Autor: Margit Rüdiger

CultureAndCream-Autorin aus München Beruflich als Beauty-Journalistin zu reisen, war mir nicht genug. Sechs Monate Weltreise haben auch nicht gereicht. Immer wieder zieht es mich in andere Städte, fremde Länder, zu Roadtrips und an Locations, die man kennenlernen sollte. Mich interessieren nicht nur „culture“ und „cream“, sondern auch Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. Auf solche Reisen möchte ich euch mitnehmen.

Megan Marsanico-Byrne, Director Global PR von Nars Cosmetics

Ihr Temperament verdankt die PR-Chefin der Kosmetiklinie Nars ihren italienischen, irischen und auch deutschen Vorfahren. Aufgewachsen ist sie allerdings in New York, nachdem ihre Familie mit der damals dreijährigen Megan in Brooklyn ansässig wurde. In Stadt kennt sich Megan so gut aus wie in ihrer Handtasche. In der, wen wundert es, sich hauptsächlich Produkte von Nars finden.

C&C: Wo gehen Sie am liebsten zum Essen hin?
Megan Marsanico-Byrne: Momentan liebe ich „Le CouCou“. Wir haben dort den Geburtstag meines Mannes gefeiert, und es war absolut göttlich. Ich empfehle abends möglichst früh hinzugehen und vor dem Essen einen Drink an der Bar zu nehmen. Man hat das Gefühl, sich in einem sehr chicen Wohnzimmer zu befinden.

C&C: Wo gibt es die besten Cocktails?
Megan Marsanico-Byrne: Ich gehe gerne in die Bars in Tribeca. Immer für einen Cocktail gut ist „Weather Up“. Ich mag besonders die lange Kupferbar http://www.weatherupnyc.com/. Unschlagbar ist die Aussicht im „Westlight“ des William Vale Hotels

C&C: Was sind Ihre Fashion Hotspots?
Megan Marsanico-Byrne: Für jemand, der Highend-Mode sucht, kann ich „Consignment Brooklyn“ in Boerum Hill im Stadtteil Brooklyn wärmstens empfehlen oder deren Pop-up-Store auf der Orchard Street. Ich habe den Laden noch nie verlassen, ohne ein fabelhaftes Teil zu finden. Oft checke ich auch auf Instagram (@consignmentbrooklyn), welche Goodies es gerade im Laden gibt. Maßgeschneiderte Mode mag ich besonders von Michael Andrews. Eigentlich ist es ein Herrenausstatter, aber die können wirklich alles. Der Laden liegt ziemlich versteckt in einer kleinen Gasse inmitten von Great Jones Street.

C&C: Wo kaufen Sie Ihre Kosmetikprodukte?
Megan Marsanico-Byrne: Lange bevor ich für Nars zu arbeiten anfing, habe ich diese Marke geliebt. Schon zu Highschool-Zeiten schlich ich mich ins Zimmer meiner älteren Schwester, um ihren Nars-Lidschatten zu benutzen. Für New York-Besucherinnen ist der Nars-Shop in 413 Bleecker Street ein Must. Er liegt im Herzen des West Village mit einem warmen, gemütlichen Interieur, und nicht zu vergessen seine extrem talentierten Visagisten. Dort habe ich auch meinen Lippenfarbe-Favoriten Dragon Girl Velvet Matte Lip Pencil gefunden, der immer und zu allem passt. Seit kurzen mag ich aber auch Annabella Audacious Lipstick.

C&C: Welche Beauty-Adressen können Sie sonst noch empfehlen?
Megan Marsanico-Byrne: Wenn ich mich besonders verwöhnen möchte, buche ich eine Massage im „La Prairie at The Ritz-Carlton Spa“. Für Facials gehe ich zu Tami Lesser im „Modrn Sanctuary“. Eine Freundin hat sie mir empfohlen, und seitdem schwöre ich auf ihre Gesichtsbehandlungen. Bei einem guten Dermatologen zu landen, ist ein echtes Schlüsselerlebnis und unbezahlbar. Ich fand Dr. Cybele Fishman und sie hat vor meiner Hochzeit wahre Wunder an meiner Haut bewirkt.

C&C: Wohin verschwinden Sie für ein langes Wochenende?
Megan Marsanico-Byrne: Ich mag voreingenommen sein, weil ich dort geheiratet habe, aber Charleston, South Carolina ist mein Lieblingsziel für ein langes Wochenende. Von New York City aus ist es nur ein kurzer Flug, und es ist ein echtes Paradies, was das Essen angeht. Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Küche und alle sind köstlich. Wenn man nicht jeden Tag zehn Mahlzeiten zu sich nimmt, muß man mehrere Trips einplanen, um sich zumindest einen Überblick zu verschaffen. Meine Vorstellung von einem perfekten Wochenende in Charleston würde folgendes beinhalten: einchecken im The Dewberry Hotel (oder The Spectator), Frühstück oder Brunch im Butcher & Bee, dann ein Bummel entlang der Rainbow Row or King Street mit ihren zahlreichen kleinen Boutiquen, ein Cocktail im The Belmont vor dem Dinner bei Chez Nous (oder Zero Restaurant at the Zero George Hotel).

C&C: Was darf man in New York auf keinen Fall verpassen?
Megan Marsanico-Byrne: Irgendeine der tollen Galerien oder Museen zu besuchen. Die ständig wechselnden Ausstellungen sind atemberaubend und inspirierend. Aber keine Angst, dass man beim Rumlaufen in Downtown sich irgendwo verliert. Ich selbst entdecke immer wieder einen neuen Laden, eine Bar oder ein Restaurant, wenn ich durch das West Village laufe.


Nadine Sieger, ELLE-Korrespondentin

Eigentlich wollte Nadine Sieger nur ein Praktikum im Burda Office NYC machen. Daraus sind mittlerweile 15 Jahre geworden. Was die deutsche Journalistin an New York liebt, ist das endlos kreative Potential der Stadt und die Begeisterungsfähigkeit ihrer Bewohner. Als Korrespondentin des deutschen ELLE-Magazins ist Nadine selbst immer am Puls der Zeit. Sie weiß, wo man hingeht, was Trend ist und wo man in New York die coolsten Leute trifft.

C&C: Was ist ihr Lieblingsrestaurant?
Nadine Sieger: Das „Sant Ambroeus“ in SoHo – hübschester und gemütlichster italienischer Retro-Chic. Hat die leckerste „Cacio e Pepe“-Pasta und die charmantesten Kellner. Der absolut schönste Ort im Sommer: Auf dem Rooftop von „Fornino“ in Dumbo, direkt am Ufer des Hudson River, mit einem Stück Steinofen-Pizza der Sonne beim Untergehen über Manhattan zuzusehen. Ganz simpel, aber unschlagbar! Dieser Anblick geht direkt ins Herz!

