im Anzug ist?

Ich hab immer getrockneten Ingwer, Kurkuma und Honig im Haus. Beim ersten Kratzen mache ich mir einen ultra-scharfen Ingwertee (nicht wirklich lecker!) und lutsche alle zwei Stunden einen halben Teelöffel einer Kurkuma-Honig-Mischung, für die ich beides im Verhältnis 50:50 mische. An so einem Tag sollte man nichts Rohes oder Kaltes essen und sich schön warm einpacken. Wichtig: Unbedingt bei den allerersten Symptomen agieren, sonst kann es schon zu spät sein.

Ayurvedisch leben ist also ganz einfach, wenn man…

… täglich isst, was energetisiert und weder belastet noch müde macht. Aufpassen: Auch Salat kann müde machen, da er schwer verdaubar ist. Als Hauptmahlzeit mittags oder abends nicht geeignet.
… nichts zum Essen trinkt – auch 30 bis 60 Minuten danach nicht.
… tagsüber verteilt zwei Liter Wasser trinkt (Kaffee, Tee oder sonstige Getränke zählen nicht).
… nur isst, wenn man wirklich Hunger hat (ist nicht gleich Gelüste oder Appetit). Aber nicht jeder Hunger muss befriedigt werden: Sollte er sich nach 20 oder 21 Uhr melden, lieber sagen „Sorry, zu spät, morgen gibt’s wieder was“.
… genug schläft. Davon möglichst viele Stunden zwischen 22 und 2 Uhr. Da wird das wichtigste Anti-Aging Hormon ausgeschüttet und wir bekommen die tiefste Regeneration.
… dem Leben positiv gegenüber steht und einer Arbeit nachgeht, die für einen selbst sinnfüllend ist.
… täglich leichte Bewegungen an der frischen Luft praktiziert.
… und 5 Minuten meditiert.


Wie ein Wissenschaftler die Haut verjüngen will

Er ist Wissenschaftler und Mediziner durch und durch. Mit Schönheit hatte Professor Augustinus Bader bislang wenig am Hut. Als einer der führenden Stammzell-Forscher von der Universität Leipzig ist ihm eine bahnbrechende Entwicklungen im Bereich des Tissue-Engineering gelungen. Über 200 Patente nennt er sein eigen. So entwickelte Bader ein Hydro-Gel, das schwerste Brandverletzungen ohne Transplantation und Narbenbildung abheilen lässt. Da kam ihm die Idee für eine Anti-Aging-Pflege. Doch wie lässt sich seine Technologie auf Fältchen, Pigmentflecken oder unreine Haut übersetzen? Wir sprachen mit Professor Bader über seinen neuen Ansatz.

Herr Professor, schon wieder ein Stammzellenprodukt?

Nein, in meinem Produkt ist keine einzige Stammzelle enthalten. Wir haben aber die Stammzellen-Technologie neu definiert. Um die zu verstehen, muss man erst mal mit den bestehenden Mythen aufräumen.

Welche Mythen denn?

Erstens: Es gibt keinen Mangel an Stammzellen im Körper. Sie sitzen überall, sind nur nicht immer aktiv. Eine Stammzelle ist wie eine ortspezifische Reparaturzelle. Ihre Aufabe ist es, den ortsständigen Defekt zu reparieren. Sie ist da, muss aber aktiviert werden – durch eine Entzündung. Zweitens: Geht man davon aus, dass die Größe der Verletzung das Antwortverhalten der Zelle beeinflusst – heißt bekomme ich eine Narbe oder nicht – kann das mit dem Fehlen der Botenstoffe zusammenhängen. Ersetzt man die, macht die eigene Stammzelle eine perfekte Heilung. Das konnte ich im medizinischen Bereich bei schwersten Verbrennungen umsetzen. Sie sind in wenigen Tagen ohne Transplantation narbenfrei abgeheilt. Der dritte Mythos: Stammzellen in Cremes können was bewirken. Aber was kann schon eine Apfelstammzelle, wie sie bislang für viele Produkte verwendet wurde, für die menschliche Haut tun? Sie kann höchstens einen Apfel machen.

Wie kamen Sie auf Ihren neuen Ansatz?