C&C: Wo gehen Sie am liebsten zum Frühstücken?
Nadine Sieger: Im „De Maria“ downtown in der Kenmare Street. Dort gibt es spannende Gerichte, extrem gesund, lecker und hübsch serviert. Außerdem: stilsicheres Ambiente von der Tasse bis zur letzten Leuchte und extrem stylishe Gäste. Hier kann man sich von allen Seiten inspirieren lassen. https://www.demarianyc.com/

C&C: In welcher Bar kann man gepflegt chillen?
Nadine Sieger: Nirgends kann man einen Martini geschmackvoller genießen als an der Bar des ehemaligen legendären „Four Seasons“-Restaurants in Midtown. Mittlerweile heißt das Lokal „The Grill“, ist frisch renoviert, aber mit dem teilweise erhaltenen Original-Interieur immer noch so midcentry-modern-stylish wie zu Philip Johnsons Zeiten, der das ikonische Restaurant im „Seagram Building“ damals gestaltet hat. Auch urgemütlich und wunderbar elegant ist die Lobby Bar im neuen „Beekman“-Hotel an der südlichsten Inselspitze. In dem spektakulären Atrium des historischen Baus kann man perfekt einen Shopping-Bummel durch die vielen neuen Luxus-Shopping-Malls, wie dem eindrucksvollen Oculus vom spanischen Architekten Santiago Calatrava,  ausklingen lassen.

C&C: Wo kaufen Sie gern Mode ein?
Nadine Sieger: Im „The Apartment by The Line“ ist Shopping noch ein wirklich inspirierendes Erlebnis. Der Laden ist eingerichtet wie ein Traum-Loft, jedes einzelne Teil ist kaufbar. Hier möchte man von den Susanne Kaufmann-Produkten im Bad über die The Row-Entwürfe im Ankleidezimmer bis zu den KPM-Eierbechern in der Küche alles kaufen und am liebsten sofort einziehen!  Weitere tolle Läden: „Creatures of Comfort“, eine Multi-Brand-Boutique in Lower Manhattan , „Warm“ in der Mottstreet , „Totokaelo“ in der Bowery.

C&C: Welches Spa können Sie empfehlen?
Nadine Sieger: Das „SoHo Sanctuary“ ist meine persönliche Vorliebe, weil dort ein Facial von meiner Lieblingsmarke Dr. Hauschka angeboten wird. Und dann das „Aire Ancient Bath“ in Tribeca . In den Pools und den alten Gemäuern der ehemaligen Textil-Manufaktur kann man vollkommen entrückt vom Alltag stundenlang abtauchen. Ebenfalls ein absoluter Klassiker: das „Great Jones Spa“ in Noho

C&C: Wohin gehen Sie zur Maniküre?
Nadine Sieger: New York hat entweder extrem günstige oder extrem luxuriöse Nagelstudios zu bieten. „Tenoverten“ ist die goldene Mitte mit einem sehr modernen und geschmackvollen Ambiente. Während der Maniküre wird ganz entspannt grüner Tee serviert.

C&C: Bei welchem Friseur lohnt sich ein Besuch?
Nadine Sieger: „Bumble and Bumble“ lohnt sich schon allein wegen der tollen Loft. Man hat einen fantastischen Ausblicks auf den Hudson River und die Freiheitsstatue.

C&C: Wo verbringen Sie ein langes Wochenende?
Nadine Sieger: Das kommt ganz darauf an, ob man Lust auf Meer oder bergige Wälder hat. Die Hamptons mit ihren traumhaftem Stränden, den idyllischen Dörfchen und Villen sind immer ein langes Wochenende wert. Mein Lieblingsziel dort ist „Montauk“ an der äußersten Inselspitze. Der einzige Ort, an dem man direkt vom Zentrum zum Strand laufen kann. In Upstate New York, das ist der Bundesstaat New York abseits von Big Apple, kann man mittlerweile nicht nur in die Wälder, sondern in die schönsten und ästhetischsten Inns und Hotels einchecken, Pilze sammeln, Äpfel pflücken, nachts am Lagerfeuer sitzen, durch die Antikläden stöbern, wandern gehen und in Seen und Flüssen schwimmen. Country-Idylle pur. Die Catskills liegen beispielsweise 15 km nördlich von New York City. Die schönsten Hotels: „North Branch Inn“ in den westlichen Catskills , „Scribner‘s Catskill Lodge“, „Foxfire Mountainhouse“, „The Arnold House“.

C&C: Was sollte man in New York auf keinen Fall verpassen?
Nadine Sieger: Einen Besuch im „Donald Judd House“ in SoHo. Dieses beeindruckende fünfgeschossige Cast-Iron-Haus des einflussreichen Künstlers Donald Judd, in dem er mit seiner Familie gelebt hat, ist ein absolutes NYC-Highlight. Und es ist das lebhafteste und beeindruckendste Minimalismus-Gesamtkunstwerk der ganz Stadt – alles ist noch genauso eingerichtet wie zu Judds Lebzeiten.

 

Nadine Sieger bei Instagram

 


Robert Gerstner, Entrepreneur im „Village“

Als 25jähriger zog Robert Gerstner mit seinem Freund Karl Bradl von München nach New York. Dort führen die beiden seit mittlerweile mehr als 20 Jahren im Greenwich Village „Aedes de Venustas“, ein Mekka für Parfum-Liebhaber. Bis heute ist das „Village“ Roberts liebster Stadtteil im Big Apple geblieben, wenn es ihn nicht gerade an den Strand zieht.

C&C: Wessen Mode tragen Sie?
Robert Gerstner: Inzwischen Zara und Topmen, weil die heute mehr oder weniger dieselben Sachen haben, die wir früher bei Dior gekauft haben. Wir waren früher richtige Dior-Huren, wenn man so will. Wir haben uns die neue Kollektion nach Hause schicken lassen und ausgesucht, was wir behalten wollten, den Rest zurückgeschickt. Heute gehe ich meist zu Zara, die bieten optisch dasselbe zu einem Bruchstück des Preises. Und das kombiniere ich dann mit guten Schuhen von Dior, Louboutin, etc. Den After Christmas Sale bei Saks versäume ich nie. Da gibt es Superdeals, 60 Prozent auf bereits reduzierte Ware. Auch bei Bergdorf Goodman kann man nach Weihnachten tolle Schnäppchen machen. Der „Dover Street Market“ in der Lexington Avenue ist ein sehr trendiger Multibrand-It Shop.

C&C: Sie hatten schon immer ein Faible für Beauty-Produkte. Wo kaufen Sie die?
Robert Gerstner: Ehrlich gesagt benutze ich ausschließlich Produkte aus unserem Laden. Am liebsten verwende ich Santa Maria Novella und Susanne Kaufmann.

C&C: Welche Lokale gehören zu Ihren Favoriten?
Robert Gerstner: Auf alle Fälle das „Omar‘s“ hier im Village, ein Privatclub, der sehr europäisch ist. Da gibt es eine Library, wo man die Drinks nimmt und dann ins Restaurant wechselt. Das Essen dort ist wirklich gut. Aber man geht weniger aus kulinarischen Gründen hin, man trifft sehr interessante Leute, internationales Publikum, richtig schicke Leute. Der alte Klassiker ist immer noch das „Indochine“ in der Lafayette Street, ein Überbleibsel aus der alten „Studio 54“-Zeit. Sensationelles Publikum, und das Essen ist vom Feinsten. Gelegentlich gibt es bei uns immer wieder den Wunsch nach etwas Bayrischem. Dann gehen wir in die „Blaue Gans“ in Tribeca. Das ist die Wirtschaft von Kurt Gutenbrunner vom Waldsee in Österreich. Er macht Schweinsbraten mit Knödel, Nieren, Wiener Schnitzel, die ganze Palette österreichisch-bayrischer Küche. Ins „Cipriani“ gehe ich auch gern an der 59th. Das ist es sehr chic mit ganz tollen Leuten und immer Prominenz.

C&C: Wie entspannen Sie am liebsten?
Robert Gerstner: Mein Rückzugsort ist mein Zuhause. Wenn ich in New York bin, arbeite ich buchstäblich sieben Tage die Woche. Der Laden ist an sieben Tage geöffnet, deshalb gibt es solche Auszeiten wie Sonntagsbrunch etc. bei mir nicht. Im Sommer fahre ich wochentags einen Tag an den Strand. Das ist für mich das absolute Abschalten. Long Island ist perfekt für einen Tagestrip. Man fährt morgens hin und abends zurück. Seit letzten Sommer gibt es eine Fährverbindung direkt unten an der Wallstreet, wo ich wohne. Sie ist Teil des NYC Transit Systems. Man fährt 50 Minuten und kommt in den Rockaways an, die vom Hurrikan Sandy total zerstört wurden. Sie sind inzwischen super hergerichtet. Dort hat man einen sensationellen Blick. Es gibt Restaurants, Bars und Einkaufen kann man auch. Das ist für mich erholsamer als eine Woche lang Strandurlaub.

C&C: Wo machen Sie Urlaub?
Robert Gerstner: Im Urlaub fahre ich immer weg. Im Sommer nach Europa zu meiner Familie, und im Winter geht es jedes Jahr für zwei Wochen in die Karibik auf die Insel Mustique.

C&C: In New York scheint jeder Sport zu machen. Sie auch?
Robert Gerstner: Seit 15 Jahren mache ich Hardcore Pilates zusammen mit meinem Geschäftspartner Karl. Wir haben einmal pro Woche einen Trainer vom „Equinox“. Es ist übrigens das beste Gym, welches man in New York findet. Mit Pool und allem.

C&C: Was sollte man in New York auf keinen Fall verpassen?
Robert Gerstner: Zur Weihnachtszeit muss man Midtown besuchen mit dem Rockefeller Center Weihnachtsbaum. Die Fensterdekorationen bei Saks Fifth Avenue, Barneys und Bergdorf Goodman sind sensationell. Außer den üblichen Touristenattraktionen würde ich immer empfehlen, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Jeder Block ist anders als der zuvor. In New York muss man laufen, da bekommt man so viele Eindrücke und entdeckt immer wieder Neues. Für mich ist das „Village“ immer noch das schönste Viertel. Es hat Flair, ist sehr europäisch – gerade im Sommer, wenn man draußen sitzen kann. Es gibt viele Lokale mit Außenbereich. Ich selbst habe 20 Jahre lang hier gewohnt. Jetzt wohne ich unten an der Wallstreet, ist halt auch Manhattan, im 26. Stock. Wenn ich morgens aufwache, sehe ich die Skyline.

Mein Frühstück bei Tiffany‘s


In der Schatzkammer von New York

Die türkisblaue Farbe ist eine Ikone, ein Verlobungsring von Tiffany ein Statement. Mit einem Signature-Parfum setzt das Juwelen-Haus seine 180jährige Geschichte fort. Die Inspiration dazu gab der einzigartige gelbe Diamant, der seit 1877 im Besitz des Unternehmens ist. Ich folgte einer Einladung von Tiffany, um im fünfstöckigen New Yorker Stammhaus an der Ecke 57th Street und Fifth Avenue der Geschichte auf den Grund zu gehen. Zur Begrüßung gab es im erdgeschössigen Verkaufsraum zwischen den Vitrinen mit Schmuck der verschiedensten Preisklassen Kaffee in einem türkisblauen Tiffany‘s Becher zu köstlichen Macarons von der gleichen Farbe. Dieser begegnet man übrigens im ganzen Haus immer wieder – an den Moodboards der Designer, als Vasen in Büroregalen und natürlich im neuen „The Blue Box Café“ im vierten Stock des Flagshipstores, das sich in den neuen Home und Accessoire-Floor einfügt. Dort kann man gemütlich frühstücken oder lunchen. Die Speisekarte ist reichhaltig, reicht vom kultigen Croissant á la Holly Golightly bis zum köstlichen Lachsbagel. Das Ambiente erstrahlt als echtes Juwel aus hellem Marmor mit Wänden natürlich im Signature-Türkisblau. Neben Leckereien trifft man auch auf alltägliche Gegenstände wie die türkisblauen Papier-Kaffeebecher des künstlerischen Leiters Reed Karkoff und sogar auf Tischtennisschläger.

„Sein Wert ist priceless – unbezahlbar“, sagt Kirtley. „Ganz einfach, weil er niemals verkauft werden wird.“ Für ihn ist es der „Peoples Diamond“, an dem sich nicht nur ein einzelner, sonder alle Leute erfreuen sollen, wenn sie zu Tiffany nach New York kommen.

Aber zurück zu den Juwelen. Richtig teuer wird es in den oberen Stockwerken. Die ikonischen Verlobungsringe und Brautschmuck gibt es auf der dritten Etage. Wer es noch intimer mag, der wird in einen eigenen Engagement Room geführt. Preisschilder sucht man vergebens an den Schmuckstücken. Die erfährt man erst später – besser so. In einem eigenen Raum wird momentan auch der größte und berühmteste Diamant des Hauses aufbewahrt, der Tiffany Yellow. Normalerweise steht seine Vitrine im Erdgeschoss, damit alle Besucher seine Schönheit bewundern können.
Nur zwei Frauen durften den ungewöhnlich großen, ungewöhnlich gelben Diamanten jemals auf ihrer Haut spüren. Die erste war die New Yorker Society-Lady Mary Whitehouse. Sie trug ihn 1957 an einem Collier aus weißen Diamanten auf dem renommierten Newport Ball, der jährlich in Rhode Island stattfindet. Vier Jahre später schmückte er Audrey Hepburns Dekolleté zu Promotionszwecken für ihren Film „Breakfast at Tiffany’s“ (im Film trug sie ihn nie!). Seitdem ruht der außergewöhnliche Edelstein in einer Vitrine im Tiffany Flagshipstore in New York. Nur selten verlässt er sein Domizil, um sich etwa auf der Jubiläumsfeier der Kimberley-Diamantenmine in Südafrika zu präsentieren, wo er 1877 gefunden wurde. Seine Faszination ist ungebrochen. Er wird immer wieder neu gefasst, je nach Anlass mal als Collier, mal als Brosche. „Ich habe schon Millionen Mal mit ihm gearbeitet, ihn angesehen, aber jedes Mal ist er neu für mich“, sagt Melvyn Kirtley, seit 30 Jahren Chef Gemmologe im Haus. „Der gelbe Stein ist ein Teil der DNA von Tiffany und symbolisiert, wofür wir stehen.“