Über meine klinische Arbeit. Die Zellen im menschlichen Körper sind hochspezialisiert, genau das zu reparieren was ansteht. Beispiel: Habe ich an der linken Hand eine Schnittverletzung, wird nur die repariert. Ich bekomme deshalb nicht doppelt so viel Haut an der anderen Hand. Das bedeutet: Der Mensch besitzt unterschiedliche Reparaturprozesse. Und der Körper weiß exakt, wo die Verletzung sich befindet. Wenn ich aber z. B. eine Brandwunde habe, sind die Gefäße zerstört und die Zellen sterben ab. Hier konnten wir in unseren Forschungen beweisen, dass es möglich ist, Zellen mit Reparaturfunktion auch dorthin zu bringen.

Wie darf man sich das vorstellen?

Wie früher in der Bank. Zwei Personen haben unabhängig voneinander einen Schlüssel zum Tresor. Person 1 mit Schlüssel 1 kann das System nicht alleine öffnen. Kommt Schlüssel 2 nicht dazu, geht der Alarm los. Das ist vergleichbar mit einer Entzündung oder Verletzung. Der Alarm geht aus, sobald Schlüssel 2 kommt. Diesen Mechanismus habe ich vermutlich entdeckt, und zwar auf endogenen Stammzellen. Diese sitzen überall im Körper, auch in den Gefäßwänden. Es ist ein reiner, den Botenstoff vermittelnder Prozess, der nichts mit dem Hinzufügen von Stammzellen zu tun hat.

Wie inspirierte Sie das, eine Anti-Aging Creme zu entwickelt?

Wenn Menschen älter werden, scheint Ähnliches zu passieren. Die Haut wird härter, also entsteht eine Art Narbe. Meine Überlegung war: Können wir das beeinflussen? Und wenn ja, wie? Und hier kommt die Epigenetik ins Spiel. Indem Sie sich gesund ernähren, Sport machen oder in einem guten Umfeld bewegen, beeinflussen Sie positiv, was Ihre Zellen tun. Mit meiner Creme liefern wir, was die Zellen brauchen. Den Aktivator, nämlich die Entzündung, bekommen wir ohnehin automatisch jeden Tag von außen durch schädigende Umwelteinflüsse.

Was ist das Hero-Ingredient in Ihrer Creme?

Kein einzelner Botenstoff, sondern ein spezieller Komplex, genannt TFC8. Er besteht aus Peptiden, Aminosäuren, Vitaminen und synthetisierten Molekülen wie sie auch in der Haut vorkommen.

Nichts, was nicht in anderen Cremes auch drin wäre…

Ja, aber wir haben sie im richtigen Verhältnis zueinander gesetzt. Zudem haben wir einen Transportermechanismus mit Ceramid-Strukturen entwickelt. Er befördert die Wirkstoffe in das Umfeld der Stammzellen, wo sie gebraucht werden.

Also eine Art Navigationssystem?

Ja, wie Sie das Navi Ihres Autos benutzen, aber trotzdem selbst entscheiden, wohin Sie wollen. So entscheidet auch die Stammzelle alleine, was sie tut. Je nachdem wie das Umfeld ist, in dem sie sich befindet. Ist das Umfeld durch eine Verletzung oder einen altersabhängigen Prozess defizitär, verhält sie sich notgedrungen anders. Denn es fehlen ihr die Bausteine, die sie braucht. Hat sie die Bausteine, kann sie ihre Botenstoffe bilden und den Reparaturprozess beginnen.

Und das schützt die Haut vorm Altern?

Wir können das Altern und die inflammatorischen Prozesse limitieren, indem wir der Haut helfen, sich selbst zu helfen. Das ist nötig, wenn Hautstress ansteht wie durch Umweltschadstoffe oder Sonne. Aber: Die Creme ändert nicht die Natur und ist auch nicht lebensverlängernd. Sie erlaubt der Haut nur, sich selbst zu heilen. So, wie Sie jeden Tag spazieren gehen, frische Luft atmen, gutes Essen zu sich nehmen und damit aktiv Epigenetik betreiben.

Kein Wundermittel?

Es gibt keine Wunder, sagt mein Namenspatron Augustinus. Diejenigen, die an Wunder glauben, können die Natur nicht erklären. Auch ich und mein Team haben keine Wundercreme erfunden, wir können nur die Natur erklären.

NB: Zehn Prozent aller Gewinne aus dem Verkauf der Hautpflegeprodukte gehen an die Augustinus Bader Stiftung. Im Rahmen internationaler Programme ermöglicht sie bedürftigen Menschen den Zugang zu medizinischen Behandlungen bei Verbrennungen und anderen traumatischen Verletzungen.


Reisen ist meine Leidenschaft.
Beauty meine Passion.
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