 

Alles begann, als Charles Lewis Tiffany 1837 ein Geschäft in New York am Broadway Nummer 259 für kleine, aber feine Güter eröffnete. Galanteriewaren nannte man damals die hübschen Dinge, die das Leben schöner machten wie Parfümfläschchen und Bijouterie. 1848 begann er den Handel mit Diamanten sowie Schweizer Uhren und Goldschmuck aus eigener Fertigung. Seine Leidenschaft für Diamanten veranlasste Charles 1877 für 18.000 US-Dollar einen seltenen gelben Edelstein aus Südafrika zu erstehen. Bemerkenswert war nicht nur die Größe des Rohdiamanten mit 287,42 Karat, sondern auch seine sattgelbe Farbe. Ein ganzes Jahr lang dauerte der Schliff bei dem Pariser Mineralogen George Frederick Kunz. Um möglichst wenig von der Größe des Steins einzubüssen, entschied dieser sich für einen Kissenschliff mit besonderer Facettierung. Er setzte 90 statt der sonst üblichen 58 Facetten, so dass es der Diamant schließlich auf 128,51 Karat brachte. „Sein Wert ist priceless – unbezahlbar“, sagt Kirtley. „Ganz einfach, weil er niemals verkauft werden wird.“ Für ihn ist es der „Peoples Diamond“, an dem sich nicht nur ein einzelner, sonder alle Leute erfreuen sollen, wenn sie zu Tiffany nach New York kommen.

Der berühmte Schliff des gelben Diamanten gab schließlich auch die Inspiration für die aufwendige Facettierung am Boden des Glasflakons für den „Tiffany“-Signatureduft. Die geometrischen Linien an seinen Schultern spiegeln den Lucida-Diamant Verlobungsring wider. Das Tiffany-Zeichen befindet sich dezent verborgen unter der edlen, silbernen Verschlusskappe des Flakons. Auch der Duft selbst besitzt eine enge Verbindung zur Historie der Schmuckstücke, bei denen die Natur immer schon eine große Rolle gespielt hat. Denkt man an Broschen und Ketten in Form von Vögeln und Blüten. Speziell die Irisblüte findet sich häufig in archivarischen Illustrationen aus dem 19. Jahrhundert. Im Duft bildet sie die Topnote.

Ein Jahr lang hat die Parfümerin Daniela Andrier vom Schweizer Dufthaus Givaudan an der Formel gearbeitet. „Iris war der Inhaltsstoff, den ich als Link zu Tiffany gewählt habe“, erzählt sie. „Diese Pflanze ist tatsächlich eine Art Obsession in meiner Arbeit. Ich habe auf die verschiedensten Arten bereits mit dem Duftstoff gearbeitet.“ Der Duft sitzt in der Knolle, die drei bis fünf Jahre trocknen muss. „Man braucht Tonnen, um kleinste Mengen herzustellen, aber das ist es wert“, erklärt sie. Inspirieren ließ sie sich auch von den verschiedensten Facetten, die das Geheimnis hinter Tiffany ausmachen. Andrier: „Bei dem Namen Tiffany denke ich unwillkürlich an New York, Audrey Hepburn, Anmut, Weiblichkeit, Romantik, Versprechen, Glücksmomente – und das alles habe ich versucht, in dem Duft einzufangen.“

Dass gerade Daniela Andrier für diese Aufgabe ausgesucht wurde, ist kein Wunder. Die Parfümerin mit deutschen Wurzeln, sie wurde in Heidelberg geboren, hat mehr als 40 bekannte Düfte komponiert. Sie studierte Philosopie an der Sorbonne in Paris, bevor sie sich dazu entschied, eine Laufbahn in der Parfumindustrie einzuschlagen. Sie begann 1988 als Trainee bei Chanel, absolvierte ihre Ausbildung am „Grasse Institute of Perfumery“. Inzwischen hat sie 3000 Rohstoffe im Kopf wie „alte Freunde“, aus denen sie ihre Kreationen mischt. Übrigens nicht im Labor, sondern als Formel am Computer. So sind 17 Düfte für Prada entstanden und viele Klassiker für Armani, Calvin Klein, Gucci und Kenzo, Miu Miu. Die Frau hat ihre eigene Note. Viele neue Parfums sind sich so ähnlich, dass sie sie als „charakterlose Süppchen“ bezeichnet.
Selbstverständlich ist auch die türkisblaue ikonische Farbe im Tiffany Eau de Parfum vertreten. Die feine Flüssigkeit zeigt eine hauchzarte Blautönung. Verpackt ist der juwelengleiche Flakon in der unverkennbaren Blue Box. Über diese schrieb 1906 die New York Sun, „dass es bei Charles Lewis Tiffany etwas im Laden gibt, dass man nicht um alles Geld der Welt kaufen kann“. Er verschenkt es allenfalls, hieß es da – die kleine blaue Verpackung für seine Schmuckstücke.
In der Tat hatte der Tiffany-Gründer diese Farbe bereits in seinen Anfangsjahren gewählt für den Katalog, den er jährlich herausgab. The Blue Book wurde zum ersten Mal 1845 veröffentlicht. Das türkisfarbene Blau war damals groß in Mode, nicht zuletzt wegen der Popularität des Turquoise-Schmucks im 19. Jahrhundert. Seit der Gründung des Pantone Color Instituts 1962 in Carlstadt/New Jersey trägt das Tiffany-Blau die Nummer 1837 und ist markenrechtlich geschützt. Wie die Farbe genau gemischt wird, ist ein so gut gehütetes Geheimnis wie die Rezeptformel von Coca Cola.


Wo Vetiver und Vanille herkommen

Zugegeben. La Réunion, Frankreichs Übersee-Départment im Indischen Ozean, stand bisher nicht auf meiner Liste von Reisezielen. Wäre da nicht Marie Le Febvre gewesen. Die französische Parfümeurin, die mit Mann und Sohn in Berlin lebt, pflegt seit vielen Jahre eine enge familiäre Beziehung zur Insel. Ihr Bruder Yann lebt mit seiner kreolischen Frau („créole“ nennen sich die Bewohner von Le Réunion) und den drei Kindern auf dem paradiesischen Eiland zwischen Madagaskar und Mauritius. Und wann immer es geht verbringt Marie Zeit in ihrem türkisblauen Holzhaus auf Yanns Grundstück in Saint-Gilles. Außerdem hat sie auf der Insel wieder zum Leben erweckt, was über viele Jahre in Vergessenheit geraten war: den Anbau von Vetiver. „Veti…Wer?“, wird sie oft gefragt. Der Allgemeinheit ist das tropische Süßgras, das zwischen 0,5 und 1,5 Meter hoch wird, eher kein Begriff. Duft-Insidern dagegen sehr wohl: Sein ätherisches Öl wird gerne in Parfums verwendet. Es verleiht ihnen eine tiefe, citrisch-holzige Note.

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Eine amerikanische Erfolgsgeschichte

Mehr als 20 Jahre ist es her, seit Robert Gerstner und sein Freund Karl Bradl im New Yorker Greenwich Village-Viertel die Schatzkammer der Düfte „Aedes de Venustas“ gegründet haben. Ein Kult-Store in einer opulent-prächtigen Salon-Atmosphäre. Zwischen ausgestopften Pfauen, barocken Möbeln, antiken Kronleuchtern und überschwelgenden Blumen-Bouquets verkaufen sie fast ausschließlich europäische Duft- und Pflegeprodukte. Was in einer bohemian Souterrain-Location begann, ist heute in New York eine der bekanntesten Adressen für Duftfans. Celebrities wie Naomi Campbell, Sarah Jessica Parker, Meryl Streep & Co gehören zum Kundenstamm. Wer sich einmal wie Alice im (Duft-)Wunderland fühlen möchte, sollte den „Tempel der Schönheit“ auf seine To-Do-Liste schreiben.

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Der geheime Promi-Friedhof von Los Angeles

Er stand schon lange auf meiner Los Angeles To-do Liste: der Westwood Village Memorial Park Cemetery, südlich des Millionärviertels Bel Air. Dass es mich ausgerechnet am Totensonntag dorthin zieht… Zufall? Den unscheinbaren Friedhof hinter dem iPic Theatre am Wilshire Boulevard zu finden, ist nicht ganz einfach. Mehrfaches Fragen von Passanten und Anwohnern bleibt erfolglos. Erst eine kleine, alte Dame, die gerade in ihr Auto einsteigen will, nickt wissend und beschreibt mir den richtigen Weg zur Adresse 1218 Glendon Avenue. „Er liegt versteckt zwischen der Bücherei dort und dem Parkhaus. Genau da geht der Weg rein“, sagt sie und zeigt mit dem Finger auf zwei kastige, unansehnliche Gebäude und einen Durchgang dazwischen. Die Gräber müssen sich demnach über der Tiefgarage befinden.

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Ein Gespräch mit dem Münchner Dermatologen Dr. Timm Golüke

C&C: Warum ist für viele Frauen Botox die Einstiegsdroge, wenn sie etwas an sich verbessern wollen?
Dr. Timm Golüke: Bei Botox ist das Einstiegsalter viel jünger als bei Fillern. Wenn junge Patientinnen zum ersten Mal zu mir in die Praxis kommen, ist es häufig die Zornesfalte, die sie behoben haben wollen. Diese ist nicht durchs Leben entstanden wie zum Beispiel die Nasolabialfalte, sondern es ist eine genetisch vererbte Mimik. Die Zornesfalte zeigt sich oft schon bei 20-jährigen. Die Frauen kommen dann mit 25 zu mir und sagen, dass die Falte sie stört, weil sie sie immer böse aussehen lässt. In dem Alter ist eine Botox-Spritze auch extrem effektiv. Hat sich die Falte erst einmal durch ständige Mimikbewegung tiefer eingeprägt, ist es für Botox zu spät.

C&C: Wie oft muss man nachspritzen?
Dr. Timm Golüke: Zweimal im Jahr kommen die Patientinnen in der Regel zum Nachspritzen, da die Abbauzeit etwa sechs Monate beträgt. Je öfter man es gemacht hat, desto länger hält Botox, weil man sich die mimischen Bewegungen irgendwann abgewöhnt. Das ist auch das Ziel des frühen Beginnens.

C&C: Ist die Mimik eigentlich nur tagsüber so aktiv?
Dr. Timm Golüke: Nicht bei allen. Was interessant ist, dass Menschen, die nachts mit den Zähnen knirschen oder die Zähne aufeinander beißen, morgens eine stärkere Zornesfalte haben. Bei denen ist die Mimik tagsüber gar nicht mal so ausgeprägt. Bruxismus nennt man diese nächtliche Überbeanspruchung der Kaumuskulatur. Die meisten tragen nachts eine Beißschiene, aber man kann den Kaumuskel auch gut mittels einer Botox-Spritze in leichter Dosierung entspannen. Es wird direkt in den Muskel gespritzt.

C&C: Stimmt es, dass man mit Botox auch das Gesicht schmäler aussehen lassen kann?
Dr. Timm Golüke: Die Asiaten machen das, um ihr von Natur aus breiteres Gesicht zu verschmälern. Auch hier wird der Kaumuskel behandelt, jeweils mit zwei Einheiten Botox. Der Effekt hält ebenfalls etwa sechs Monate an. Das Kauen wird dadurch nicht beeinträchtig. Der Muskel wird nur geschwächt, so dass das Gesicht schmaler erscheint.

C&C: Was versteht man unter Baby-Botox?
Dr. Timm Golüke: Mini- oder Baby-Botox bedeutet, dass die Substanz viel stärker verdünnt wird. Im Vergleich zur Glabella-Falte zwischen den Brauen beträgt das Verhältnis 1/10. In Amerika wird es häufig praktiziert gegen vergrößerte Poren und Unreinheiten. Botox in verdünnter Form reduziert die Aktivität der Talgdrüsen. Dadurch erscheinen die Poren feiner, Hautunreinheiten weniger werden. Man spritzt das Botox direkt mit ganz vielen kleinen Stichen in den Bereich der Unreinheiten. Man kann das Gesicht vorher mit Creme betäuben, es ist aber auch ohne gut auszuhalten. Der Effekt ist so überzeugend, dass man die Schmerzen schnell vergisst. Auch wenn man ganz viele kleine Fältchen auf der Stirn hat und keine volle Lähmung möchte, kann man sie mit Baby-Botox behandeln. Allerdings bringt es selbst bei einer jungen Patientin gar nichts, die Glabellafalte damit zu unterspritzen.

C&C: Welche Schönheitsprobleme kann man sonst noch mit Botox behandeln?
Dr. Timm Golüke: Die queren Stirnfalten sind inzwischen auch Standard für Botox. Die Augenbrauen anheben funktioniert sehr gut mit dem Behandeln der Zornesfalte. Man spritzt am Brauenende außen jeweils einen Punkt, das nennt man Chemical Browlift. Es hebt den Blick, lässt ihn offener aussehen. Krähenfüsse sind eine weitere klassische Indikation. Was immer häufiger mit Botox behandelt wird, ist der Bereich von Mundwinkel und Pflasterkinn. Und um zu vermeiden, dass der Halsmuskel die Gesichtskonturen nach unten zieht, spritzt man in die senkrechten Halsstränge, die sogenannten Platysmas. Hängende Mundwinkel korrigiert man, indem man den Mundwinkelrunterzieher-Muskel schwächt. Auch hier sechs Monate Haltbarkeit.

C&C: Botox wird auch gegen übermäßiges Schwitzen eingesetzt?
Dr. Timm Golüke: Man spritzt es unter die Achsel in die Schweißdrüsen. Dort hält es oft länger als sechs Monate, ist allerdings ziemlich schmerzhaft, weil die Achseln sehr empfindlich sind. Mit Kühlpads ist es auszuhalten. An Händen und Füssen wirkt Botox auch sehr gut. Dazu braucht es aber eine Nervenanästhesie, die von einem narkoseerfahrenen Arzt durchgeführt werden muss. Bei uns kommt extra jemand in die Praxis.

C&C: Warum baut sich Botox unterschiedlich schnell ab?
Dr. Timm Golüke: Botox wird immer nur lokal in den Muskel gespritzt, nicht in die Blut-Hirn-Schranke etc. Im Muskel wird es lokal verstoffwechselt. Das heißt je öfter ich den Muskel bewege, desto schneller baut sich die Substanz ab. Daher hält der Effekt an den Augen weniger lang als an der Stirn. An den Augen wird es am schnellsten abgebaut, weil man oft blinzelt. Auch bei Leistungssportlern, die ganz viel Mimik haben, baut es sich schneller ab als bei einer Person, die weniger Mimik hat. Grundsätzlich aber gilt: Je öfter ich Botox spritzen lasse, desto länger hält es.

C&C: Welche Zonen im Gesicht sind schwierig zu behandeln?
Dr. Timm Golüke: Am Mund muss der Arzt vorsichtig vorgehen. Gerade wenn es gilt, Raucherfältchen zu verbessern, nimmt man ganz geringe Einheiten. Andernfalls kann es sein, dass der Patient sonst beim Trinken, Küssen, Pfeifen etc beeinträchtigt ist. In dieser Region baut sich Botox auch schnell wieder ab. Man muss in kürzeren Abständen nachspritzen. Allerdings sollten drei Monate dazwischen liegen, sonst gewöhnt sich der Muskel an Botox, und es hilft nicht mehr.

C&C: Gibt es Unterschiede in der Haltbarkeit bei den verschiedenen Botox-Produkten?
Dr. Timm Golüke: Unterschiede in der Haltbarkeit bei den unterschiedlichen Herstellern sind durch Studien nicht zu belegen, obwohl manche Firmen das gerne behaupten. Die in Deutschland zugelassenen Botox-Präparate sind Azzalure (Galderma), Bocouture und Xeomin (Merz), Botox und Vistabel (Pharm Allergan), Dysport (Ipsen). Man sollte dem Arzt vertrauten, mit welchem Material er schon lange arbeitet und die besten Erfahrungen hat. Ist man als Arzt zufrieden mit einem Produkt, bleibt man dabei: never change a winning team.

C&C: Wie teuer ist eine Spritze?
Dr. Timm Golüke: Bei den Mundwinkeln muss man mit 80 Euro rechnen. Sonst kann man von einem Mittelwert ab 150 Euro je nach Material und Aufwand ausgehen. Um die Schweißdrüsen zu lähmen, benötigt man viel Material, ist deshalb auch teuer. Kostet ab 600 Euro für beide Achseln, Hände oder Füsse.

C&C: Was muss man nach einer Botox-Behandlung beachten?
Dr. Timm Golüke: Wir empfehlen an dem Tag keinen Sport zu machen und keine Kopfüber-Bewegungen wie beispielsweise beim Yoga. Im Augenbereich sollte man beim Abschminken und Eincremen vorsichtig sein und nur nach oben wegstreichen, weil man nicht möchte, dass das Botox nach unten diffundiert. Das behandelte Areal zu massieren, ist Quatsch. Schwanger sollte man nicht sein und auch zeitgleich mit der Botox-Spritze keine Antibiotika einnehmen. Die lähmende Wirkung tritt in der Regel nach etwa zehn Tagen ein. Bei manchen dauert es mitunter 14 Tage. Je öfter man es macht, desto länger dauert es.

C&C: Gibt es Risiken?
Dr. Timm Golüke: Eigentlich nur, wenn man zu einem unerfahrenen Anwender geht. Die Hauptrisiken liegen im Stirnbereich. Wenn man zu nah an die Brauen spritzt, kann der Augenbrauenheber mit geschwächt werden, und somit entsteht ein müder Blick. Eine am Mund zu hoch gewählte Dosierung kann beim Essen, Sprechen und Pfeifen behindern. Diese Beeinträchtigung kann 6-8 Wochen anhalten. Deshalb ist es immer besser, gerade bei der Erstinjektion konservativ vorzugehen, nach zwei Wochen einen Kontrolltermin machen und gegebenenfalls nacharbeiten. Dass die ungewollte Lähmungswirkung weniger lang anhält als normal, liegt daran, dass man Gegenbewegungen macht und nicht der Muskel getroffen wurde, der geschwächt werden sollte. Als Hilfsmaßnahme kann man Botox in den Gegenspieler-Muskel injizieren und den ebenfalls schwächen. Ein Gegenbotox wie die Hyaluronidase bei der Hyaluronsäure gibt es allerdings nicht.

Links:

Praxis Dr. Timm Golüke

Royal Fern Skin Care


Warum das Oriental-Hotel die lange Reise wert ist

Wenn ein Hotel so etwas wie eine zweite Heimat sein kann, ist es für mich das „Mandarin Oriental“ in Bangkok. Und das schon seit vielen Jahren. Immer wieder zieht es mich in das Haus am Chao Phraya Fluss zurück. Dabei habe ich stets die Berichte von Anna Leonowens im Kopf. Eine Zeitzeugin, die 1862 in der Stadt ankam, um am Hof von König Mongkut, besser bekannt als Rama IV, den 67 Kindern Englisch und westlichen Benimmunterricht zu geben. Ihre Tagebücher bildeten später die Vorlage zu dem romantischen Roman „Anna und der König von Siam“ von Margaret Landon von 1944, der mehrere Male als „The King and I“ verfilmt wurde.

Tatsächlich hat Anna nie einen Fuß in das Oriental gesetzt, da ihr Aufenthalt nur fünf Jahre andauerte. Laut der Hotelchronik wurde das „Oriental“ 1876 als Seemannsherberge gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts war es Fremden nicht erlaubt, in der abgeschotteten, mit zweihunderttausend Einwohnern schon relativ großen Königsstadt zu nächtigen. Heute stehen rechts und links vom „Mandarin Oriental“ zwei ziemlich verfallene Gebäude, die an die alten Zeiten erinnern. Auf dem einen weist der Name East Asian Company auf die Handelstätigkeiten hin. Auch den Old Wing des „Oriental“, in dem mit der Seemannsherberge alles anfing, gibt es noch. Er wurde 2016 zum 140. Geburtstag mit einem Aufwand von 17 Millionen Euro renoviert und umgebaut. Sein historisches Flair hat er glücklicherweise nicht eingebüßt. Vom Fluss aus kaum zu sehen liegt er verborgen hinter Fächerpalmen. Die Author’s Lounge darin ist ganz in Weiß und in kolonialem Stil gehalten, mit weißen Korbstühlen und weißen Lamellenfenstern. Außer der Grand Royal Oriental Suite mit 600 qm und sechs Schlafzimmern entstanden zwölf neue Garden Suites. Meine erstreckt sich über zwei Etagen mit Fensterfronten vom Boden bis zur Decke und einer gemütlichen Lounge. Vom Schlafzimmer in der oberen Etage blicke ich rechts auf die Lichter der Stadt, links auf den träge dahinfließenden Chao Phraya. Ideal für mein Beauty-Wochenende. Denn die vier neuen Spa-Studios, in denen erstmals in Bangkok Pediküre und Maniküre von Bastien Gonzalez sowie Beauty Behandlungen mit der deutschen Wirkstoffkosmetik !QMS angeboten werden, befinden sich ebenfalls im Garden Wing.

Erster Tag: Nach dem langen Flug kann ich erstmal eine Relax-Massage vertragen. Um zum Hauptspa zu kommen, muss ich den Fluss überqueren. Bootsführer Narong Petcharit fährt mich. Er gehört wie viele andere Hotelmitarbeiter seit mehr als 20 Jahren zur „Oriental“-Familie. An jedem Arbeitstag tuckert er mit seiner Barke bis zu zweihundert Mal über den Fluss. Er fährt immer mit seiner Frau Rachanee: Sie wirft die Leinen, macht fest und hilft den Gästen beim Aussteigen.

Im Spa ist heute Digital Detox Day. Zwei Stunden ohne Mobiltelefon. Das Konzept zur Reduzierung von Stressfaktoren wurde zusammen mit der Mayo-Klinik erarbeitet. An der Rezeption tausche ich mein Handy gegen ein duftendes Öl ein. Drei Mal tief einatmen. Anschließend im Behandlungsraum werden damit meine verspannten Körperzonen wie Nacken, Schultern, Rücken über eine Stunde lang besonders intensiv bearbeitet. Im Loungebereich wartet danach noch mehr Ablenkung vom Digitalstress auf mich beim Lesen, Schreiben oder Malen. Ich lasse mir eine entspannende Gesichtsmaske auflegen, während ich auf einem Meditationskissen sitze, die Augen schließe und alles um mich herum vergesse. Im Nu sind zwei Stunden vergangen. Abends bin ich so müde, dass das Essen ausfallen muss. Ich lasse mir nur ein paar Früchte und Tee aufs Zimmer bringen, dann falle ich todmüde in die weichen Kissen.

Zweiter Tag: Heute lerne ich Bastien Gonzalez kennen. Schon viel von ihm gehört. Der Franzose wird gern als „Fußflüsterer“, „Fußvirtuose“ oder „Prinz der nackten Füße“ betitelt. Seine einzigartige Technik und die innovativen Pflegeprodukte, die er auf Grund seiner persönlichen Erfahrungen entwickelte, sollen Wunder bewirken. Der ausgebildete Podologe und Pedikürist hat das Talent, die gesamte Kondition der Füße zu verbessern und nicht nur die der Fußnägel. Dieses Wissen gibt er auch an alle seine Mitarbeiter weiter. Zu Bastiens Hollywood-Klientel gehören Gwyneth Paltrow, Cate Blanchett, Naomi Campbell und Robert DeNiro. An diesem Tag gehöre auch ich dazu.

Natürlich frage ich gleich, warum er unter seinen 20 ausschließlich luxuriösen Standorten kein Institut in Deutschland und nicht mal eins in Frankreich besitzt. „Ganz einfach“, sagt er, „weil wir dort ästhetische und medizinische Pediküre nicht zusammen ausführen dürfen. „Unsere Philosophie aber ist die Kombination beider Aspekte. Wir bezeichnen uns als Pediküre-Podologen mit dem Ziel, nicht nur die Nägel schön zu machen. Wir behandeln alle Probleme, eingewachsene Nägel, Diabetiker etc. Ein Podologe bezieht auch die Konstitution des Körpers mit ein. Wir können Leute analysieren, während sie laufen. Was sie falsch machen, was sie verbessern können.“ Also laufe ich erst mal. Ich habe Glück: keine Fehlhaltung, kein Hallux. Meine Füße sind griechisch, erfahre ich. Erkennbar an der längeren zweiten Zehe wie man sie an griechischen Statuen sieht. 20-25 % der Bevölkerung gehören zu dieser Gruppe. Am häufigsten ist die ägyptische Form mit ca. 50 %, wobei der große Zeh der längste ist. Darauf sind die meisten Designerschuhe konzipiert. Das sollte man bei seiner Schuhwahl in Betracht ziehen, sonst kann der längere, griechische Zeh zum Hammerzeh werden. Was mir bei der Behandlung auffällt: Es gibt kein Fußbad. „Wir benutzen kein Wasser“, erklärt der Mitarbeiter von Gonzalez. „Wasser trocknet aus. Die Haut produziert Sebum zur Befeuchtung und Widerstandsfähigkeit. Mit Seife und Wasser wäscht man das Fett aus. 20 Minuten ist alles gut, dann wird die Haut immer trockener.“ Außerdem erklärt er mir, dass man den Zustand von Haut und Nagel nur im trockenen Zustand richtig beurteilen kann. Naß sieht man beispielsweise die gelbe Färbung, an der man verhärtete Stellen erkennt, nicht mehr. Dann kommt es vor, dass zu viel Haut abgeschliffen wird.

Zur Reinigung der Nägel und Entfernen von Nagellack gibt es ein spezielles Gerät. Der Sound hört sich an wie beim Zahnarzt. Bastien: „Ich benutze möglichst keinen Lackentferner, weil die Chemikalien Haut und Nägel unnötig austrocknen. Fußnägel sind zweimal dicker als die an den Händen, deshalb kann man hier gut die Maschine einsetzen. Damit entferne ich außer Lack auch eine winzige Schicht von der kontaminierten Oberfläche. Nägel absorbieren Chemikalien von Lack bespielsweise wesentlich stärker als die Haut.“ Um verhärtete Haut zu beseitigen, wird für jeden Gast eine frische, sterile Klinge, eine Art gebogenes Mini-Salpell benutzt. Den Nagelecken gebührt besondere Aufmerksamkeit, damit sie nicht einwachsen. Hornhaut wird nie komplett abgetragen, maximal 50 %, weil sie auch einen Schutz für den Fuß darstellt. Sobald eine gute Elastizität der Haut fühlbar ist, wird aufgehört. „Den Erfolg machen 20 % die Augen aus, 20 % die Klinge. Der Rest ist das Gefühl in den Händen“, so Bastien. Sein Mitarbeiter macht deutlich, wie wichtig die Erfahrung ist, die auch die Lebensumstände des Klienten berücksichtigen sollte. Er erzählt: „Zu Anfang meiner Laufbahn habe ich einen Fußballspieler behandelt. Ich habe ihm richtige Babyfüße verpasst. Leider war das falsch, weil sie zum Fußballspielen danach viel zu empfindlich waren. Man muß immer die Balance halten und genau wissen, was man macht.“

Gefeilt wird mit einer Glasfeile, weil die am sanftesten ist. Diesen Rat bekomme ich auch für zu Hause. Eine Paste für die Nägel mit der Textur von Perlmutt wirkt wie ein Scrub. Danach werden sie mit einem soften Lederbuffer poliert. Ich fühle, wie Wärme sich im Nagel ausbreitet. „Die Nagelplatte wird besser durchblutet und mehr mit Sauerstoff versorgt, das stärkt sie“, sagt Bastien. „Der Buffer wurde übrigens von Marie Antoinette, Gattin Ludwig XVI., prominent gemacht. Es ist der eigentliche Ursprung der French Manicure.“ Die Nägel sehen hinterher tatsächlich rosig frisch und strahlend aus. Mit einer Creme, die nicht nur einfach aufgetragen, sondern zwei Minuten lang intensiv einmassiert wird, bin ich entlassen. Meine Füße sehen perfekt aus, und den Weg zu meinem Zimmer lege ich wie auf Wolken zurück. Beim Abendessen auf der anderen Seite des Flusses im „Rim Naam“ mit authentisch thailändischen Gerichten, die auf der Terrasse serviert werden, trage ich mit Sicherheit offene Schuhe.

Es steht „Beauty by Mandarin Oriental“ auf meinem Programm. Termin in der neuen Spa-Suite für ein QMS!-Treatment. Es ist die erste Dependance der deutschen Kosmetikfirma in Asien. Das Menu umfasst eine erlesene Auswahl an exklusiven und maßgeschneiderten Signature-Behandlungen wie das Anti-Aging Treatment mit einem Collagen Boost sowie das belebende und hautstraffende Skin Lift Facial. Ich entscheide mich für ersteres, das „Collagen Vita Skin Facial“. Es dauert eine gute Stunde, soll die Hautalterung kontrollieren und gleichzeitig regenerieren. Gearbeitet wird vor allem mit natürlich löslichem Kollagen, um den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu verbessern. Genau das brauche ich. Highlight ist eine Algen Modelage, eine Maske, die auf der Haut antrocknet. Damit habe ich bereits meine Erfahrungen, keine guten. Deshalb zögere ich, ob ich mich damit wohlfühle, wenn Augen und auch Mund bedeckt sind. Meine thailändische Kosmetikerin bietet mir an, den Mund frei zu lassen. Damit bin ich einverstanden.

Die weiße Algenpaste fühlt sich kühl an auf der Haut. Ich atme tief durch je mehr sie damit von meinem Gesicht bedeckt. Als die Augen an der Reihe sind, halte ich kurz die Luft an, dann entspanne ich mich allmählich. Schon bald spüre ich, wie die Masse allmählich auf meinem Gesicht zu trocknen beginnt. Als die Asiatin nach 20 Minuten beginnt, die Modelage sanft zu lösen, bin ich erstaunt, dass die Zeit schon vorbei ist. Schließlich hält sie die feste Maske, das genaue Abbild meines Gesichts in den Händen. Auf der Innenseite kann sie wie auf einer Landkarte den Zustand meiner Haut lesen. Wo die Haut zu trocken ist, wie tief die Fältchen waren. Das Ergebnis ist verblüffend. Meine Haut sieht wie aufgepolstert aus, feine Linien sind verschwunden und tiefere minimiert. Alles in allem finde ich den Teint strahlend und voller Vitalität. Es hat sich gelohnt. Bedauerlich, dass es die Wundermaske nur für die Kabine gibt und nicht für die Anwendung zu Hause. Übrigens gibt es QMS Medicosmetics weltweit in über 700 Locations.

Den Nachmittag verbringe ich im Fitness-Center am gegenüberliegenden Flussufer hinter dem Lotusteich. Ich trainiere Ausdauer und Kraft, gönne mir zum Abschluss Dampfbad, die Sauna ist mir zu heiß, sowie einen Abstecher in den Whirlpool. Dabei beschließe ich, meinen letzten Abend auf einem Nachtmarkt zu verbringen. Am wenigsten touristisch ist der „Road Fai“ hinter dem Esplanade Shopping Center. Er ist ab 18 Uhr geöffnet und bietet alles von Kleidung über Essen bis hin zu Nightlife. An unzähligen Streetfood-Ständen gibt es alles, was die thailändische Küche an Köstlichkeiten zu bieten hat. Die vielen kleinen Bars sind in Schiffscontainern untergebracht, die man übereinander gestapelt hat. Ein echtes Erlebnis abseits vom Tourismus.

Dritter Tag: Am Morgen meines Rückflugtags bin ich so fit und voller Energie, dass ich zum Morgenyoga aufstehe und mich schon um 6.30 Uhr über den Chao Phraya zum Spa schippern lasse. Dort erwartet mich meine Trainerin Neelam Khatri, eine bekanntes Gesicht von früheren Besuchen. Die Inderin unterrichtete vor dem Wechsel ins „Oriental“ Yoga im renommierten Hotel The Oberoi Rajvilas in Jaipur. Sie ist ebenso in Ayurveda und Meditation geschult, konzipiert individuelle Wellness-Programme. Nach dem Frühstück am reichhaltigen Buffet mit Blick über den träge fließenden Chao Praya verbringe ich die letzten Stunden lesend am Pool bevor mit ein Shuttle am späten Nachmittag zum Flughafen bringt. Ich bin so fit und gut erholt, dass ich die langen Nachtreise zurück nach Europa sozusagen wie im Flug überstehe.

Mein Fazit: So ein Beauty-Wochenende sollte man sich viel öfter gönnen. Es muss ja nicht immer gleich Bangkok und das Mandarin Oriental sein. Wobei ich zugeben muss, dass das Hotel zwar teuer, aber ein echtes Asia-at-its-Best-Erlebnis ist.

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